17 Oktober 2018, 12:00
Papst: "Wenn ihr so eine Sache seht, sofort zum Bischof!"
 
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Franziskus mahnt italienische Priesteramtskandidaten, nicht zu schweigen und zu vertuschen, wenn sie sexuellen Missbrauch wahrnehmen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Nach Worten von Papst Franziskus kann sich die katholische Kirche nicht darauf zurückziehen, dass sexueller Missbrauch zum überwiegenden Teil innerhalb von Familien stattfindet. Man könne sich nicht damit rechtfertigen, dass nur zwei Prozent der Missbrauchsfälle von Priestern verübt würden. Dies dürfe man nicht als "wenig" bezeichnen. "Auch wenn es nur ein einziger Priester wäre, ist es monströs", sagte der Papst vor italienischen Priesteramtskandidaten. Der Vatikan veröffentlichte eine Mitschrift der Papstäußerungen am Dienstag. Die Begegnung fand bereits Samstag statt.

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"Suchen wir nicht nach Rechtfertigungen, auch wenn wir nur bei zwei Prozent liegen ... Es ist ein Skandal - ein weltweiter Skandal", sagte der Papst. Die angehenden Priester mahnte er, Klartext zu reden und sofort den Bischof zu verständigen, wenn sie Übergriffe bemerkten: "Wenn ihr so eine Sache seht, sofort zum Bischof! Um diesem Bruder-Täter zu helfen - sofort zum Bischof!"

In dem Gespräch mit den Priesteramtskandidaten ging des laut dem Onlineportal "Vatican News" auch um das Thema Säkularisierung und den auch vom Papst immer wieder geäußerten Ruf nach einer "Kirche im Aufbruch". Man solle nicht allzuviel über die "immer stärker säkularisierte Welt" jammern, sagte Franziskus und fügte hinzu: "Welche Welt war denn säkularisierter, unsere oder die Welt Jesu? Welche Welt war korrupter, unsere oder die Welt Jesu? Doch wohl beide gleichermaßen. Die Säkularisierung zur Zeit Jesu und zu unserer Zeit ist mehr oder weniger die gleiche."

Darum könne man auch heute mit demselben Elan evangelisieren wie die Apostel Jesu: "Wie baut man denn die Kirche auf? Schlagt nach in der Apostelgeschichte, da steht es - es ist dasselbe! Es gibt keine fundamental andere Methode; natürlich, das eine oder andere hat sich geändert, aber das Wesentliche ist das, was schon Jesus getan hat", ermutigte der Papst die angehenden Priester.

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