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Werke und Glaube

20. Juli 2018 in Spirituelles, 11 Lesermeinungen
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„Der Paradigmenwechsel ist deutlich, vom Primat des Glaubens zum Primat der Werke.“ Kolumne „Gedanken eines Nichttheologen“. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) In den Predigten - nicht nur unseres Heiligen Vaters - kommen heute die Werke – gelinde gesagt – sicher nicht zu kurz. Wenn früher oft daran erinnert wurde: "Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden." (Mk 16,16 / vgl. auch Joh 3,18) so ist der Tenor heute meist die Folgerung aus der Rede vom Weltgericht: "Wer die Werke tut wird gerettet; wer sie aber nicht tut, wird verdammt werden."

Natürlich, so drastisch wird das nicht formuliert, besonders nicht von jenen, welche nicht mehr oder nur noch sehr bedingt an die Existenz der Hölle glauben. Aber der Paradigmenwechsel ist deutlich, vom Primat des Glaubens zum Primat der Werke. Doch ist es wirklich ein neuer Paradigmenwechsel? Oder ist es nicht vielmehr die logische Konsequenz des ersten, entscheidenden Wechsels von der Gottzentriertheit zu Menschzentriertheit?

Solche Paradigmenwechsel sind oft einfach der Wechsel von einem Extrem ins andere. Während früher vor lauter Gott der Mensch vergessen wurde, so wird heute vor lauter Mensch Gott vernachlässig. Wenn früher vor lauter Gerechtigkeit Gottes seine Barmherzigkeit in Frage gestellt wurde, so wird heute vor lauter Liebe Gottes zu uns seine Gerechtigkeit verschwiegen. So ist es nur logisch, dass nun auch vor lauter Werke der Glaube zur Nebensache wird, während früher vor lauter Glaube die Werke vernachlässig wurden.

Dabei ist es in unserem Fall doch ganz einfach. "Das tun auch die Heiden" sagte der Herr, in einem anderen Zusammenhang. (vgl. Mt 5,47) Auch die Heiden – jene zur Zeit Christi wie jene von heute – tun gute Werke. Auch ihnen gilt: "Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen." (Röm. 2,6) Aber wirklich christliche Werke, Werke wie der Herr sie von uns erwartet, sind Werke, welche im Sinn und Geist Christi getan werden, Werke aus der Liebe. Christliche Liebe aber fließt aus dem Glauben. Deshalb können Werke und Glauben nie gegeneinander ausgespielt werden.

"Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe." (1.Kor 13,13) Man nennt diese die drei göttlichen Tugenden. Sie werden von Gott in die Seele der Gläubigen „eingegossen“. Sie sind Gnade. Sie können nicht ohne den Primat Gottes richtig verstanden und geübt werden. Um ihre Wirkung voll entfalten zu können fordern sie von uns die freie Annahme und Mitwirkung. Ein menschzentriertes Denken leugnet dieses Primat Gottes. Das führt dann zum sein wollen wie Gott, zum selber entscheiden wollen, was richtig und was falsch ist. Das wiederum macht den Glauben überflüssig und die Werke zum Mittel der Selbsterlösung, womit das Kreuz Christi zur Torheit oder gar zum Ärgernis wird.

Wo Gott nicht mehr wahrhaft Gott ist, landet der Mensch früher oder später im Egoismus, selbst dann, wenn er "gute Werke" tut.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
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Foto Stefan Fleischer



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Lesermeinungen

 ThomasR 20. Juli 2018 
 

Werke resultieren vom Glauben, ohne Glauben aus Werken wird

oft leere Hülle
Werke werden oft in Verbindung mit dem christlichen Zeugnis für Christus in die Verbindung gebracht
Ohne Werke und ohne Zeugnis (sola Fides) wird aus dem Glauben auch nur leere Hülle
Wir erleben momentan einen extremen Glaubwürdigkeitverlust der Kirche . Eine Kirche die sich selbst und nicht Christus z.B. über überteuerte Bürogebäuden und Ausbau der Bürokratie zelebrierern begann statt Frauenhäuser und Obdachlosenheime hat keine Zukunft.
5% der Kirchensteuereinnahmen würde ausreichen um ein Netz von Frauenhäusern aufzubauen und die Abtreibungsquote i Deutschaldn um bis zu 10% per Annao zu reduzieren. Reduzierung der Abtreibugsquote um 10% entspricht der Retteung von ca 10 TSD Menschen.
Wir brauchen Werke die aus dem Glauben resultieren.


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 Herodotchen2 20. Juli 2018 
 

Werkgerechtigkeit

Soweit ich meinen Glauben verstanden habe, ist das Christentum keine Selbsterlösungsreligion. Wenn ich nur genug tue, dann winkt mir als Lohn der Himmel? Den Himmel verdienen, geht das?Mal davon abgesehen, dass man dann vor den eigenen Ansprüchen gar nicht bestehen kann


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 Aloe 20. Juli 2018 

@MVZ

Noch einmal: (Mk 12,29-31)"Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden." Gott steht an erster Stelle!


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 Stefan Fleischer 20. Juli 2018 

@ MVZ

Müssen Wörter wie Sünde, Erlösung, Kreuz, Christi Blut etc. in der Gottesbeziehung vorkommen?
Für mich stellt sich diese Frage nicht. Diese Begriffe gehören zu den tragenden Grundlagen meiner Gottesbeziehung. Ob ich sie mehr oder weniger verstehe oder nicht, es sind von Gott geoffenbarte Wahrheiten. Es würde aus meiner Sicht die gebotenen Liebe zu Gott verletzen, ihm nicht zu glauben und sie nicht in nach bestem Wissen und Gewissen in mein Leben zu integrieren.
Übrigens, was z.B. das Kreuz betrifft, so sagte Papst Franziskus in seiner ersten Predigt als Papst ganz klar: "Wenn wir nicht mit dem Kreuz Christi zu den Menschen kommen, sind wir keine Jünger des Herrn."


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 sartone 20. Juli 2018 
 

@ermitano: Ich hoffe sehr, dass Sie nicht mich damit meinen :D Einschüchtern will ich hier wirklich niemanden, obwohl ich zugeben muss, dass die linksliberale Theologie gerne mit solchen Methoden arbeitet.

@MVZ: Gottes- und Nächstenliebe sind gleichWICHTIG, aber nicht gleichGEWICHTIG. Gottesliebe kommt immer zuerst, und daraus ergibt sich die Nächstenliebe. Jesus lehrt uns das ganz eindeutig. Ohne Gott hätten wir keinen Grund, unseren Nächsten zu lieben.
Der heutige säkulare, "humanistische" Atheismus ist dafür ein sehr realer Beweis. Es hieß immer, wie auch Herr Fleischer es anführt, dass auch ungläubige Menschen gute Werke tun könnten, aber wahre Nächstenliebe (und ich erinnere hier nur zu gern an den großen Heiligen Maximilian Kolbe) findet sich nur im Christentum, weil wir nur den Nächsten lieben können, wenn unser Verhältnis zu Gott auch richtig geordnet ist.

Herr Fleischer hat das schön beschrieben.


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 ermitano 20. Juli 2018 
 

@Stefan Fleischer

"Tut alles was ihr tut in Gott!"

Die Werke kommen immer aus dem Glauben und setzten diesen voraus, also die guten Werke meine ich :-) Sie haben deshalb mit ihren Ausführungen absolut recht und sollten sich nicht von "Theologen" einschüchtern lassen, welche das Leben gerne aus der theoretischen Ecke betrachten möchten ;-) Weiter so Herr Fleischer, sie haben das Herz auf dem rechten Fleck und sprechen die Sprache eine Mystikers!


