Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  11. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  12. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Orthodoxer Patriarchengipfel zu Ukraine am 31. August in Istanbul

11. August 2018 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bartholomaios und Kyrill wollen Lösung finden - Verhinderung einer Entscheidung zugunsten einer kirchlichen Selbstständigkeit Kiews ist Hauptanliegen Kyrills


Rom (kath.net/KAP) Ein orthodoxer Patriarchengipfel zur Lösung des innerkirchlichen Konflikts um die Ukraine findet am 31. August in Istanbul statt. Das berichtete die vatikannahe Website "Il Sismografo" am Montag. Demnach wird der Patriarch von Moskau, Kyrill I., Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel am Sitz des Ökumenischen Patriarchats im Stadtteil Phanar in Istanbul besuchen. Bartholomaios und Kyrill wollen jetzt eine Lösung in dem zuletzt im Juli eskalierten Streit zwischen den beiden finden, bei dem es um die Ukraine geht. Kyrill werde vom Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion von Wolokolamsk, begleitet werden, heißt es.

Thema des Treffens ist die Zukunft der ukrainischen orthodoxen Kirche. Der Wunsch Kiewer Kirchenverantwortlicher nach Unabhängigkeit von Moskau war im Phanar vor einigen Monaten vorgebracht worden. In der Folge hatte am 27. Juli eine Delegation des Ökumenischen Patriarchats dem ukrainischen Präsident Petro Poroschenko die Botschaft überbracht, dass die kirchliche Verselbstständigung der ukrainischen Orthodoxie "beschlossene Sache" sei.


"Katastrophe für die Orthodoxie"

Der Patriarch von Moskau, von dem und von dessen Vorgängern die Ukraine seit dem 17. Jahrhundert in einer gemeinsamen Jurisdiktion gehalten wird, bezeichnete eine ukrainische Autokephalie allerdings als "Katastrophe für die Orthodoxie". Die Verhinderung einer solchen Entscheidung ist dementsprechend aktuell das Hauptanliegen Kyrills.

Poroschenko wiederum dankte am 27. Juli der Delegation aus dem Phanar für dessen Einleitung des Autokephalieprozesses: "Für die meisten Ukrainer ist es von Bedeutung, dass ihre Kirche nicht der russischen angehört, der sie im 17. Jahrhundert auf kirchenrechtswidrige Weise eingegliedert wurde. Wir sind der Ansicht, dass Konstantinopel unsere Mutterkirche ist." Die Rückkehr in den Schoß der Mutterkirche sei ein "historischer Augenblick für unser Land und unsere Kirche".

Seinerseits unterstrich der Phanar-Delegat, Metropolit Emmanuel Adamakis von Paris, "die kompromisslose Unterstützung" der Konstantinopler Mutterkirche für Kiew. Der diesbezügliche Beschluss der Heiligen Synode des Patriarchats habe "den Weg in eine neue Epoche" frei gemacht. "Kiew war immer unter der kirchlichen Protektion (Omophorion) des Ökumenischen Patriarchats. Wir haben alle historischen Dokumente in der Hand, die das beweisen", stellte Adamakis mit Nachdruck fest. Anschließend verlas Bischof Ilarion Rudnik von Edmonton in Kanada die Botschaft von Patriarch Bartholomaios I. an Poroschenko, mit der zentralen Aussage, dass die Würfel für die Autokephalie der ukrainischen Orthodoxie gefallen seien und die Promulgierung des diesbezüglichen Dokumentes (Tomos) nur mehr eine Formsache und Frage der Zeit darstelle.

Radikale Entwicklung unwahrscheinlich

Kirchenpolitische und diplomatische Beobachter orten bereits eine Spaltung der griechisch-orthodoxen Kirchenfamilie zwischen den von Konstantinopel und Moskau geführten Blöcken. Diese hatten sich bereits in der Frage des vom Ökumenischen Patriarchat einberufenen Orthodoxen Konzils von Kreta 2016 herausgebildet. Bartholomaios wird insbesondere von Rumänien unterstützt, Kyrill wiederum von Serbien und vom zweithöchsten Kirchenfürsten der Orthodoxie, Patriarch Theodoros II. von Alexandria. Während sich Medien zufolge eine weitere Kirchenspaltung innerhalb der Orthodoxie, mit dem "Dritten Rom" Moskau im Zentrum, abzeichnet, sprechen die bisherige Erfahrungen jedoch nicht für eine so radikale Entwicklung.

In der Orthodoxie bilden die zur Zeit 14 autokephalen Kirchen gleichberechtigte Glieder einer Glaubens- und Sakramentengemeinschaft. Zu den Vorrechten Konstantinopels gehören zwar die Gewährung der Autokephalie und andere Aufgaben, doch kein universeller Jurisdiktionsprimat, wie ihn der abendländische Papst für sich in Anspruch nimmt. Denn kein orthodoxes Kirchenzentrum kann ein anderes von den Sakramenten und besonders von der eucharistischen Communio ausschließen. Aufgekündigt wird in Streitfällen nur die Gebetsgemeinschaft für das strittige geistliche Oberhaupt der Rivalen.

Regelrechte Kirchenspaltungen hat es nur innerhalb ein- und derselben Gemeinschaft gegeben. So zwischen dem Moskauer Patriarchat und der russischen Emigrantenkirche im Ausland. Dieses Schisma wurde aber 2007 beigelegt.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ukraine

  1. Nuntius in Kiew ermutigt zur Unterstützung der Ukrainer
  2. Ukraine: Sophienkathedrale als Leuchtturm der Hoffnung
  3. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  4. Ukrainische Katholiken erhalten katholische Kirche für 50 Jahre zurück
  5. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  6. Papst Leo XIV. plant Ukraine-Besuch!
  7. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw
  8. Bei Treffen mit Leo: Selenskyj lädt Papst in die Ukraine ein
  9. Kritische Analyse des US-Friedensplanes von Präsident Donald Trump
  10. Kiewer Erzbischof bei Osloer Friedensgebet: Ukraine durchlebt Kreuzweg







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  5. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  14. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  15. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz