23 Dezember 2018, 09:30
Lütz für eine staatliche Missbrauchs-Untersuchung
 
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Der Bestseller-Autor hat nochmals Kritik an der Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Deutschland geübt und Konsequenzen gefordert. "Es ist in Teilen der schlechteste wissenschaftliche Text, den ich je gelesen habe."

Rom (kath.net)
Der Bestseller-Autor, Psychiater und Theologe Manfred Lütz hat in einem Gespräch mit "Vatikan News" seine Kritik an der Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Deutschland erneuert und Konsequenzen gefordert. „Es ist in Teilen der schlechteste wissenschaftliche Text, den ich je gelesen habe.“ Lütz, der auch Mitglied im Päpstlichen Dikasterium für Familie und Laien ist, meinte, dass fünf der sieben Teile der Studie "völlig schiefgegangen " seien. "Ich bin inzwischen der Meinung, es wäre tatsächlich besser, es würde eine staatliche Untersuchung stattfinden, ähnlich wie in Australien: Objektiv, auf gutem, wissenschaftlichem Niveau, auch transparenter." Laut Lütz klagten Opfer darüber, dass jetzt wieder dauernd über Zölibat, Frauenpriestertum und diese üblichen Kirchenthemen geredet werde. „Davon haben die Opfer nichts!“

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Inziwschen gäbe es laut Lütz aber auch eine "zweite Opfergruppe", dies seien die "unschuldig Beschuldigten". "Das ist auch ganz schrecklich für diese Menschen. Man müsste die Aussagepsychologie bei unklaren Beschuldigungen einbeziehen.“ Lütz fordert dann, dass man wirklich mehr die Wissenschaft einbeziehen müsse, um den Umgang mit diesen Fällen zu professionalisieren. Laut Lütz habe Professor (Hans-Ludwig) Kröber in der Herder-Korrespondenz einen sehr guten Artikel darübergeschrieben. Darin werfe er der Studie vor, mehr kirchenpolitische Ziele im Auge zu haben als wissenschaftliche.

Für Lütz sei auch klar, dass ab dem Jahr 2002, ab dem Jahr, wo es die Leitlinien der Bischofskonferenz gegeben hat, jeder Bischof, der noch einen Täter versetzt hat, ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen, grob fahrlässig handelte. "Und ich finde, so jemand müsste eigentlich zurücktreten!" Er frage sich, warum so etwas eigentlich nicht geschehen sei.

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