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Die Kirche muss klar und furchtlose eine Botschaft präsentieren

26. Oktober 2018 in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
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Irischer Primas Martin warnt bei Synode, Lehrinhalte der Kirche aufzuweichen: "Wenn die Kirche einfach nach Moden schielt und dies und das ändert in der Hoffnung, dass das irgendwie mehr junge Leute anzieht, dann wird das nicht funktionieren"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat am Freitag in Rom seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die bei der vatikanischne Jugendsynode diskutierten Probleme der Jugendlichen in aller Welt auch bei den politisch Verantwortlichen Gehör finden werden. Am Freitagnachmittag bestritt der Kardinal gemeinsam mit dem irischen Erzbischof Eamon Martin das tägliche Pressebriefing im vatikanischen Pressesaal. Dabei bekräftigte der Schönborn einmal mehr seine positiven Eindrücke von der Synode und auch die Bedeutung, die der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche zukommt. Wie er weiter sagte, wünsche er sich "eine starke Stimme, die der Politik sagt, wie viel Ungerechtigkeit und Gewalt es in der Welt junger Menschen gibt". Dies sei eine seiner Schlussfolgerungen der Jugendsynode.

Als ein Beispiel aus den vielen Zeugnissen junger Teilnehmer nannte er prekäre Arbeitsverhältnisse oder eben Arbeitslosigkeit - "nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa." Darüber werde zu wenig berichtet.


Anfangs habe er sich gefragt, ob die vier Wochen außerhalb seiner Erzdiözese Wien es wert seien. Am Ende müsse er sagen: "Sich einen Monat Zeit nehmen, jungen Menschen zuzuhören, das war es wert. Wer macht das sonst?", so Schönborn. Ein junger Afrikaner habe ihm gesagt: Die Kirche ist unsere einzige Hoffnung, der einzige Ort, wo es Aufmerksamkeit, Zuhören und Schutz gebe.

Zudem hätten ihm sowohl in Österreich wie auf der Synode der Mut und die Bereitschaft junger Menschen imponiert, an die Ränder zu gehen und dort mit anderen zu sprechen. Das seien zukunftsweisende Wege, zu denen auch Papst Franziskus aufrufe.

Irischer Primas von Synode inspiriert

Erzbischof Martin stieß beim Pressegespräch u.a. hinsichtlich des Themas Missbrauch in dieselbe Kerbe wie Schönborn: Die Kirche werde und dürfe das Thema sexueller Gewalt gegen Minderjährige nicht hinter sich lassen. "Denn Leute, die durch Missbrauch traumatisiert wurden, können das auch nicht hinter sich lassen. Sie tragen das ihr Leben lang mit. Deshalb sollen wir das auch tun."

Der Erzbischof von Armagh und Primas von Irland bekannte, er sei ohne große Erwartungen an die Synode nach Rom gekommen. Im vorbereitenden Dokument habe es ihm an Heiligem Geist gefehlt; der habe aber dann in der Synode gewirkt, und nun reise er bereichert und inspiriert wieder ab.

Wörtlich sagte der irische Primas: "Persönlich gesprochen: Ich habe lange versucht, den Dienst an jungen Menschen hineinzupressen in eine alte Art zu denken, ein Instandhaltungsdenken. Wir haben unsere Strukturen in der Kirche und unsere Art, wie wir Dinge tun, und wir müssen irgendwie versuchen, unsere jungen Leute zu kriegen und sie hineinzudrängen in diese alte Art zu denken und in die alte Art, die Dinge zu tun." Die Synode habe ihn aber dazu ermutigt, "etwas ehrgeiziger zu denken und mich auf neue Art auf Jugendliche einzulassen", fuhr der Erzbischof fort.

Zugleich warnte Martin davor, Lehrinhalte oder die Disziplin der Kirche aufzuweichen. Die Aufgabe der Synode sei es nicht gewesen, die Haltung der Kirche zur Sexualität oder zum Zölibat zu ändern. "Wenn die Kirche einfach nach Moden schielt und dies und das ändert in der Hoffnung, dass das irgendwie mehr junge Leute anzieht, dann wird das nicht funktionieren. Die Kirche muss klar und furchtlose eine Botschaft präsentieren, die manchmal gegen den Strich dessen geht, was junge Leute anderswo erfahren und hören."

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 don_camillo 31. Oktober 2018 
 

Werde ich mir merken!

Vergelt's Gott für ihre Navi-Bemerkung, @KarHas. Diese ist so nah am Leben, dass man dies erwähnen muss. In das Navi gibt man das Ziel ein, mit den Optionen lässt sich das alles noch ein klein wenig feiner justieren. Soll es schnell gehen? Über Nebenstrecken? In so vielen Seelsorge- und z. T. Beichtgesprächen ging und geht es immer genau darum. Direkte Fahrt zu Christus hin, immer ihn frontal im Fokus, oder vielleicht auf Schleichwegen, weil es noch Dinge zu klären gibt, ein Stopp an einer Baustelle eingelegt werden muss? Aber auch hier immer die Richtung auf ihn hin? Wie Sie richtig schreiben gibt die Lebenswirklichkeit der Menschen dem Navi wichtiges Input. Wenn wir da als Beifahrer nebendran sitzen und begleiten, ist es für den Fahrer meist ein gutes Gefühl und gibt Unterstützung darin, das Ziel im Blick zu behalten.


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  29. Oktober 2018 
 

@bernhard_k

Der Vergleich mit dem Navi ist gut: klare Ansagen. Nur: das Navi reagiert extrem auf die Lebenswirklichkeit. Ich sage ihm, ob ich die kürzeste oder schnellste Strecke will, ob mit oder ohne Mautstraßen. Und natürlich erwarte ich die Berücksichtigung der aktuelle Wirklichkeit wie Straßensperren, Staus, ...
Es macht genau das, was ich mir von der Kirche erwarte: Orientierung geben für mein Leben in der Lebenswirklichkeit in der ich lebe.


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 Kirchental 27. Oktober 2018 

@bernhard-k

Der Lacher des Tages! ;-)

Den Vergleich werde ich mir merken!


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 gebsy 27. Oktober 2018 

Augen AUF - und durch

Viele Menschen laufen in eine Sackgasse, weil es aussieht, dass alle in die gleiche Richtung unterwegs sind.
Da es angesichts dieser Situation nicht angenehm ist, zur Umkehr einzuladen, wird mitgelaufen.
Am Ende an der Wand angelangt, wird den Verlaufenen geholfen, die Wand hochzuklettern.
Dass sich hinter der Wand ein endgültiger Abgrund befindet, wird natürlich nicht erwähnt ...

Das Angebot, einen Versuch zu wagen, in der konkreten Versuchung Gott um Hilfe zu bitten, ist der alternative Schritt, den jeder Mensch setzen kann ... (http://www.gebsy.at/433672887)


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 Stefan Fleischer 27. Oktober 2018 

@ Eliah

Ganz meiner Meinung. Doch dürfen wir nie vergessen, dass auch wir älteren und alten immer und immer wieder um unseren Weg mit der Kirche ringen müssen.
Im Übrigen glaube ich, dass unsere Kirche, d.h. wir alle, darum ringen müssen, aus der Forderungsmentalität von heute heraus zu kommen, d.h. nicht immer zuerst zu fragen was wir und unsere Nächsten brauchen/wollen, sondern was Gott will, was er von uns erwartet.


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 JuM+ 26. Oktober 2018 
 

Herr Kardinal Schönborn..

Warum haben ihre Aussagen praktisch nie Esprit? Vielleicht leihen Sie zur Abwechslung den Worten ihres Lehrmeisters Papst-em. Benedikt VI. Ohr!
Den Jugendlichen könnten Sie dann statt Zuhören klare Orientierung -das ist es, was diese wollen- geben.


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 bernhard_k 26. Oktober 2018 
 

Ja, Klartext ist so wichtig ...

Mein Navi im Auto spricht auch Klartext mit mir: "die nächste rechts"!

Wenn das Navi auch nur ein einziges Mal sagen würde "erzähl mir Deine Lebenswirklichkeit, dann werden wir um einen für Dich richtigen Weg ringen" würde ich das Gerät raus schmeissen ;)


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 FJansen 26. Oktober 2018 
 

Debatten ohne Ende

Man kann es nicht mehr hören, der eine Bischof sagt dies, der andere jenes... Als ob nun die vielen Wahrheiten, um welche die Kirche über 2000 Jahre gerungen hat, disponibel seien. Dies alles führt zu großer Verunsicherung unter den Gläubigen, von denen die wenigsten heutzutage einen Katechismus besitzen. Der Papst ist kein Moderator, er muss auch herrschen wollen. Aber...


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 Lauri2 26. Oktober 2018 
 

@Eliah

Werter Eliah, Sie schreiben:
"Wenigstens Erzbischof Martin hat erkannt, daß eher die jungen Mneschen um ihren Weg zur Kirche ringen sollten."

Hier muss ich Bischof Oster beispringen, auch wenn ich ihn als Jugendbischof für eine Fehlbesetzung halte.

Welchen Grund haben Jugendliche heute, um den Weg zur Kirche zu ringen?
Was macht die Kirche für diese Menschen denn anziehend, dass es sich lohnt darum zu ringen?
Sie kommen doch bestens ohne Kirche aus. Denn, warum finden wir sie nicht IN der Kirche?

Wo ist denn das heute zu finden, von dem, was man in der frühen Zeit über die Christen sagte und was sie so anziehend machte:
"Seht, wie sie einander lieben!"


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 Gandalf 26. Oktober 2018 

Zumindest ein Primas spricht hier Klartext ;-)


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 Eliah 26. Oktober 2018 
 

Dampfplauderei

Von Kardinal Schönborn war ja solche Dampfplauderei zu erwarten - wo sogar Bischof Oster sich neuerdings schon zu Forlulierungen versteigt wie "Wir müssen um den Weg der Kirche mit den jungen Menschen ringen". Wenigstens Erzbischof Martin hat erkannt, daß eher die jungen Mneschen um ihren Weg zur Kirche ringen sollten.


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