14 August 2018, 12:30
Nein zu einem „Humanismus der Nettigkeit“
 
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Passauer Bischof Oster glaubt nicht, dass die Menschen näher bei Jesus wären, wenn „alle Themen“ im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung abgearbeitet worden wären.

Passau (kath.net)
Der Passauer Bischof Stefan Oster hat in einem Interview mit der „Passauer Neue Presse“ erneut zum Eucharistie-Streit in der katholischen Kirche Deutschlands Stellung genommen. „Ich hoffe auf eine einheitliche Lösung“, vertrat Oster. Zur Frage, warum protestantische Ehepartner den katholischen Kirchenbegriff nicht nur kennen und akzeptieren, sondern auch vollumfänglich teilen müssen, um die Kommunion zu empfangen, erklärt Oster, dass es in der katholischen Kirche immer eine Einheit zwischen Eucharistieverständnis und Eucharistiegemeinschaft, zwischen Kirchenverständnis und Kirchengemeinschaft gäbe. Der Passauer Bischof erinnerte in dem Zusammenhang an das 2. Vatikanische Konzil, beim dem klar definiert wurde, dass die Eucharistie Quelle und Höhepunkt allen kirchlichen Lebens sei. Wörtlich meint der Bischof: „Im Hochgebet kommt die ganze Hierarchie, das Gebet für den Papst, für die Bischöfe, Priester, Diakone, das Gebet zu den Heiligen, für die Verstorbenen, zur Muttergottes, das Bekenntnis der realen Gegenwart des Herrn, zum Ausdruck. Wenn wir das alles bejahen, als die, die wir Leib Christi sind – ein anderer Begriff für Kirche –, dann können wir auch unser Amen sagen beim Kommunionempfang.“

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Oster wolle weiterhin das Evangelium verkünden und möchte weiterhin sagen, wovon er überzeugt sei. Kritik übt er an der medialen „konservativen“ Einschätzung seiner Positionen. Er glaube nicht, dass die Menschen näher bei Jesus wären, wenn „alle Themen“ im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung abgearbeitet worden wären. „Ich glaube eher, wir wären dann auf dem Weg zu dem Salz, das schal geworden ist und das keinen mehr interessiert. Und ich glaube auch, dass das Evangelium auch immer im Widerstand zu manchen Strömungen der Gesellschaft stehen muss. Das war immer so.“ Oster wolle nicht, dass der Glauben verflache in etwas, das er als „Humanismus der Nettigkeit“ bezeichnete. Ein Heilsuniversalismus, der in eine Art Heilsautomatismus führe, führt am Ende dazu, dass es egal sei, was ich glaube oder wie ich lebe. Dies widerspreche laut Oster aber dramatisch dem Evangelium. Christus sei zuerst ein Retter. „Der Anfang des Christentums ist nie zuerst Moral. Der Kern des Christentums ist immer Begegnung, Freundschaft mit Christus – und diesen Kern freizulegen und Menschen zu helfen, dem zu begegnen, von dem wir glauben, dass er lebt, das ist die Mitte des Evangeliums.“

Beim Thema Islam erinnerte Oster daran, dass bei den zehn Ländern, wo es die größte Christenverfolgung gäbe, dies von Nordkorea abgesehen nur Länder mit islamischer Mehrheit seien. Er stelle sich die Frage, ob es innerislamisch systemimmanent sei, dass es keine Religionsfreiheit geben könne. Er kenne auch Muslime, die Christen geworden sind. Diese haben Angst, damit nach außen zu gehen.

Bischof Oster




Archivfoto Bischof Oster (c) Bistum Passau

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