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Die echte Verwirklichung des Menschen und seine wahre Freude

20. November 2018 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: der Zöllner Zachäus in Jericho – er hat den wahren Schatz gefunden, denn der Schatz, Jesus, hat ihn gefunden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Der Zöllner Zachäus in Jericho: „Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war reich. Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Und alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,1-10).



Benedikt XVI. zum Evangelium des Dienstags der 33. Woche im Jahreskreis (B), Markusdom in Venedig, 8. Mai 2011:

Die echte Verwirklichung des Menschen und seine wahre Freude finden sich nämlich nicht in der Macht, im Erfolg, im Geld, sondern nur in Gott, den wir durch Jesus Christus kennenlernen und den er uns nahebringt. Das ist die Erfahrung des Zachäus. Der gängigen Mentalität zufolge hat er alles: Macht und Geld. Er kann von sich behaupten, ein »gemachter Mann« zu sein: Er hat Karriere gemacht, er hat erreicht, was er wollte und könnte wie der reiche Narr zu sich selber sagen: »Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iß und trink und freu dich des Lebens!« (Lk 12,19).

Daher ist sein Wunsch, Jesus zu sehen, überraschend. Was drängt ihn, die Begegnung mit ihm zu suchen? Zachäus merkt, daß das, was er besitzt, ihm nicht reicht; er verspürt den Wunsch, darüber hinauszugehen. Und da kommt Jesus nach Jericho, in seine Stadt. Von ihm sind ihm ungewöhnliche Worte zu Ohren gekommen: Selig, die arm sind, die keine Gewalt anwenden, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Für ihn waren es seltsame, aber vielleicht gerade darum anziehende und neue Worte. Er will diesen Jesus sehen. Zachäus ist zwar reich und mächtig, aber von kleiner Statur. Darum läuft er voraus und steigt auf einen Baum, einen Maulbeerfeigenbaum. Es kümmert ihn nicht, daß er sich der Lächerlichkeit preisgibt: Er hat einen Weg gefunden, um die Begegnung zu ermöglichen.

Und Jesus kommt, schaut zu ihm hinauf und ruft ihn beim Namen: »Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muß heute in deinem Haus zu Gast sein« (Lk 19,5). Für Gott ist nichts unmöglich! Aus dieser Begegnung geht für Zachäus ein neues Leben hervor: Er nimmt Jesus mit Freude an und entdeckt endlich die Wirklichkeit, die sein Leben wahrhaft und vollkommen erfüllen kann. Er hat das Heil eigenhändig berührt, er ist nicht mehr der, der er vorher war, und als Zeichen der Umkehr verpflichtet er sich, die Hälfte seines Vermögens den Armen zu geben und allen, von denen er zuviel gefordert hat, das Vierfache zurückzugeben. Er hat den wahren Schatz gefunden, denn der Schatz, Jesus, hat ihn gefunden!

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