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Australien: Einige Migrantenfamilien haben weniger weibliche Babys

15. August 2018 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Forscherin der La Trobe University/Melbourne weist nach, dass in australischen Familien, die etwa aus China oder Indien stammen, weniger Mädchen geboren werden als statistisch zu erwarten wäre - Mädchen werden offenbar verstärkt abgetrieben


Syndney (kath.net) Auf 100 weibliche Babys werden normalerweise 105 männliche Babys geboren. Doch jetzt haben Wissenschaftler statistische Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass „in einigen Migrantenkommunitäten“ durchschnittlich 122 bis 125 männliche Babys pro 100 weiblichen Babys geboren werden. Dies berichtete „CathNews“ anhand von Forschungsergebnissen von Kristina Edvarddon von Melbournes La Trobe University. Die Forscherin kritisiert: „Systematische Diskriminierung von Frauen beginnt bereits im Mutterleib“. Obwohl im Bundesstaat Viktoria, in dem die Daten erhoben wurden, Abtreibung wegen unerwünschtem Geschlecht verboten ist, wurden es beispielsweise bei Familien mit chinesischem Hintergrund in den Jahren von 2011 bis 2015 durchschnittlich 108 Jungen bezogen auf 100 Mädchen geboren. In Familien, die bereits zwei Kinder hatten, stieg das Verhältnis von geborenen Jungen zu Mädchen sogar auf 125 zu 100. Ähnlich auch bei Frauen mit indischem Hintergrund: Bei der ersten Geburt entspricht das Verhältnis Jungen zu Mädchen noch den zu erwartenden Zahlen, doch wenn Frauen bereits zwei Kinder haben, ist bei der dritten Geburt das Verhältnis 122 zu 100.


Die Forscherin erläuterte dazu gemäß Veröffentlichung der La Trobe University: „Wir glauben, dass einige Frauen Schwangerschaften beenden, nachdem sie erfahren, dass sie ein Mädchen erwarten“. Auch sei davon auszugehen, dass Frauen weite Auslandsreisen unternehmen, um Zugang zu „nichtmedizinischer Geschlechterselektion“ durch „assistierte Reproduktion“ zu bekommen.

Die australischen Leitmedien haben das Thema bisher weniger häufig aufgegriffen als zu erwarten gewesen wäre.

Link zum Beitrag der La Trobe University: Gender bias leads to more male births.


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