30 Juli 2018, 12:55
Papst entlässt in Missbrauchsvertuschung verwickelten Erzbischof
 
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Amtsverzicht des von einem australischen Gericht verurteilten Erzbischofs von Adelaide angenommen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat den wegen Missbrauchsvertuschung verurteilten Erzbischof Philip Wilson im australischen Adelaide entlassen. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, nahm der Papst den angebotenen Amtsverzicht des 67-Jährigen an.

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In den vergangenen Tagen hatten Australiens Premierminister John Turnbull und der Nationale Priesterrat an Franziskus appelliert, Wilson zu entlassen. Der Erzbischof von Adelaide war vor vier Wochen von einem Gericht in seiner früheren Diözese Newcastle wegen der Vertuschung von mehreren Missbrauchsfällen zu einer Strafe von zwölf Monaten verurteilt worden, die er unter Hausarrest verbringen muss.

Anfang Juni hatte Papst Franziskus den Bischof von Port Pirie, Gregory O'Kelly, als Apostolischen Administrator für die Erzdiözese Adelaide eingesetzt. Zuvor hatte das Gericht Ende Mai in seinem damals noch ohne Strafmaß verkündeten Urteil Wilson für schuldig befunden, in den 1970er Jahren als Priester den Missbrauch an Knaben durch einen Geistlichen nicht bei der Polizei angezeigt zu haben. Der Erzbischof erklärte daraufhin, dass er sein Bischofsamt ruhen lasse, kündigte aber an, dass er sein Recht auf Berufung gegen das Urteil in Anspruch nehmen werde. Einen Rücktritt hatte er bislang ausgeschlossen, solange das juristische Verfahren nicht abgeschlossen sei.

Wilson ist der bislang ranghöchste katholische Geistliche, der wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Derzeit steht in Australien auch Kurienkardinal George Pell (77) vor Gericht. Dem Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariates wird vorgeworfen, als junger Priester in den 1970er Jahren und später als Erzbischof von Melbourne sexuell übergriffig worden zu sein. Für die Dauer des Prozesses in Melbourne ist Pell von seinem vatikanischen Posten beurlaubt.

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