Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Wir machen da was mit Medien
  10. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  11. „Wir werden erwartet“
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Wusste Vatikan seit 1943 vom Missbrauch des Legionärsgründers Maciel?

3. Jänner 2019 in Chronik, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Bráz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation: dem Vatikan lagen bereits seit 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel Degollado vor


Vatikan (kath.net) Kardinal João Bráz de Aviz, Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, erklärte, dass der Vatikan bereits seit 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi, Marcial Maciel Degollado, vorliegen hatte. Der brasilianische Kardinal erläuterte gegenüber dem spanischen katholischen Online-Magazin Vida Nueva, dass „diejenigen, die das vertuscht haben, eine Mafia waren, sie waren nicht die Kirche“. Darüber berichtete der britische Vatikanist Edward Pentin im „National Catholic Register“. Kardinal Bráz de Aviz betonte weiter, dass seine Kongregation nicht mit einer solchen Vertuschung zu tun gehabt hätte.


Pentin berichtete weiter über einen Artikel der spanischen Zeitung „El Pais“ aus dem Jahr 2006, wonach gegen Maciel in den Jahren 1956-1959 im Auftrag von Kardinal Alfredo Ottaviani wegen mutmaßlichem sexuellen Missbrauch ermittelt wurde, 13 Jahre nach den ersten von Kardinal Braz de Aviz genannten Berichten. Während dieser vier Jahre war Maciel als Generaloberer der Legion suspendiert worden. Allerdings brachten die Ermittlungen keine Ergebnisse, Maciel kehrte wieder nach Rom und in seine Verantwortlichkeiten zurück und konnte seine Macht weiter ausbauen.

In seinem jüngsten Interview bestand Kardinal Bráz de Aviz nach weiteren Angaben von Pentin darauf, dass die Kirche sofort auf Missbrauchsvorwürfe reagieren müsse: „wir müssen auf die Opfer schauen und nicht auf die Täter, das erwartet der Papst von uns. Der Schmerz derer, die unter diesen Misshandlungen leiden, ist enorm und wir können das nicht übergehen. Wir können das nicht vertuschen".

Allgemein habe er den Eindruck, dass „die Missbrauchsvorwürfe zunehmen werden, weil wir erst am Anfang stehen. Wir haben 70 Jahre lang vertuscht, und das war ein großer Fehler“. Er wies weiter darauf hin, dass aus dieser kirchlich „schwierigen Zeit“ die Kirche „kleiner, aber korrekter“ werden könne. Die aktuelle Krise „zeigt, dass viele Dinge in der Vergangenheit falsch waren“.

Der 2008 verstorbene Maciel Degollado hatte 1941 die Legionäre Christi gegründet. 2006 wurde Maciel vom Vatikan zu einem zurückgezogenen Leben in Buße aufgefordert. 2009 wurde auf Anordnung von Papst Benedikt XVI. eine apostolische Visitation der Kongregation durchgeführt, nachdem man herausgefunden hatte, dass Maciel ein Doppelleben geführt hatte. Maciel hatte drei Kinder mit zwei verschiedenen Frauen und missbrauchte Minderjährige und Seminaristen sexuell. Außerdem hatte er Geld unterschlagen. Einige der Vorwürfe gingen auf die 1940er Jahre zurück.

Die Legionäre Christi und ihre Laienbewegung haben seither ihre Statuten gründlich revidiert. Weggefallen ist z.B. das Gelübde, das Kritik an den Ordensvorgesetzten verbot. Der Ordensgründer und seine Schriften gelten auch ordensintern nicht mehr als zitierfähig.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  3. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  4. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  5. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  6. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  7. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  8. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  9. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  12. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  13. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  14. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  15. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz