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Er, nicht wir

6. Jänner 2019 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
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Franziskus: Gott tritt nicht in das Rampenlicht der Welt, um sich zu offenbaren. Wir sind nicht die Sonne der Menschheit. Wir sind der Mond, der das wahre Licht widerstrahlt, den Herrn: er ist das Licht der Welt. Er, nicht wir. Die Predigt


Rom (kath.net) Das Fest der Erscheinung des Herrn feierte Papst Franziskus mit der traditionellen heiligen Messe in der Petersbasilika.

„Wir könnten denken: Es wäre besser gewesen, wenn der Stern Jesu in Rom über dem Palatin erschienen wäre, von dem aus Augustus die Welt regierte; das ganze Reich wäre sofort christlich geworden. Oder wenn er den Palast des Herodes erleuchtet hätte, dann hätte dieser Gutes statt Böses tun können. Aber das Licht Gottes kommt nicht zu dem, der durch eigenes Licht glänzt. Gott bietet sich an, er drängt sich nicht auf; er leuchtet, aber er blendet nicht.

Stets ist die Versuchung groß, das Licht Gottes mit den Lichtern der Welt zu verwechseln. Wie oft sind wir dem verlockenden Leuchten der Macht und des Rampenlichtes gefolgt in der Überzeugung, dem Evangelium einen guten Dienst zu tun! Aber so haben wir die Scheinwerfer auf die falsche Seite gerichtet, denn Gott war nicht dort. Sein mildes Licht strahlt in der demütigen Liebe. Wie viele Male schließlich haben wir als Kirche versucht, mit dem eigenen Licht zu scheinen! Aber wir sind nicht die Sonne der Menschheit. Wir sind der Mond, der, selbst mit seinem Schatten, das wahre Licht widerstrahlt, den Herrn: Er ist das Licht der Welt (vgl. Joh 9,5). Er, nicht wir.“

„Es genügt nicht, wie die Schriftgelehrten zu wissen, wo Jesus geboren ist, wenn wir nicht dieses Wo erreichen. Es genügt nicht, wie Herodes zu wissen, dass Jesus geboren ist, wenn wir nicht ihm begegnen. Wenn sein Wo unser Wo wird, sein Wann unser Wann, seine Person unser Leben, dann erfüllen sich die Prophezeiungen an uns. Dann wird Jesus in uns geboren und er wird der lebendige Gott für mich.

Heute sind wir eingeladen, die Weisen nachzuahmen. Sie diskutieren nicht, sondern gehen; sie bleiben nicht stehen, um zu schauen, sondern treten in das Haus Jesu ein; sie stellen sich nicht in den Mittelpunkt, sondern werfen sich vor ihm nieder, der die Mitte ist; sie versteifen sich nicht auf ihre Pläne, sondern stellen sich darauf ein, andere Wege zu gehen. In ihrem Tun zeigt sich eine enge Verbindung zum Herrn, eine radikale Öffnung auf ihn hin, eine tiefe Beteiligung in ihm. Mit ihm gebrauchen sie die Sprache der Liebe, dieselbe Sprache, die Jesus schon als Kind spricht. Denn die Weisen gehen nicht zum Herrn, um zu empfangen, sondern um zu geben. Fragen wir uns: Haben wir zu Weihnachten Jesus zu seinem Fest ein Geschenk gebracht oder haben wir nur untereinander Geschenke ausgetauscht?“.

