08 Dezember 2018, 12:13
‚Siehe, hier bin ich!’
 
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Franziskus: ‚hier bin ich’ ist das Schlüsselwort, das schöne Gebet, Ausdruck des Gottvertrauens. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Das heutige Wort Gottes, so Papst Franziskus in seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet, biete uns eine Alternative. In der ersten Lesung gebe es den Menschen, der ursprünglich „Nein“ zu Gott sage, im Evangelium Maria, die bei der Verkündigung „Ja“ sage.

In beiden Lesungen suche Gott den Menschen. Im ersten Fall gehe er zu Adam und frage ihn nach der Sünde: „Wo bist du?“ (Gen 3,9), und er antworte: „Ich habe mich versteckt“(vgl. V. 10). Im zweiten Fall gehe er zu Maria ohne Sünde, die antworte: „ Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ (Lk 1,38). „Siehe, hier bin ich“ sei also das Gegenteil von „ich habe mich versteckt“.

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„Siehe, hier bin ich“ sei das Schlüsselwort des Lebens. Es stelle den Übergang von einem horizontalen Leben dar, das auf sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse ausgerichtet sei, zu einem vertikalen Leben, das auf Gott hin entworfen sei. „Hier bin ich“ heiße, dem Herrn zur Verfügung zu stehen, es sei dies die Heilung für den Egoismus, das Gegenmittel für ein unbefriedigtes Leben, dem immer etwas fehle. „Hier bin ich“ sei das Mittel gegen das Altern der Sünde, es sei die Therapie, um jung zu bleiben. „Hier bin ich“ bedeute glauben, dass Gott mehr zähle als mein „Ich“. Es heiße, sich zu entscheiden, auf den Herrn zu setzen, fügsam gegenüber seinen Überraschungen. Deshalb sei „Hier bin ich“ der größte Lobpreis, den wir ihm anbieten könnten. Daher sollte so jeder Tag begonnen werden.

Maria füge hinzu: „mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Sie sage nicht: „mir geschehe, wie ich es gesagt habe“, sondern „wie du“. Sie schränke Gott nicht ein. Maria liebe den Herrn nicht, wenn es ihr passe. Sie lebe in allen Belangen im Vertrauen auf Gott. Hier sei das Geheimnis des Lebens. Der Herr aber leide, wenn wir ihm wie Adam antworteten: „Ich habe Angst und ich bin verborgen“.

Gott sei der Vater, der zärtlichste der Väter, und wünsche das Vertrauen seiner Kinder. Wie oft dagegen glaubten wir, er könne uns Beweise schicken, uns die Freiheit nehmen, uns verlassen. Doch dies sei eine große Täuschung, es sei die Versuchung der Ursprünge, die Versuchung des Teufels. Heute betrachteten wir die Schönheit Marias ohne Sünde, immer fügsam und transparent für Gott.

Dies bedeute nicht, dass das Leben für sie leicht gewesen sei. Bei Gott zu sein, löse Probleme nicht auf magische Weise. Die Schlussfolgerung des heutigen Evangeliums erinnert daran: „Der Engel verließ sie“ (V. 38): ein starkes Wort.

Der Engel lasse die Jungfrau in einer schwierigen Situation alleine. Sie habe gewusst, wie sie Mutter Gottes werden würde, aber der Engel habe es den anderen nicht erklärt. Und „die Probleme begannen sofort“. Doch Maria „vertraut Gott angesichts der Probleme“. Sie sei vom Engel verlassen worden, aber sie glaube, dass Gott mit ihr, in ihr geblieben sei, und sie habe Vertrauen. Sie sei sich sicher, dass mit dem Herrn alles in Ordnung sein werde, auch wenn es auf unerwartete Weise geschehe. Das sei die weise Haltung: nicht abhängig von den Problemen zu leben, sondern im Vertrauen auf Gott und sich ihm jeden Tag anzuvertrauen: „Siehe, hier bin ich!“.



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