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 MVZ 20. Juli 2018 
 

@aloe

Ja, Sie sehen das schon sehr richtig.
Gottesliebe und Menschenliebe sind nicht von einander zu trennen. Ihrer aufgezeigte Reihung möchte ich allerdings etwas widersprechen. Auf die Frage, welches das wichtigste Gebot sei, antwortet Jesus "ein zweites ist diesem GLEICH !..." Von daher sind Gottesliebe und Menschenliebe GLEICH.
Und, wenn wir Johannes ( "Gott ist die Liebe!") glauben können, dann können wir mit Fug und Recht sagen: Jede Liebe ist, wenn es denn wahre Liebe ist, göttlich, sie stellt uns Gott vor Augen, sie ist gelebte Gottesliebe, in der sich GOTT selbt offenbart.
Liebe kann nur aus GOTT kommen, auch wenn das nicht immer bewusst ist


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 Stefan Fleischer 20. Juli 2018 

@ sartone

Ja, es zeigt sich, dass die Bezeichnung "Nichttheologe" seine Richtigkeit hat. Bei dieser Problematik verstehe ich nur Bahnhof.
Mein Glaube und meine Gedanken dazu haben sich aus den einfachen, um nicht zu sagen kindlichen Vorstellungen meiner Kindheit in einem manchmal mehr manchmal weniger intensiven Leben daraus entwickelt. Gott ist für mich einfach alles, gross und mächtig, nahe und fern zugleich, absolut gerecht und grenzenlos barmherzig. Je mehr ich mir dessen bewusst werde, desto weniger verstehe ich einerseits, desto sicherer aber wird auch mein Glaube. Ein Gott, den ich wirklich verstehen würde, an den könnte ich nicht wirklich glauben.
Deshalb wird mir auch der Gedanke der Beziehung zu diesem Gott immer wichtiger. Es ist für mich wie bei einem Menschen auch, je intensiver diese Beziehung wird, desto besser verstehe ich ihn, desto mehr wird mir aber auch bewusst, dass er immer ein Geheimnis bleiben wird, ein Geheimnis, das essentiell zu unserer Beziehung gehört.


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 Aloe 20. Juli 2018 

Glaube - Werke -2-

Wenn ich den Autor recht verstehe, hat er Sorge, dass die Nächstenliebe sich „nur“ in Sozialarbeit erschöpft, christlich gelebter Glaube aber von Gottes Geist her die wahre Liebe zum Nächsten bewirkt. Aber wie ist das zu unterscheiden? Ich denke, die letzte Unterscheidung liegt immer bei Gott. Er erkennt allein das Maß der Liebe. Aber eine weitere Unterscheidung zur Selbstprüfung: Tue ich, was ich tue, weil mich das empfangene Heil drängt, selbst auch heilsam zu wirken? Will ich (bildlich) das Gold, das ich empfangen habe, wieder verteilen – wissend, dass ich es nur als reines unverdientes Geschenk besitze. Glaube an den Gott der Liebe führt uns gleichzeitig in die Menschenliebe, die sich u.a. in guten Werken ausdrückt.
Die Reihung ist deshalb: Gottesliebe - Menschenliebe


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 Aloe 20. Juli 2018 

Glaube - Werke -1-

Unser christlicher Glaube an Gott ist ein Glaube an Jesus Christus, der Mensch geworden ist, um die Menschheit zu ihrem Ursprung GOTT zurückzuführen, sie mit IHM zu versöhnen. Durch den Sohn die Versöhnung!
SOHN GOTTES = MENSCH JESUS CHRISTUS.
In seiner Inkarnation hat er sich untrennbar mit der Menschheit verbunden. Ebenso sehe ich Gottesglaube und Werke unteilbar miteinander verbunden. Die Werke sind die sichtbaren „Beweise“ unseres christlichen Glaubens und vor allem Früchte einer wahrhaften Gottesliebe. Wie die Gebote Gottes erkennen lassen, gehören Gottesliebe und Nächstenliebe zusammen. Glaube und Werke bilden folglich eine Einheit.


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 MVZ 20. Juli 2018 
 

@sartone

Ob der angesprochene Nichttheologe das versteht ??


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