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Italiens Politik befürwortet Asyl für Asia Bibi

8. November 2018 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Alle Großparteien sprechen sich für Aufnahme der in Pakistan verfolgten Familie aus - Deutscher Weltkirche-Bischof Schick appelliert an internationale Gemeinschaft


Rom (kath.net/KAP) Nach der Bitte der pakistanischen Christin Asia Bibi (Foto) um Asyl in Italien haben Politiker aller Lager ihre Unterstützung bekundet. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini von der rechten Lega erklärte, die Regierung arbeite diskret und gemeinsam mit anderen westlichen Staaten an einer Lösung. Auch die frühere Parlamentspräsidentin Laura Boldrini (Linke) und Ex-Ministerpräsident Paolo Gentiloni (Linksdemokraten) sprachen sich für eine Aufnahme der Familie aus.

Bibis Ehemann Ashiq Masih hatte über das Hilfswerk "Kirche in Not" Italiens Regierung um Hilfe für eine Ausreise aus Pakistan und um Asyl gebeten. Hintergrund sind massive Proteste radikaler Muslime nach der Aufhebung eines Todesurteils gegen Asia Bibi. Seither hält sich die Familie nach Aussage des Mannes versteckt.


Rückhalt für eine Asyl-Initiative Salvinis bekundeten unter anderem Mara Carfagna (Forza Italia), Vizepräsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer, und Giorgia Meloni, Vorsitzende der rechtskonservativen Partei "Fratelli d'Italia", sowie Senator Antonio De Poli, Vorsitzender der christdemokratischen Union UDC. Carfagna teilte mit, sie begrüße Salvinis "wichtigen Schritt vorwärts" zur "Bereitschaft unseres Landes, Frauen und Kinder in Gefahr zu schützen".

Druck von Pakistans Regierung nehmen

Einen Appell, sich für eine Freilassung und Ausreise von Bibi aus Pakistan einzusetzen, hat der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, an die internationale Gemeinschaft und speziell auch an die deutsche Bundesregierung gerichtet. Man müsse Bibi und ihrer Familie die Ausreise ermöglichen und ihr Asyl gewähren, um den enormen Druck von der Christin und ihren Angehörigen, aber auch von der pakistanischen Regierung zu nehmen. Ähnlich forderte auch die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes die Regierung in Berlin auf, Asia Bibi und ihre Familie auf dem Weg der humanitären Hilfe nach Deutschland zu holen und ihnen politisches Asyl zu gewähren.

Die Regierung in Islamabad sicherte der radikalislamischen Partei TLP zuletzt zu, Asia Bibi dürfe das Land nicht verlassen. Zudem könne es einen Antrag auf Neueröffnung des Verfahrens geben.
Derzeit ist Asia Bibi weiter im Gefängnis. Sie war 2009 wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. Das Todesurteil war 2014 von einem Gericht in Lahore bestätigt worden. Im Juli 2015 ordnete ein anderes Gericht die vorläufige Aussetzung der Vollstreckung an. Ein erneutes Berufungsverfahren verzögerte sich immer wieder. Laut pakistanischen Medien erhielten die Richter Drohungen von Islamisten. Blasphemie gilt im islamisch geprägten Pakistan als Kapitalverbrechen. In der Praxis werden darunter verächtliche Äußerungen und Taten gegen den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed verstanden.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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