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Zeitgerecht statt zeitgemäß

3. August 2018 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist. Ein neues Buch von Helmut Müller.


Linz(kath.net)
Der Autor geht in aphoristisch zugespitzten Zeitansagen im letzten Vierteljahrhundert auf Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist. Einiges hat sich jetzt schon als Irrtum erwiesen, anderes ist bedrängend wirklich geworden. Vieles ist noch strittig. Überhaupt sollte über Wahrheit gestritten werden. Schon Tertullian wusste, dass Christus die Wahrheit ist und nicht die Gewöhnung.

Alles behauptete Neue, trägt überdies die Beweislast. Trotz zahlreicher Einlassungen und vielfältiger Themen bringt der Autor das Zeitgeistige auf den Punkt: Für ihn haben Hoffnungsträger verschiedener Couleur den Ordo amoris, die Ordnung der Liebe, verletzt. Das kann in zweifacher Weise geschehen, entweder engherzig oder offenherzig.

Hillary Clinton, Angela Merkel aber auch Papst Franziskus sind Kandidaten für eine offenherzige Verletzung. Donald Trump dagegen für eine engherzige. Beide Weisen von Verstößen gegen den Ordo amoris haben sich mittlerweile in Wähler- und Sympathieverwerfungen bemerkbar gemacht. Auch Nächstenliebe verlangt Augenmaß, wenn sie Kollektive oder Institutionen betrifft. Das wusste schon Hans Jonas als er dem Prinzip Hoffnung Ernst Blochs sein Prinzip Verantwortung entgegensetzte.


Den Zeitgeist spürt der Autor in allen vier Wesenszügen der Kirche auf, nicht nur in Verstößen gegen den Ordo amoris der Caritas, sondern auch in niederschwelligen Bekenntnissen, in der Profanisierung der Liturgie und im Einzug des Säkularen ins Sakrale kirchlichen Zusammenlebens. Pointiert und mit spitzer Feder wird zwischen musealem Bewahren und tradiert Bewährtem unterschieden und ein Verlust der Mitte konstatiert.

kath.net Buchtipp
Zeitgerecht statt zeitgemäß - Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
244 Seiten
ISBN: 978-3-89710-790-8
Bonifatius Verlag 2018
Preis: Euro 14,90

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Lesermeinungen

  3. August 2018 
 

Verletzungen des Ordo amoris

Zwei Möglichkeiten, die Ordnung der (Nächsten-)Liebe zu verletzen: Entweder "offenherzig" (H. Clinton, A. Merkel, Papst Franziskus!) oder "engherzig" (D. Trump). Welches Maß der Nächstenliebe gegenüber Kollektiven oder Institutionen - z.B. in der Migrationsfrage - ist also das richtige? Natürlich das AUGENMASS - oder die Vernunft bzw. der Hausverstand, wie man auch sagen kann.
Kaum zu glauben, dass diese Selbstverständlichkeit für so viele Christen, gerade auch katholische, anscheinend so schwer zu begreifen ist.


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