„Wertvoll ist in den Augen Gottes die Barmherzigkeit gegenüber dem, der nichts zurückgeben kann, die Unentgeltlichkeit! In dieser zu Ende gehenden Weihnachtszeit lasst uns nicht die Gelegenheit verpassen, unserem König ein schönes Geschenk zu machen. Er ist für alle gekommen, nicht auf den prächtigen Bühnen der Welt, sondern in der strahlenden Armut von Betlehem. Wenn wir dies tun, wird sein Licht über uns leuchten.“


kath.net veröffentlicht die Predigt von Papst Franziskus zur heiligen Messe in der Petersbasilika am Hochfest der Erscheinung des Herrn:

Epiphanie: Dieses Wort deutet auf die Erscheinung des Herrn hin, der sich, wie der heilige Paulus in der zweiten Lesung (vgl. Eph 3,6) sagt, allen Völkern offenbart. Diese werden heute von den Weisen verkörpert. So enthüllt sich die wunderschöne Wirklichkeit Gottes, der für alle gekommen ist: jede Nation, jede Sprache und jedes Volk ist von ihn angenommen und geliebt. Symbol dafür ist das Licht, das alles erreicht und erleuchtet.

Nun, da sich unser Gott allen offenbart, überrascht es trotzdem, wie er sich offenbart. Im Evangelium wird von einem Hin und Her rund um dem Palast des Königs Herodes berichtet, gerade als Jesus als König vorgestellt wird: »Wo ist der neugeborene König der Juden?« (Mt 2,2), fragen die Weisen. Sie werden ihn finden, aber nicht dort, wo sie gedacht hatten: nicht im königlichen Palast in Jerusalem, sondern in einer bescheidenen Wohnstätte in Betlehem. Dasselbe Paradox hat sich auch zu Weihnachten gezeigt, als das Evangelium von der Volkszählung auf dem ganzen Erdkreis zur Zeit Kaiser Augustus’ und des Statthalters Quirinius (vgl. Lk 2,2) berichtete.

Doch keiner der Mächtigen damals war sich bewusst, dass der Herr der Geschichte zu ihrer Zeit geboren wurde. Und als Jesus nach seinem Vorläufer Johannes dem Täufer mit etwa dreißig Jahren öffentlich auftritt, bietet das Evangelium eine weitere feierliche Darstellung des Kontextes in Form einer Aufzählung aller damaligen „Großen“ der weltlichen und geistlichen Macht: Kaiser Tiberius, Pontius Pilatus, Herodes, Philippus, Lysanias sowie die Hohepriester Hannas und Kajaphas. Und am Schluss heißt es: »Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes« (Lk 3,2). Es erging also nicht an einen der Großen, sondern an einen Menschen, der sich in die Wüste zurückgezogen hatte. Das ist die Überraschung: Gott tritt nicht in das Rampenlicht der Welt, um sich zu offenbaren.

Beim Hören dieser Liste berühmter Persönlichkeiten könnte die Versuchung aufkommen, die „Scheinwerfer auf sie zu richten“. Wir könnten denken: Es wäre besser gewesen, wenn der Stern Jesu in Rom über dem Palatin erschienen wäre, von dem aus Augustus die Welt regierte; das ganze Reich wäre sofort christlich geworden. Oder wenn er den Palast des Herodes erleuchtet hätte, dann hätte dieser Gutes statt Böses tun können. Aber das Licht Gottes kommt nicht zu dem, der durch eigenes Licht glänzt. Gott bietet sich an, er drängt sich nicht auf; er leuchtet, aber er blendet nicht.

Stets ist die Versuchung groß, das Licht Gottes mit den Lichtern der Welt zu verwechseln. Wie oft sind wir dem verlockenden Leuchten der Macht und des Rampenlichtes gefolgt in der Überzeugung, dem Evangelium einen guten Dienst zu tun! Aber so haben wir die Scheinwerfer auf die falsche Seite gerichtet, denn Gott war nicht dort. Sein mildes Licht strahlt in der demütigen Liebe. Wie viele Male schließlich haben wir als Kirche versucht, mit dem eigenen Licht zu scheinen! Aber wir sind nicht die Sonne der Menschheit. Wir sind der Mond, der, selbst mit seinem Schatten, das wahre Licht widerstrahlt, den Herrn: Er ist das Licht der Welt (vgl. Joh 9,5). Er, nicht wir.

