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"Abtreibung ist wie Auftragsmord! Darf der Papst das sagen?"

11. Oktober 2018 in Prolife, 39 Lesermeinungen
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"Ein Aufschrei geht durch die Medien." Gastkommentar von Christiane Lambrecht


München-Vatikan (kath.net) Abtreibung ist wie Auftragsmord! Darf der Papst das sagen? Ein Aufschrei geht durch die Medien – und ich bin dankbar dafür. Denn das kollektive Schweigen zum Thema Abtreibung ist weder für die Frauen im Schwangerschaftskonflikt hilfreich, noch für deren ungeborene Kinder – die ja tatsächlich ohne eine faire Gerichtsverhandlung, ohne Verteidiger und unter enormen Zeitdruck und mangelnder Solidarität in der Gesellschaft durch Beauftragung eines Arztes getötet werden. Bezahlt von unseren Steuern. Das sind die traurigen Fakten. Deswegen leitet Papst Franziskus das Thema auch ein, indem er fragt, ob es gerecht sei jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen. Wohl niemand in der zivilisierten Welt wird Töten als etwas „gerechtes“ sehen. Denn es gibt kein gutes, kein gerechtes Töten.

Darf aber der Papst wirklich sagen, Abtreibung ist wie ein Auftragsmord? Stellt er damit nicht alle Frauen als Mörderinnen hin? Der Katechismus sagt: Abtreibung ist "moralisch verwerflich", ein "schweres Vergehen". Papst Franziskus spitzt zu, denn wie man sieht, hören dann die Menschen zu. Immerhin geht es bei Abtreibung um einen Menschen, der ohne Abtreibung leben würde und um eine Frau, die unser aller Hilfe bräuchte statt eine i.d.R. kostenfreie Abtreibung.


Wer für Abtreibung ist, schützt nicht die Schwächsten unserer Gesellschaft: Schützt nicht die Frauen in der Not einer ungewollten Schwangerschaft. Er schützt nicht die ungeborenen Kinder, die laut Gesetz aber ihr Lebensrecht haben. Abtreibung ist zudem immer ein mehrdimensionales Drama. Am Ende ist das Kind tot und die Mutter muss ein Leben lang damit zu Recht kommen. Und irgendwie sind wir alle auch dafür verantwortlich.

Bei einer Abtreibung entscheidet sich eine Frau in der hormonell unstabilen Lage der frühen Schwangerschaft gegen ihr Kind. Egal aus welchen Gründen. Ihr fehlt Sicherheit und ein Netz an Mitmenschen, die ihr Mut machen. Ein Schritt, der immer Teil ihrer Lebensgeschichte sein wird und sehr oft tiefe, offene oder verdeckte seelische Wunden hinterlässt.

In Deutschland werden jedes Jahr über 100.000 Abtreibungen gemeldet, etwa jede 5. Schwangerschaft endet vor der Geburt durch Abtreibung des Kindes. Das sind geschätzt 300 Kinder pro Werktag.

Also sagt der Papst nichts anderes, als was Konsens ist. Weltweit. Die Menschenrechte beginnen nämlich im Bauch. In Artikel 3 der UN-Menschenrechtscharta heißt es: Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ Das Recht auf Leben umfasst also ALLE Menschen und ist nicht nur ein Privileg derer, die schon geboren sind.

Abtreibung geht uns alle an. Wegschauen macht das nicht besser! Deswegen danke ich Papst Franziskus und schreibe aktuell Kommentare auf facebook – dort gibt es heiße Diskussionen unter den diversen Artikeln. Es ist die DNA von uns Christen, den Schwächsten eine Stimme zu geben und sich für ihr Lebensrecht und Lebensglück einzusetzen. Ein eigenes Kind ist keine Katastrophe, sondern ein Geschenk. Auch wenn es Situationen geben mag, die Frauen zunächst überfordern. Also lasst uns die Gesellschaft ändern, die politischen Rahmenbedingungen für Familien, eine echte Willkommenskultur etablieren. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der KEINE schwangere Frau auch nur mit dem Gedanken ernsthaft spielt, ihr Kind töten zu lassen.

Christiane Lambrecht ist die Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) in Bayern


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