12 September 2018, 10:15
Der Ruhetag – Feier der Befreiung
 
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Franziskus: die Sklaverei durch das eigene Ich, die den Menschen in die Knechtschaft der Sünde führt. Aus der Gefangenschaft des Ich kann nur die wahre Liebe retten, die uns Jesus Christus geschenkt hat. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Halte den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du. Gedenke, dass du Sklave warst im Land Ägypten und dass dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt hat. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, geboten, den Sabbat zu begehen“ (Dt 5,12-15).

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Papst Franziskus setzte bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz seine Katechesenreihe zu den Zehn Geboten fort. In der achten Katechese beschäftigte sich der Papst erneut mit dem dritten Gebot des „Ruhetags“.

Die Zehn Gebote seien uns zweimal überliefert, im Buch Exodus und im Buch Deuteronomium. Die Texte seien großenteils identisch, nur beim dritten Gebot gebe es einen bemerkenswerten Unterschied: „Während in Exodus an die Ruhe des Schöpfers und die Heiligung der Schöpfung am siebten Tag erinnert wird, ist der Ruhetag in Deuteronomium das Gedächtnis des Pascha, des Moments der Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens“.

In der Tat hätten Sklaven keinen Ruhetag. Die Sklaverei sei meist Folge von Unterdrückung und Gewalt. Es gebe aber auch die verschiedenen Formen von innerer Unfreiheit, Blockierungen, Komplexe, charakterliche Grenzen. Dagegen gebe es Menschen, die selbst im Gefängnis eine große Freiheit lebten. Der Papst erinnerte an den heiligen Maximilian Kolbe und an Kardinal Van Thuan. Sie hätten einen Ort der finsteren Unterdrückung in einen Ort des Lichts verwandelt. Die Barmherzigkeit Gottes befreie und schenke eine große innere Freiheit.

Sie wiesen hin auf die Sklaverei „durch das eigene Ich“, die den Menschen in die Knechtschaft der Sünde führe. Diese äußert sich in den Hauptlastern: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Wollust, Unmäßigkeit und Überdruss.

Aus der Gefangenschaft des Ich könne uns nur die wahre Liebe retten, die uns Jesus Christus geschenkt habe, "der uns geliebt hat bis zum Tod am Kreuz".

Das dritte Gebot lade also ein, in der Ruhe die Befreiung zu feiern, die Christus gewirkt habe, der die innere Knechtschaft der Sünde gebrochen habe und den Menschen fähig mache, wirklich zu lieben. Es sei für uns Christen Prophetie Jesu Christi, des Herrn, der die innere Knechtschaft der Sünde breche, um den Menschen zur Liebe zu befähigen.

Wahre Liebe sei wahre Freiheit. Diese Liebe mache auch im Gefängnis frei, selbst wenn man schwach und eingeschränkt sei. Der wahre Sklave also sei jener, der unfähig zur Liebe sei, der durch die Laster von der Liebe abgehalten werde.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Pilger deutscher Sprache, besonders die vielen Jugendlichen. Ich hoffe, dass euer Aufenthalt in Rom euch ein wenig innere Ruhe schenkt, und ihr, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, die täglichen Aufgaben in der Familie, in der Schule und im Beruf mit immer mehr Hingabe vollbringt. Der Herr segne euch und eure Lieben.



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