Das Licht Gottes kommt zu dem, der es aufnimmt. Jesaja weist uns in der ersten Lesung darauf hin, dass das göttliche Licht die Finsternis und das Dunkel nicht daran hindert, die Erde zu bedecken (vgl. 60,2), sondern in demjenigen leuchtet, der bereit ist, es aufzunehmen. Darum spricht der Prophet eine Einladung aus, die jeden aufruft: »Steh auf, werde licht« (60,1). Es ist nötig aufzustehen, das heißt sich aus der eigenen sitzenden Lebensweise zu erheben und sich bereit zu machen zu gehen. Andernfalls bleibt man stehen wie die von Herodes befragten Schriftgelehrten, die wohl wussten, wo der Messias geboren wurde, sich aber nicht in Bewegung setzten.

Und dann ist es nötig, sich mit Gott zu bekleiden, der das Licht ist, jeden Tag, bis Jesus unser alltägliches Gewand wird. Um aber das Gewand Gottes anzuziehen, das einfach ist wie das Licht, muss man zuerst die eigenen prunkvollen Kleider ablegen. Andernfalls handelt man wie Herodes, der den irdischen Glanz des Erfolges und der Macht dem göttlichen Licht vorgezogen hat.

Die Weisen hingegen verwirklichen die Prophezeiung, sie stehen auf, um Licht zu werden. Nur sie sehen den Stern am Himmel: nicht die Schriftgelehrten, nicht Herodes, niemand in Jerusalem. Um Jesus zu finden, muss man eine andere Route festlegen, einen alternativen Weg gehen, seinen Weg, den Weg der demütigen Liebe. Und man muss auf ihm bleiben. Denn das heutige Evangelium schließt damit ab, dass die Weisen nach ihrer Begegnung mit Jesus »auf einem anderen Weg heim in ihr Land« zogen (Mt 2,12). Ein anderer Weg, der sich von dem des Herodes unterscheidet. Einen von der Welt verschiedenen Weg, wie ihn die gegangen sind, die zu Weihnachten bei Jesus sind: Maria und Josef, die Hirten. Wie die Weisen haben sie ihre Wohnstätten verlassen und wurden zu Pilgern auf den Wegen Gottes. Nur wer die eigene Anhänglichkeit an die Welt verlässt, um sich auf den Weg zu machen, findet das Geheimnis Gottes.

Das gilt auch für uns. Es genügt nicht, wie die Schriftgelehrten zu wissen, wo Jesus geboren ist, wenn wir nicht dieses Wo erreichen. Es genügt nicht, wie Herodes zu wissen, dass Jesus geboren ist, wenn wir nicht ihm begegnen. Wenn sein Wo unser Wo wird, sein Wann unser Wann, seine Person unser Leben, dann erfüllen sich die Prophezeiungen an uns. Dann wird Jesus in uns geboren und er wird der lebendige Gott für mich.

Heute sind wir eingeladen, die Weisen nachzuahmen. Sie diskutieren nicht, sondern gehen; sie bleiben nicht stehen, um zu schauen, sondern treten in das Haus Jesu ein; sie stellen sich nicht in den Mittelpunkt, sondern werfen sich vor ihm nieder, der die Mitte ist; sie versteifen sich nicht auf ihre Pläne, sondern stellen sich darauf ein, andere Wege zu gehen. In ihrem Tun zeigt sich eine enge Verbindung zum Herrn, eine radikale Öffnung auf ihn hin, eine tiefe Beteiligung in ihm. Mit ihm gebrauchen sie die Sprache der Liebe, dieselbe Sprache, die Jesus schon als Kind spricht. Denn die Weisen gehen nicht zum Herrn, um zu empfangen, sondern um zu geben. Fragen wir uns: Haben wir zu Weihnachten Jesus zu seinem Fest ein Geschenk gebracht oder haben wir nur untereinander Geschenke ausgetauscht?

Wenn wir mit leeren Händen zum Herrn gekommen sind, können wir es heute wiedergutmachen. Das Evangelium zählt nämlich sozusagen eine kleine Geschenkliste auf: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Das Gold, das als das kostbarste Element gilt, erinnert daran, dass Gott der erste Platz gegeben werden muss. Er muss angebetet werden. Um aber dies zu tun, muss man selber auf den ersten Platz verzichten, sich für bedürftig halten und nicht meinen, sich selbst zu genügen.

Dann ist da der Weihrauch, der die Beziehung zum Herrn symbolisiert, das Gebet, das wie ein Räucheropfer zu Gott aufsteigt (vgl. Ps 141,2). Wie aber der Weihrauch verbrannt werden muss, damit er duftet, so muss man für das Gebet ein wenig Zeit „verbrennen“, sie für den Herrn aufwenden. Und man muss es wirklich tun, nicht bloß sagen.

In Bezug auf das Tun ist da die Myrrhe, eine Salbe, die verwendet werden wird, um nach der Kreuzabnahme den Leichnam des Herrn liebevoll einzuwickeln (vgl. Joh 19,39).

Der Herr möchte, dass wir uns um die vom Leiden mitgenommenen Körper kümmern, um die schwächsten Glieder seines Leibes, um den, der auf der Strecke geblieben ist, um den, der nur empfangen kann, ohne etwas materiell zurückgeben zu können. Wertvoll ist in den Augen Gottes die Barmherzigkeit gegenüber dem, der nichts zurückgeben kann, die Unentgeltlichkeit!

In dieser zu Ende gehenden Weihnachtszeit lasst uns nicht die Gelegenheit verpassen, unserem König ein schönes Geschenk zu machen. Er ist für alle gekommen, nicht auf den prächtigen Bühnen der Welt, sondern in der strahlenden Armut von Betlehem. Wenn wir dies tun, wird sein Licht über uns leuchten.



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Lesermeinungen

 Montfort 7. Jänner 2019 

Danke, Heiliger Vater!

"'Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt' (vgl. Mt 5,13-16). AUCH WIR SOLLEN Salz und LICHT SEIN. Wir erkennen diese Eigenschaften durch das Wirken des Heiligen Geistes. So wie Salz für die Speisen und Licht für das Leben unentbehrlich sind und ihnen eine neue Qualität verleihen, so schenkt die Salbung des Heiligen Geistes im Sakrament der Firmung die Kraft von oben und macht den Gefirmten gleichsam zu einem 'Christus', d.h. übersetzt zu einem 'Gesalbten'." (Generalaudienz, 28. Mai 2018)

Der Heilige Geist hat den Heiligen Vater, Papst Franziskus - oder einen seiner "Ghostwriter", die er offiziell hat - ja auch zu dieser Katechese inspiriert! Gott sei Dank!


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 Kirchental 7. Jänner 2019 

@Familienvater

Natürlich muss ich eine Aussage immer zusammen mit der Person werten, die diese tätigt. Weil verschiedene Ansichten verschiedene Ausdrücke völlig unterschiedlich benutzen.

Wenn Kardinal Müller von Ehe spricht, meint er etwas ganz anderes, als wenn Katrin Göring-Eckert das gleiche Wort verwendet.

Und deshalb schwingt zB bei Barmherzigkeit in einer Predigt von PF anderes mit als in einer Predigt von JPII. Und darum kann ich diese Predigt nicht mehr so unvoreingenommen lesen, wie zu Beginn seines Pontifikats. Seither haben wir einfach zuviel von ihm gehört.

Im übrigen finde ich es geradezu grotesk, dass Sie glauben, den Papst zu schützen, indem Sie ihm unkontrolliertes Geplapper attestieren. Sie haben damit zwar leider recht - aber ich persönlich halte das für einen Mann dieses Amtes eher für ein Armutszeugnis, und keinesfalls für eine Entlastung!


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 Phil2 7. Jänner 2019 
 

@Rolando und @Familienvater

Es ist schön, hier auch noch andere Stimmen zu hören, als die immer gleichen Verrisse unter jedem Beitrag zu Predigten und Ansprachen des Papstes.
Da hat die 2000jährige Kirchengeschichte kein Amt eines päpstlichen Predigtbewerters hervorgebracht und doch finden sich hier immer sofort die neuesten Urteile, fehlt nur noch ein vereinheitlichtes Benotungssystem. Oder man könnte es wie bei den sozialen Medien machen, gibt Daumen rauf und Daumen runter, und wenn zu vielen eine Predigt nicht gefällt, wird sie gelöscht. Dann gäbe sich der Heilige Vater bestimmt mehr Mühe!


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 Bernhard Joseph 7. Jänner 2019 
 

@Familienvater / Es geht nicht um unbedeutende Irritationen durch sprachliche Lappalien

Zum einen unterstellen Sie Papst Franziskus, er wüsste nicht genau, was er sagt. Diese Einschätzung muss man nicht teilen. Nach meiner Einschätzung weiß er sehr genau, dass er die katholische Lehre sprachlich relativiert. Zum anderen lässt schon Ihre Aussage, dass der Papst durch die Befreiungs"theologie" beeinflusst sei, die Frage offen, wie weit dieser Einfluss geht und wie sie mit Ihrer Behauptung der 100% katholischen Aussagen des Papstes übereinstimmt.

Ein weiterer Aspekt bei der Betrachtung der Predigten des Papstes muss doch auch das reale Handeln des Papstes sein. Stehen das Handeln und Inhalte der Predigten des Papstes in einem eklatanten Widerspruch, hilft auch das beste Wohlwollen nicht, dann muss man dies einfach nüchtern beurteilen.

Gerade die Diskrepanz von Handlung und vorgegebenen Anspruch weckt doch das Misstrauen vieler im katholischen Glauben verankerter Katholiken.

Wo Handlung und Verkündigung auseinanderfallen, da kann nichts Gutes entstehen - siehe Mt 7,16.


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 Veritatis Splendor 7. Jänner 2019 

umgekehrte Hermeneutik

Sehr guter Hinweis, @Familienvater:

Missverständliche Aussagen im Licht der klaren verstehen lernen und den wahren Kern bzw. roten Faden des Hl. Geistes auch in diesem Pontifikat erfassen :-)


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 Familienvater 7. Jänner 2019 
 

@Bernhard Joseph

Lieber @Bernhard Joseph, Sie haben natürlich recht - die Interpretation (je)der Predigt (eines jeden Textes) hängt vom Vorverständnis und von der angewandten Hermeneutik ab (ob man die Predigt eigenständig liest, oder im Kontext anderer Aussagen etc.). Es dürfte mittlerweile bekannt sein, dass Papst Franziskus manchmal etwas zu schnell redet und dass ihn seine Beinflussung durch die Befreiungstheologie ab und zu zu Einseitigkeiten verleitet. Um so mehr sollte man aber hinhören, wenn er eine Predigt wie diese hält, die frei von Einseitigkeiten ist. Und übrigens, wenn man schon "kontextuelle Hermeneutik" betreiben möchte, sollte man sie auch umgekehrt anwenden: D.h. man sollte all jene Aussagen des Papstes, die einen ab und zu irritieren und einem etwas einseitig bzw. potentiell irreführend vorkommen, im Lichte der (absolut überwiegenden!!!) 100% katholischen Aussagen lesen. Also wenn schon "kontextuelle Hermeneutik", dann aber eher eine wohwollende.


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 Kurti 7. Jänner 2019 
 

Wer die Denkweise des Papstes inzwischen kennt, der kann

durchaus zu Annahmen kommen, die hier in Forum von einigen ausgedrückt werden. Der Papst ist eben von seiner ganzen psychischen Struktur her gesehen, eher ein Ideologe als ein klarer geistlicher Denker oder ein Intellektueller mit geistlichem oder philosophischem Einschlag. Er bleibt sich eben treu und wird sich in dem Alter auch nicht mehr ändern. Insofern werden wir noch manche Predigt erlebt (ich rede hier nicht von dieser hier, die man so oder anders sehen kann), die gewaltig am Bibeltext vorbei geht oder diesen wenig berührt. Jeder bringt eben und das kann man bei anderen Christen, auch Evangelischen oder Freikirchlern erleben, seine geistliche Erkenntnis und Erfahrung auch in die Bibelexegesen ein. Bei manchen eht das bin zur Lächerlichkeit.


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 Paddel 7. Jänner 2019 

Diskutieren nicht sonder gehen

Familiensynode, Jugendsynode, Mißbrauchstreffen im Februar usw. usw.
Da wird diskutiert und diskutiert, aber wo sind die Taten?
PJPII initierte die Weltjugendtage und Weltfamilientreffen...

Ach ja, bei Personalentscheidungen, da wird nicht diskutiert.


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 Veritatis Splendor 7. Jänner 2019 

Schönheit

...es ist dieser unaufdringliche Glanz und Wohlgeruch, den große Heilige ausstrahlen und sie so überaus anziehend machen:

"Sein mildes Licht strahlt in der demütigen Liebe"

Es ist gewiss ein großer Schmerz für unseren Hl. Vater, dass er selten verstanden wird (oftmals auch nicht von mir :-).

Diese Predigt ist jedenfalls eine Perle für mich.


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 Bernhard Joseph 7. Jänner 2019 
 

Man sieht an diesem kleinen Disput über diese Predigt des Papstes,

dass jede Rezeption ein bestimmtes Vorverständnis in sich trägt.

Sieht man die Predigt im Kontext diverser anderer Predigten und Aussagen des Papstes, so kommt man zu gänzlich anderen Wertungen, als derjenige, der die Predigt isoliert von diesen Bezügen liest.

Das berühmte "Haar in der Suppe" liegt also weniger im isolierten Text, sondern im Gesamtkontext aller Predigten und der darin sich ausdrückenden Intention des Predigenden.

Papst Franziskus versteht unter Barmherzigkeit etwas anderes, wie Papst Johannes Paul II. es getan hat oder Papst Benedikt XVI.

Vor dem Hintergrund seiner früheren Predigten und theologischen Aussagen, darf, ja muss man durchaus eine Predigt auch in dem Sinne auffassen, in dem sie vom Verfasser verstanden werden will.

Es ist bei Predigten wie bei jedem Bibeltext. Je nach Standpunkt des Betrachters des Textes und seinem Vorwissen, kann die Textaussage bis ins gänzlich Konträre gehen, insbesondere wenn die Textstelle isoliert wird.


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 Montfort 7. Jänner 2019 

@Rolando, @Familienvater et al. - Die einen finden (leider) das "Haar in der Suppe",

die anderen meinen "Haarspalterei" betreiben zu können oder den anderen weiß zu machen, dass das, was auf der Zunge den Geschmack stört, doch gar kein "Haar" sei.

Als "Suppe" würde ich - in Gegensatz zu Ihnen - die Predigten von Papst Franziskus lieber nicht bezeichnen, doch wenn Sie es tun, scheint es, dass Sie ihm helfen wollen, "die Suppe auszulöffeln", die er "eingebrockt" hat.

Mir ist es auch in Zukunft wichtig, die Worte des Papstes nicht als "ausschließende Zensur" für die Worte Jesu im Evangelium anzuwenden - die gelten nämlich mehr als die Worte des Papstes, der ja sein Licht auch nicht aus sich selbst hat, aber hoffentlich nicht nur äußeren Glanz als Widerschein aufzuweisen hat.

Herr Jesus, wir bitten für Papst Franziskus um Deinen Heiligen Geist!


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 lesa 7. Jänner 2019 

Schlafen Sie gut!

@[email protected]: Man kann, wie immer, aus dieser Papstpredigt, auch gute Anregungen bekommen. Papst Franziskus hat schon was zu sagen. Z. B. die schöne Neujahrspredigt über die Mutter Gottes!
@wedlerg und @montfort suchen nicht das Haar in der Suppe. Das ist eine Unterstellung. Sobald es ihnen möglich ist, loben sie den Papst. Es geht ihnen um die ungekürzte Verkündigung. Wie bequem haben es Leute, die "Fünfe grad sein lassen können", weil sie "Fünfe" gar nicht registrieren. Buona notte!


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 Stephaninus 7. Jänner 2019 
 

@Rolando

stimme Ihnen zu. Hätte JP II. das gesagt, wäre alles wohl kein Problem. Aber manche suchen bei diesem Papst akribisch nach negativen Interpretationsmöglichkeiten. Das ist für mich keine katholische Haltung.


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 Familienvater 7. Jänner 2019 
 

Bitte die Predigt nicht verdrehen

Doch, Diadochus,Ronaldo hat leider völlig recht. Wedlberg und Montfort suchen nur das sprichwörtliche Haar in der Suppe. Was bitte ist an dieser schönen Predigt falsch oder zu wenig katholisch? Der Papst deutet das Gold, den Weihrauch und die Myrrhe symbolisch als, erstens: dass Gott der erste Platz und Anbetung gebühren (Gold), zweitens: als Gebet (Weihrauch), und erst drittens: als Dienst an den Armen (Myrrhe). Wo sehen Sie, Wedlberg, da bitte eine einseitige Überbetonung des Dienstes an den Armen? Und weiter: Der Papst verwendet das Jahrtausende alte Sinnbild des Mondes und der Sonne um uns daran zu erinnern, dass Christen und die Kirche nicht aus sich selbst, sondern nur durch den Herrn leuchten. Warum sehen Sie, werter Montfort, sich genötigt, sofort den Zeigefinger zu heben und das Johannesevangelium zu zitieren, dass auch Christen "Licht" sind. Ein wenig mehr demütiges Hinhören auf das, was der Hl. Vater uns sagen möchte, würde nicht schaden.


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 Diadochus 7. Jänner 2019 
 

@Rolando

Katholiken suchen nicht das Haar in der Suppe in den Predigten. Es sind grobe Verzerrungen. Sie gehören richtig gestellt. Außenstehende haben nicht das Hintergrundwissen. Sie glauben, was sie hören. Was sie hören, ist ein Zerrbild. Gerade von einem Papst sollten sie die reine Lehre vernehmen können. Was sie hören sind Verflachungen und Verzerrungen. @wedlerg hat das sehr schön entzerrt.


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 Diadochus 7. Jänner 2019 
 

@Rolan


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 Rolando 7. Jänner 2019 
 

Es ist ein Jammer

Wenn Katholiken in der Predigt ihres Papstes das Haar in der Suppe suchen. Ich habe kein Problem mit der Predigt. Hätte der Papst die gleiche Predigt an Weihnachten seines ersten Jahres seines Pontifikates gehalten, wäre es ok. gewesen, doch das ständige negative Gerede über ihn führt nicht mehr zum hören, sondern zum negativen Suchen. Das ist nicht gut. Was sollen Außenstehende denken, wenn sie auf Kathnet die negative Beurteilung der Predigt des Papsts durch eigene Gläubige lesen?


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 Rosenzweig 6. Jänner 2019 

DANKE!– werter @Montfort ..

-
für Ihre wertvolle schriftgetreue Richtigstellung der Papstworte betr. des Mondes bzw. der Sonne..!
Und dies einfach u. schlicht, ohne ergänzendes Urteilen.
Das kann man dankb. nachvollziehen.

Wunderbar– so hatte ich Sie vor zwei /drei Jahren hier im Form kennen und schätzen gelernt..!

Ihnen noch einen gesegt. Festtag Abend wünschend– Ch.-M.Hpt- (Rosenzweig)


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 Montfort 6. Jänner 2019 

Heiliger Vater, Papst Franziskus, darf ich Sie daran erinnern,...

dass der, der im Johannesprolog "das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet" (Joh 1,9) genannt wird und von sich selbst sagt: "Ich bin das Licht der Welt" (Joh 8,12; 9,5; 12,46), auch der ist, der uns zusagt und aufträgt: "Ihr seid das Licht der Welt!" (Mt 5,14), und dass der hl. Apostel Paulus uns auffordert, "Lichter" zu sein: "Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!" (Phil 2,15)?!

