Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Vom Elend der Fürbitten
  4. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  7. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  9. Realitätsverlust im Bistum Chur
  10. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  11. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  12. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  13. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen

„Der offene Brief an Kardinal Marx atmet Zeitgeist“

12. Februar 2019 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Nicht Strukturen sind für den Missbrauch ursächlich, sondern Geisteshaltungen, ein Verdunsten des Glaubens, der Verlust rechter Gottesfurcht zugunsten einer überbordenden Verlieblichung des Gottesbildes.“ Gastbeitrag von Bernhard Mihm


Paderborn-Bonn (kath.net) Der „Offene Brief“, den einige „engagiert“ genannte und unterschiedlich „namhafte“ Katholiken an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz geschickt haben, um ihn zur Konferenz der Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenz in Rom öffentlichkeitswirksam zu konditionieren, atmet Zeitgeist und hat mit dem die Kirche belebenden Heiligen Geist nichts zu tun.

Denn dieser Text lässt vor allem außer Acht, was terminlich gut dazu passend Bischof Rudolf Vorderholzer am 27. Januar verdienstvoll in Erinnerung gebracht hat: Kirche ist keine Erfindung der Menschen sondern ein Projekt Gottes.

Man mag das dort mit den Briefschreibern relativieren, wo es um die Ausprägung von Leitungsstrukturen geht. Freilich reicht es für eine angemessene Kritik nicht aus zu monieren, die Ordnung der Kirche sei „vormodern“. Modern, unmodern, vormodern: das ist eine Nomenklatur, das sind Denkmodelle, die nicht nur mit der göttlichen Stiftung der Kirche nicht vereinbar sind, sondern auch von der 2000 Jahre währenden Geschichte der Kirche nicht gedeckt sind. „Stat crux dum volvitur orbis“, das Kreuz steht, während die Welt sich dreht, diese geschichtstheologische Einsicht lassen die Briefschreiber leider vermissen.


Gänzlich unhaltbar sind die Forderung dieser Leute, das Weiheamt für Frauen zu öffnen und einen „Neustart“ mit der Sexualmoral zu machen, vor allem mit einer von den Verfassern „verständig“ und „gerechten“ genannten Neubewertung der Homosexualität. Ansatzpunkt für all das ist für die Briefschreiber das Ärgernis des Kindesmissbrauchs durch Kleriker. Kardinal Brandmüller ist zunächst zuzustimmen, dass Kindesmissbrauch kein spezifisches Problem der katholischen Kirche, des dort eingeforderten Klerikerzölibates und der katholischen Sexualmoral ist. Diese schlimmen Fehlleistungen finden sich in allen sozialen Zusammenhängen, auch in der evangelischen Kirche mit deren durchweg verheirateten Religionsdienern und deren mehrheitlich sehr liberalen Sexualethik, natürlich auch außerhalb des kirchlichen Bereiches, in Sportorganisationen, Ausbildungsstätten, in der Arbeitswelt.

Was eine wohl im Sinne der Briefschreiber liberalere Bewertung der Homosexualität in der kirchlichen Ethik gegen Missbrauch von Kindern helfen soll, ist gänzlich unerschließbar. Nach aller Erfahrung der letzten Jahre gingen vielmehr das Verschweigen bewährter moralischer Forderungen das Verschweigen der ewigen Folgen nicht vergebener schwerer Schuld von Teufel und Hölle Hand in Hand mit der Explosion klerikalen Fehlverhaltens auf dem Feld des 6. Gebotes. Nicht Strukturen sind da ursächlich, sondern Geisteshaltungen, ein Verdunsten des Glaubens, der Verlust rechter Gottesfurcht zugunsten einer überbordenden Verlieblichung des Gottesbildes.

Was die Öffnung der Weiheämter für Frauen angeht, reicht es aus, gegen die Intentionen der Briefschreiben auf die verbindlichen Äußerungen von Papst Johannes Paul II. hinzuweisen. Danach sieht sich die Kirche von ihrem göttlichen Stifter nicht befugt, das Weiheamt auf Frauen auszudehnen. Wenn die Zweite Person des Dreifaltigen Gottes in der Person Jesu von Nazareth Mensch geworden ist, dass sehr konkret und nicht nur irgendwie und nicht fassbar. Jesus von Nazareth war ein Mann. Und wer ihn vor allem bei der unblutigen Erneuerung Seines Kreuzesopfers als „Ikone“ repräsentieren soll, muss demzufolge ein Mann sein. Das ist als Wille Gottes hin- und anzunehmen.

Wer damit hadert, soll die Mühe auf sich nehmen, sich Gott zu unterwerfen. Und ein Blick auf Maria wird dabei helfen. Sie war keine Apostolin, ist aber dennoch wie niemand sonst über alle erhoben: Als Königin der Apostel.

Das ewige Heil hängt nicht am Empfang einer Weihe. Im Gegenteil: Der Geweihte trägt nur mehr erhöhte Verantwortung vor Gott. Dessen sollte sich auch jeder Priester bewusst sein, der den Umsturz in der Kirche betreibt.

Bernhard Mihm ist Kuratoriumsmitglied des „Forums deutscher Katholiken“. Der langjährige Kommunalpolitiker war vor seinem Umzug nach Paderborn u.a. Fraktionsvorsitzender der CDU und Stadtverordnetenvorsteher im Frankfurter Stadtparlament gewesen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  3. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  6. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  7. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  8. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  9. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  10. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Vom Elend der Fürbitten
  11. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  12. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  13. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  14. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  15. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz