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Sind Mädchen in Kleidern und mit Zöpfen potenziell "völkisch"?

30. November 2018 in Deutschland, 38 Lesermeinungen
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Deutsche "Schnüffel-Fibel" der umstrittenen Amadeu-Antonio-Stiftung mit Unterstützung von Steuergeldern und der deutschen Familienministerin Giffey sorgt für Aufregung


Berlin (kath.net)
"Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert." So sollen laut einer neuen deutschen "Schnüffel-Fibel" Kinder aus vermeintlichen rechtspopulistischen Bewegungen schon frühzeitig im Kindergarten aufgespürt werden. Besonders brisant: Die Fibel wird von der Amadeu-Antonio-Stiftung herausgegeben, das Grußwort schrieb die deutsche Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Wörtlich schreibt die Ministerin: "Wir erleben (...) einen deutlichen Anstieg rechtspopulistischer Bewegungen." Deshalb sei es „wichtig, die frühkindliche Bildung demokratisch zu gestalten (...).“

In der Broschüre wird auch erklärt, was man dann tun müsse: "Die Eltern zum persönlichen Gespräch in die Kita einladen". Dort soll den Eltern erklärt werden, wie „autoritäre und geschlechterstereotype Erziehungsstile die vielfältigen Möglichkeiten von Kindern einschränken (...)."


Auch sollen laut der Broschüre bei Eltern, die sich Sorgen machen, weil Flüchtlingskinder in die Klasse der eigenen Kinder aufgenommen werden und sich fürchten, dass das Bildungsniveau dadurch sinken könne, eine Aussprache empfohlen. Wörtlich heißt es: "Diese Sorgen sind unbegründet." Das wisse man dank der Forschung der „Migrationspädagogik“.

CDU-Innenpolitiker Christoph Bernstiel zeigt sich in der "Bild" schockiert: "Ich finde es unfassbar, dass eine mit Steuergeld finanzierte Broschüre junge Mädchen, die Zöpfe und Kleider tragen, als potenziell ‚völkisch‘ bezeichnet. Auf den 60 Seiten finden sich noch weitere haarsträubende Behauptungen und Handlungsempfehlungen wie ,auffällige‘ Eltern umerzogen werden sollen. Frau Giffey sollte diese Broschüre schnellstmöglich zurückrufen und überarbeiten lassen!"

Kritik gibt es auch von der CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel: "Hier werden Kinder stigmatisiert und den Eltern ein Erziehungsstil und Auffassung versucht, anzuerziehen. Das sind Methoden, die den Erziehungsauftrag der Eltern und ihrer Sorgepflicht glauben bewerten oder einschränken zu können. Das ist eine Gesinnungsschnüffelei, die wir in der Vergangenheit hatten, zu DDR-Zeiten.“

Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön nannte die Broschüre laut "Welt" eine „staatliche Handlungsanweisung zur Elternspionage“. Dies müsse sofort eingestampft werden. "Erzieherinnen sollen unsere Kinder betreuen, bilden und Werte vermitteln, nicht aber die politische Gesinnung der Eltern überprüfen und korrigieren. Wenn Erzieherinnen und Erzieher zu Überwachern und zum Korrektiv der elterlichen Gesinnung werden sollen, überschreitet das Grenzen.“ Besonders das Fallbeispiel mit dem bezopften, handarbeitenden Mädchen hat die stellvertretende Fraktionschefin erzürnt: „Eine Broschüre, die Vorurteile bekämpfen will, vermittelt selbst welche.“

Schön kritisierte auch die „einseitige Fixierung auf rechtsextremistische oder rechtsradikale Elternhäuser“. Dass Gefahren auch von linksextremen Eltern ausgehen könnten, komme den Verfassern offenbar nicht in den Sinn, kritisiert Schön. Ihr Fazit: „Elternerziehung für Erzieherinnen passt nicht zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“


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