Der Mond wird nur von AUSSEN beleuchtet - wir Christen sollen von INNEN heraus leuchten, weil wir Christus in uns Raum geben und tragen sollen, der unser Licht und Leben ist.


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 wedlerg 6. Jänner 2019 
 

völlige Themaverfehlung -3-

Wenn man so will dann pilgern die Weisen in der Tat. Aber dieses Pilgern ist kein Sozialpolitisches Tun, sondern die Weisen pilgern, sind innerlich unterwegs "zum wahren König der Welt und zu seiner Verheißung der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Liebe" (Benedikt). Bei PF fallen Wahrheit und Gerechtigkeit in der Regelunter den Tisch und die Liebe wird zur materiellen Barmherzigkeit.


Fazit: Das Evangelium des Tages ist keine Spielwiese, aus der man ableiten kann, was einem passt, sondern ableiten soll, was gemeint ist.


Und der Fairness halber: Natürlich ist der Herr das Licht und wir nur ein matter Abglanz und oft nicht einmal das. Wer es aber mit der Anbetung ernst meint, der muss auch alle anderen Christen gelten lassen, die Anbeten wollen - wie die Weisen - aber keine Reduktion auf befreiungstheolgische Thesen wünschen. Und wer Gott liebt und deshalb den Menschen helfen will, muss den ganzen Menschen sehen, nicht nur den Proletarier.


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 wedlerg 6. Jänner 2019 
 

Völlige Themaverfehlung -2-

Dass die Weisen nicht diskutieren, erschließt sich mir nicht. Indes ist klar, dass sie stehen geblieben sind, um zu schauen - denn ohne Beobachtung und Nachdenken (statt voreiligem Tun) hätten sie den Weg nicht gefunden.

Außer der Anbetung ist auch nichts überliefert, dass sie "andere Wege" gehen wollten. Sie huldigen, weil sie verstanden haben. "Die Weisen hielten Ausschau nach dem Größeren. Es waren wohl gelehrte Männer, die vieles von den Gestirnen wußten und wohl auch über philosophische Bildung verfügten." sagte Benedikt XVI. 2013 in seiner Predigt.

Der "andere Weg nach Hause" war einzig der Rettung des Kindes vor Herodes geschuldet.


Zu den Geschenken fällt PF natürlich auch nichts ein - außer Armenseelsorge. Aber darum geht es hier nicht primär. Wer Gold schenkt, bringt keine Almosen.


Es geht heute nicht um Barmherzigkeit, sondern um die Größe Gottes, die in der Welt erkannt wird. Und die Schriftgelehrten wussten eben nicht WANN der Messias kommen sollte.


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 wedlerg 6. Jänner 2019 
 

Völlige Themaverfehlung

Es ist ein echtes Kreuz mit diesen Papst-Predigten. Neben einigen Gedanken, sind sie immer geprägt von Ideologie und Verfälschungen.

Die Weisen haben ihre prunkvollen Kleider nicht abgelegt. Jedenfalls steht davon nichts in der Bibel. Und Herodes war nicht deshalb bösartig, weil er nicht arm war, sondern weil er ein Despot ohne Moral und Gewissen war.

In der Tat: Nur die Weisen sehen den Stern am Himmel: nicht die Schriftgelehrten, nicht Herodes, niemand in Jerusalem. Aber das ist kein Weg der armen Kirche, sondern ein Weg der Vernunft bzw. der Weisheit. Wenn man so will haben die Weisen als Nicht-Juden (also Ungläubigen) eine andere Erkenntnisquelle nutzen können, um die Geburt des Gottes Sohnes zu erkennen. Hier geht es nicht um alternative Lebensweisen, sondern um die Erkennung Gottes anhand seiner wunderbaren Werke (hier des Sternes).

Und Maria und Josef pilgern nicht, sie erfüllen eine lästige staatliche Pflicht.


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