06 August 2018, 13:00
Die Verklärung: die Offenbarung der Göttlichkeit Christi
 
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die Verklärung – die innerste Durchdringung des Seins Jesu mit Gott, die reines Licht wird. In seinem Einssein mit dem Vater ist Jesus selbst Licht vom Licht. Der ‚Glanz der Wahrheit’. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) 6. August, Fest der Verklärung des Herrn: „Denn wir sind nicht klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundtaten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Denn er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen, als eine Stimme von erhabener Herrlichkeit an ihn erging: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren“ (2 Petr 1,16-18).

„Nicht klug ausgedachten Geschichten sind wir gefolgt“, beteuert der heilige Petrus. In der Tat: der Grund des Glaubens ist keine theoretische Stimmigkeit, der dann ein „Ja“ folgen würde. Der Grund des Glaubens ist Christus, der durch das in ihm aufscheinende Licht Gottes die bereits ersehnte Wahrheit ein für alle Mal sehen lässt. Darin liegt die Verschränkung von „fides“ und „ratio“, von „Glauben“ und Vernunft“. Darin liegt der „Glanz der Wahrheit“, und aus diesem Grund veröffentlichte der heilige Papst Johannes Paul II. seine Enzyklika „Veritatis splendor“ an diesem Tag vor 25 Jahren, im Jahr 1993. Deshalb ist das Christentum das Ereignis des Logos und keine in der Geschichte vorkommende Religion unter anderen.

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„Der Welt verkündigen, dass Christus wahrhaft der Glanz des Vaters ist“: das ist die Aufgabe des Christen. Umso schlimmer, wenn er durch seine Unzulänglichkeit und sein Verharren in der Finsternis der Sünde diesen Glanz verfinstert, ja zerstört, die Welt der Möglichkeit beraubt, ihren Hunger nach der einen Wahrheit stillen zu können. „Malignitati falsa species libertatis inest“ – „der Bosheit eignet ein falscher Anschein, eine falsche Gestalt von Freiheit“: dies wusste schon der römische Historiker Tacitus.


Benedikt XVI. beim Angelus am Sonntag, 20. März 2011, zweiter Sonntag der Fastenzeit, Sonntag der Verklärung:

Liebe Brüder und Schwestern!

[...]. Der heutige zweite Sonntag der Fastenzeit wird Sonntag der Verklärung genannt, da das Evangelium von diesem Geheimnis im Leben Christi berichtet. Nachdem er seinen Jüngern sein Leiden angekündigt hatte, »nahm er Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht« (Mt 17, 1–2). Für die Sinne ist das Sonnenlicht die stärkste Wahrnehmung, die man in der Natur kennt, doch dem Geist entsprechend erblickten die Jünger für eine kurze Zeit einen noch stärkeren Glanz, den Glanz der göttlichen Herrlichkeit Jesu, der die ganze Heilsgeschichte erleuchtet. Der hl. Maximus Confessor sagt: »Die weiß gewordenen Kleider trugen das Symbol der Worte der Heiligen Schrift, die klar und durchsichtig und hell wurden« (Ambiguum 10: PG 91, 1128 B).

Das Evangelium sagt, daß neben dem verklärten Jesus »Mose und Elija erschienen und mit Jesus redeten« (Mt 17, 3); Mose und Elija, Bild des Gesetzes und der Propheten. So kam es, daß Petrus verzückt ausrief: »Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija« (Mt 17, 4). Doch der hl. Augustinus sagt in seinem Kommentar, daß wir nur eine Wohnstatt haben: Christus. Er »ist das Wort Gottes, Wort Gottes im Gesetz, Wort Gottes in den Propheten« (Sermo De Verbis Ev. 78, 3: PL 38, 491). Tatsächlich erklärt der Vater selbst: »Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören« (Mt 17, 5).

Die Verklärung ist keine Veränderung Jesu, sondern die Offenbarung seiner Göttlichkeit, »die innerste Durchdringung seines Seins mit Gott, die reines Licht wird. In seinem Einssein mit dem Vater ist Jesus selbst Licht vom Licht« (Jesus von Nazareth, Freiburg-Basel-Wien 2007, S. 357). Durch die Betrachtung der Göttlichkeit des Herrn werden Petrus, Jakobus und Johannes darauf vorbereitet, sich dem Ärgernis des Kreuzes zu stellen, wie in einem alten Hymnus besungen wird: »Auf dem Berg hast du dich verklärt, und soweit sie dazu fähig waren, haben deine Jünger deine Herrlichkeit betrachtet, damit sie, wenn sie dich am Kreuz sehen, begreifen, daß dein Leiden freiwillig war, und sie der Welt verkündigen, daß du wahrhaft der Glanz des Vaters bist« (Κοντάκιον εἰς τὴν Μεταμόρφωσιν, in: Μηναῖα, t. 6, Rom 1901, 341).

Liebe Freunde, nehmen auch wir an dieser Vision und an diesem übernatürlichen Geschenk Anteil, indem wir dem Gebet und dem Hören des Wortes Gottes Raum geben. Darüber hinaus rufe ich euch besonders in der Fastenzeit auf, wie der Diener Gottes Paul VI. schreibt, »dem göttlichen Gebot der Buße mit manch freiwilligem Tun zu entsprechen, jenseits der Entsagungen, welche die Last des alltäglichen Lebens auferlegt« (Apostolische Konstitution Pænitemini, 17. Februar 1966, III, c: AAS 58 [1966], 182). Beten wir zur Jungfrau Maria, daß sie uns helfe, stets Jesus, den Herrn, zu hören und ihm zu folgen, bis hin zur Passion und zum Kreuz, um auch seiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden.

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