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Krenn pocht auf Gottesbezug: 'Werde keine Ruhe geben!'

23. November 2003 in Interview, keine Lesermeinung
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Bischof distanziert sich von Erklärung der christlichen Kirchen im Verfassungskonvent. Interview mit Kurt Krenn von Manfred Maurer / NEUES VOLKSBLATT


St. Pölten (www.kath.net/ Volksblatt)
"Ich bin absolut nicht der Meinung, dass das so passt", mit diesen Worten distanziert sich St. Pöltens Bischof Kurt Krenn von der gemeinsamen Erklärung der christlichen Kirchen Österreichs, mit der diese die Forderung nach einem direkten Gottesbezug in einer Präambel der künftigen österreichischen Bundesverfassung aufgegeben haben. Christoph Kardinal Schönborn hatte am Freitag wie berichtet in einem Hearing des Verfassungskonventes im Parlament den "Schutz der Menschenwürde" als zentrales Anliegen der Kirchen bezeichnet, was der Wiener Erzbischof offenbar als Synonym des Gottesbegriffes betrachtet: Gott solle in der Verfassung stehen, so Schönborn, dies müsse aber nicht unbedingt heißen, dass "sein Name drinnen steht". Bischof Krenn findet das "nicht besonders erhellend" und stellt klar, dass die Erklärung ohne sein Zutun zustandegekommen ist: "Es hat niemand in meinem Namen gesprochen", so Krenn, der wie NR-Präsident Andreas Khol weiter für den Gottesbezug in der Verfassung kämpfen will: "Ich werde keine Ruhe geben!" Den "Schutz der Menschenwürde" will der Bischof jedenfalls nicht als Quasi-Gottesbegriff durchgehen lassen, "weil das nicht ausreicht".

Das Volksblatt-Interview mit Bischof Kurt Krenn:

VOLKSBLATT: Manche Katholiken wundern sich, dass die christlichen Kirchen nicht mehr den direkten Gottesbezug in der Verfassung fordern.

Krenn: Ja, ich auch.

VOLKSBLATT: Waren Sie nicht eingebunden in die Entscheidungsfindung?

Krenn: Nein, das sind so Geschichteln, die niemand mitbestimmt hat. Ich bin absolut nicht der Meinung, dass das so passt, wie man es jetzt will. Es hat niemand in meinem Namen gesprochen. Aber wir werden uns da eh nicht geschlagen geben.

VOLKSBLATT: Wer sind: wir?

Krenn: Die Katholiken, Bischöfe. Ich werde keine Ruhe geben.

VOLKSBLATT: Aber wenn sogar Kardinal Schönborn schon sagt, Gottes Name müsse nicht unbedingt in der Verfassung stehen ...

Krenn: Das ist nicht besonders erhellend. Es gibt ja schließlich auch Verfassungen in Europa, wo das Wort Gott vorkommt, zum Beispiel in Bayern.

VOLKSBLATT: Das heißt, NR-Präsident Khol hat in ihnen weiter einen Mitstreiter für den Gottesbezug.

Krenn: Ja sicher.

VOLKSBLATT: Warum reicht der Begriff Menschenwürde, den Kardinal Schönborn empfiehlt, nicht aus?

Krenn: Ja eben, weil er nicht ausreicht. Denn der Mensch ist ein Geschöpf Gottes, und dort fängt ja eigentlich die Befindlichkeit des Menschen an.

VOLKSBLATT: Was empfehlen Sie?

Krenn: Am besten ist es, man fängt bei Gott an und hört bei Gott wieder auf. Wenn man die Welt quasi einlädt, Gott nicht mehr besonders zu nennen, dann ist das schlimm.

Foto: (c) kath.net



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