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Freiheit heißt aushalten – nur eine Diktatur erträgt nicht

16. Juli 2018 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
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Auch die Kirche trifft eine Verantwortung. Es gilt die Freiheit zu verteidigen und nicht im Mainstream zu schwimmen. Man ist gerade auf dem linken Auge etwas blind im Episkopat - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Mal ist es ein kirchenpolitischer Sprecher, dann ein Europaabgeordneter der AfD. Ein andermal steht ein Apotheker im Kreuzfeuer, der bestimmte Chemikalien aus Gewissensgründen nicht verkaufen will. Bei all den genannten Beispielen ist Gewalt gegen Sachen im Spiel und Gewalt gegen Personen liegt in der Luft.
Die Gewalt ist das Problem. Eine Demokratie ist nur so gut, wie der Grad der Freiheit, den sie erlaubt. Die zu schützende Freiheit ist nicht auf Kosten des anderen auszuleben. Darum hat ein freiheitlicher Staat das Gewaltmonopol von den Bürgern übertragen bekommen. Diese Staatsgewalt dient nur einem Zweck: Die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Bürger aufrecht zu erhalten. Gewalt ist nur dann erlaubt, wenn diese beiden bedroht sind. Sie ist notfalls anzuwenden, wenn Straftaten zu verfolgen sind oder der Staat angegriffen wird.
Eine hohe Verantwortung für das Bewusstsein, wie wertvoll diese Freiheit ist, haben die Medien. Es gibt in einer freiheitlichen Gesellschaft keine „verbotene Meinung“ und sei sie noch so widerlich. Wir hatten auf deutschem Boden zwei aufeinanderfolgende Diktaturen, die verbotene Meinungen mit Gewalt gegen den Bürger ahndeten. Eine freiheitliche Gesellschaft verfährt genau anders herum und schützt den Bürger, der seine Meinung öffentlich vertritt, vor Gewalt dritter.


Exakt hier gerät in letzter Zeit etwas aus dem Lot. Zwar sind wir noch lange nicht so weit, dass der Staat gar die Gewaltausübung Dritter gegen Andersdenkende dulden müsste oder würde. Zum Glück! In den Medien jedoch liest man immer wieder eine unterschwellige und zum Teil sogar unverhohlene Schadenfreude, wenn es einen einer unliebsamen Meinung getroffen hat.
Hier liegt ein Defizit vor. Validen Untersuchungen zu Folge, wie der Umfrage von FOCUS aus dem Jahr 2013 oder einem Chart, den Statista im vergangenen Jahr verbreitete, ist nicht zu bezweifeln, dass sich die meisten Journalisten politisch links verorten. Ein Vergleich zwischen derartigen Charts und dem Ergebnis der Bundestagswahl zeigt überdeutlich, wie wenig die Presse die Bevölkerung unseres Landes abbildet.

Es ist keine Frage, ein gewisser Anteil politisch Radikaler, mithin potentiell gewaltbereiter, gibt es sowohl bei den extrem Linken als auch bei den extrem Rechten. Zahlenmäßig und nach Anzahl der begangenen Straftaten überwiegen die Linken bei weitem. Liest man in seltenen Fällen von Linker Gewalt, dann folgt der Bericht einer Agenda. Es schwingt besonders viel Verständnis mit, wenn es einen vermeintlich oder wirklich Rechten getroffen hat. Das ist übel! Ansonsten wird linke Gewalt gerne verschwiegen oder als gewöhnliche Straftat kaschiert.

So wundert es nur wenig, wenn die Verärgerung besonders in bürgerlichen Kreisen wächst. Diese sind dem Grunde nach zwar gar nicht betroffen. Nicht selten fühlen sie sich jedoch mit vermeintlichen oder wirklichen Rechtspopulisten oder Rechtsradikalen in einen Topf geworfen. Zudem ist ja durchaus alles was nicht links ist, von linker Gewalt bedroht, also auch das Bürgertum. Machen wir uns nichts vor, die freiheitlich gesinnten politischen Kräfte im Land geraten von beiden Extrempolen unter Druck. Gerät nun die Medienlandschaft noch weiter in eine linkslastige Schieflage, so stärkt das beileibe nicht etwa linke Kräfte. Es stärkt die, denen man eigentlich den Kampf angesagt hat. Das Bürgertum fühlt sich angegriffen, weil es fürchtet – zu Recht oder Unrecht, die Frage gilt es zu beantworten – der Staat gebe sein Gewaltmonopol zu Gunsten radikaler Kräfte auf.

Alle historischen Vergleiche sind unsinnig, weil sich Geschichte nicht wiederholt. Äquivalenzen gibt sehr wohl. Wenn es ein Äquivalent zu unserer Zeit gibt, dann die Situation Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurden die freiheitlichen Kräfte zwischen rechten und linken Extremen zerrieben und hatten am Ende nicht mehr die Kraft, der Gewaltherrschaft zu widerstehen. Das ist die Gefahr!

Auch die Kirche trifft eine Verantwortung. Es gilt die Freiheit zu verteidigen und nicht im Mainstream zu schwimmen. Man ist gerade auf dem linken Auge etwas blind im Episkopat. Wer die Freiheit schützen will, muß dem Extremen von allen Seiten widerstehen.


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