Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Wahrheit ist heilsrelevant
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  10. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Technisch brillant, geistig obdachlos
  13. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  14. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  15. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam

„Ich schäme mich – auch dafür, dass nachweislich vertuscht wurde“

16. September 2018 in Aktuelles, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Woelki zum Missbrauchsskandal: „Bin persönlich zutiefst getroffen, und ich schäme mich an dieser Stelle für meine Kirche. Dafür, dass sie es zugelassen hat … weil man den Ruf der Institution über das Wohl des Einzelnen gestellt hat.“


Köln (kath.net/pek) Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat in einem Statement unbeschönigt auf den innerkirchlichen Missbrauchs- und Vertuschungsskandal reagiert. Das Statement im Wortlaut:

„Es ist schrecklich. Ich bin katholischer Priester geworden, weil ich den Menschen dienen wollte, weil ich ihnen helfen wollte, einen Weg zu Gott zu finden oder verlässlich auf diesem Weg zu bleiben. Und jetzt das!

Vertreter der Kirche haben Menschen schwersten Schaden zugefügt. Es gibt hier nichts zu beschönigen: Verantwortlich waren Seelsorger, Gott geweihte Menschen, die versprochen haben, Ihr Leben in den Dienst am Nächsten zu stellen. Wer sich aber als Diener Gottes an Menschen schuldig gemacht hat, der hat diese Aufgabe ins Gegenteil verkehrt – ja: pervertiert!


Ich bin persönlich zutiefst getroffen, und ich schäme mich an dieser Stelle für meine Kirche. Dafür, dass sie es zugelassen hat, dass so etwas passieren konnte. Und auch dafür, dass nachweislich vertuscht wurde, weil man den Ruf der Institution über das Wohl des Einzelnen gestellt hat.

Man könnte ja sagen, das wissen wir jetzt leider schon seit einigen Jahren. Auch ich weiß das, aber ich kann mich an diese Meldungen einfach nicht gewöhnen. Es ist zu viel Leid hinter jeder nüchternen Zahl, die man da hört. Hinter jedem Fall steckt das Leben eines Betroffenen, dem ein Schaden durch Mitarbeiter der Kirche zugefügt wurde. Ich habe mit Betroffenen gesprochen, ich kann daher erahnen, was in ihnen vorgeht, aber ganz nachempfinden kann man das von außen wohl nie. Es reicht aber nicht, persönlich nur betroffen zu sein von all den Tragödien. Ich bin auch Erzbischof von Köln in dieser Zeit, und damit bin ich verantwortlich dafür, dass so etwas nie mehr vorkommt, und ich werde mich auch künftig deshalb mit aller Kraft dafür einsetzen. Gewiss, alle Fachleute sagen, dass man Missbrauch hundertprozentig nie verhindern kann, und die Täter gehen oft äußerst gerissen vor. Aber zumindest müssen wir alles Menschenmögliche tun, damit Taten sofort aufgedeckt, Betroffene geschützt und Täter ihrer gerechten Strafen zugeführt werden.

Aber auch die Kirche selbst muss dafür Buße tun. Zur Buße gehört innere Umkehr. Deshalb sage ich ganz ausdrücklich: Ich dulde in unserem Erzbistum keinerlei Vertuschung! Und wir werden im Erzbistum Köln den bereits beschrittenen Weg der Präventionsarbeit weitergehen, um solche Fälle von Grund auf zu vermeiden.

Vor allem gehört zur Buße, den Betroffenen zu begegnen, sie anzuhören und ihr Leid auszuhalten. Erst dann kann die Kirche selbst auf die Vergebung Gottes hoffen, die wir sonst den Menschen zusprechen. Und erst dann können wir hoffen, dass auch die Betroffenen uns eines Tages – vielleicht – IHRE Vergebung gewähren.

Ihr Rainer Woelki“

Das Statement auf Video in voller Länge


Foto Kardinal Woelki (c) Erzbistum Köln


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Woelki

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  3. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  4. Der Optimismus des hl. Franz von Sales
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw
  7. Kirchenrechtler: Papst hat Woelki-Rücktritt offenbar nicht angenommen
  8. Razzia im Erzbistum Köln!
  9. Staatsanwaltschaft Köln weitet Ermittlungen gegen Woelki aus
  10. Staatsanwaltschaft eröffnet keine Ermittlungen gegen Woelki






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  10. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  11. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. Wahrheit ist heilsrelevant
  14. Eine katholische Heldin
  15. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz