06 Oktober 2018, 10:30
Irland: Katholische Schulen dürfen katholische Kinder nicht bevorzugen
 
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Gibt es in einer katholischen Grundschule mehr Anmeldungen als freie Plätze, dürfen katholische Kinder nicht mehr bevorzugt aufgenommen werden, wenn nichtkatholische Bewerber näher wohnen.

Dublin (kath.net/jg)
Katholische Grundschulen in der Republik Irland dürfen katholische Kinder in Zukunft nicht mehr bei der Auswahl ihrer Schüler bevorzugen. Das hat der irische Bildungsminister Richard Bruton bekannt gegeben, berichtet das katholische Nachrichtenportal Crux.

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Die Republik Irland finanziert die konfessionellen Schulen des Landes. 96 Prozent der Grundschulen werden von einer Religionsgemeinschaft betrieben, 90 Prozent davon sind katholische Schulen.

In manchen Gebieten – insbesondere im Umland der Hauptstadt Dublin – gibt es mehr Anmeldungen in bestimmten katholischen Schulen als Plätze vorhanden sind. Diese Schulen konnten bis jetzt nichtkatholische Schüler zugunsten katholischer Bewerber ablehnen, auch wenn die Nichtkatholiken näher bei der Schule wohnen. Deren Eltern haben beklagt, dass ihre Kinder deshalb einen weiteren Schulweg auf sich nehmen müssten.

Schulen, die von einer religiösen Minderheit betrieben werden, sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Sie dürfen weiterhin die Kinder ihrer eigenen Konfession bei der Aufnahme bevorzugt behandeln. Damit soll der Zugang von Kindern religiöser Minderheiten in Schulen ihrer Konfession gesichert werden, sagte Bruton. Katholiken bedürften dieses Privilegs nicht, weil sie ohnehin die überwiegende Mehrheit der Grundschulen betreiben würden, ergänzte er.

Vertreter der katholischen Schulen Irlands haben die Maßnahme des Ministers verurteilt. Sie sei ein Eingriff in die Rechte konfessioneller Schulen und widerspreche möglicherweise der irischen Verfassung, kritisierten sie.

Derzeit bezeichnen sich 78 Prozent der Bevölkerung Irlands als katholisch. Weniger als 30 Prozent davon besuchen wöchentlich die Messe. Vor zwanzig Jahren sind es noch 87 Prozent gewesen. Von den 16- bis 29jährigen bezeichnen sich nur mehr 54 Prozent als katholisch.

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