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Der schwache Glaube des Thomas ist eine Gnadenquelle für die Kirche

3. Juli 2018 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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Wir dürfen nicht glauben, dass der hl. Thomas sich sehr von den anderen Aposteln unterschied - Gedanken des Sel. John Henry Newman über den Tagesheiligen


Rom (kath.net)
Wir dürfen nicht glauben, dass der hl. Thomas sich sehr von den anderen Aposteln unterschied. Alle haben sie mehr oder weniger das Vertrauen in die Verheißungen Christi verloren, als sie sahen, wie er zur Kreuzigung geführt wurde. Als er ins Grab gelegt wurde, da war ihre Hoffnung zusammen mit ihm begraben worden, und als ihnen die Kunde gebracht worden war, dass er auferstanden sei, da hat niemand sie geglaubt. Als Er ihnen erschienen ist, „tadelte er ihren Unglauben und ihre Verhärtung“ (vgl. Mk 16,14) […] Thomas wurde als letzter überzeugt, weil er Christus als letzter sah. Andererseits ist es sicher, dass er, obwohl er die gute Nachricht von der Auferstehung Christi zunächst nicht geglaubt hat, kein kaltherziger Anhänger seines Herrn war, wie es aus seinem Verhalten bei einer früheren Gelegenheit hervorgeht, als er den Wunsch ausdrückte, die Gefahr seines Meisters mit auszuhalten und mit ihm zu leiden […]: „Gehen wir mit ihm, um mit ihm zu leiden“ (vgl. Joh 11,16). Es ist Thomas zu verdanken, dass die Apostel ihr Leben für ihren Herrn eingesetzt haben.


Der heilige Thomas liebte seinen Meister zu der Zeit, als er Apostel wurde und war seinem Dienst ergeben; als er ihn jedoch am Kreuz sah, versagte sein Glaube für eine Weile mit dem der anderen [...] und mehr noch als bei den anderen. Sein Allein-Stehen, nicht nur gegen einen Zeugen, sondern gegen seine zehn Mitjünger, neben Maria Magdalena und den anderen Frauen, ist ein Beweis dafür [...] Er scheint zu der Zeit, [...] eine vernünftige Einsicht in den unsichtbaren Zustand benötigt zu haben, irgendein untrügliches Zeichen vom Himmel, eine Engelsleiter, wie die des Jakob (Gen 28,12), die – ihm das Ende der Reise zeigend – die Angst von ihm nehmen würde. Irgendein solches heimliches Verlangen nach Gewissheit bedrängte ihn. Und eine ähnliche Sehnsucht erwachte in ihm bei der Botschaft von der Auferstehung Christi.

Während unser Heiland Thomas seinen Wunsch erfüllte und seine Sinne beruhigte, dass er wirklich am Leben war, begleitete er die Erlaubnis mit einem Tadel: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ So dienen Ihm alle Jünger sogar in ihren Schwächen, damit Er sie umwandelt in Belehrung und Trost für seine Kirche.


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Lesermeinungen

 Stock 4. Juli 2018 
 

Wunderbar!

Ich finde es sehr schön von kath.net, zum Festtag des hl. Thomas die tiefen Betrachtungen des englischen Kardinals zu diesem Apostel einzustellen. Newman spricht aus, was damals und immer "die Sache" war bzw. ist: Wie kann man die Auferstehung einfach so glauben? Er hat recht, wenn er alle Anhänger in der gleichen, völlig normalen Reaktion des Zweifels angesichts des Unglaublichen sieht. Ansonsten würde das Einmalige in jeder Beziehung trivial.
Seinen Vorwurf spricht Jesus für mich leise, ja lächelnd zu Thomas aus; denn ER weiß um die Unfassbarkeit SEINER Auferstehung. Auch und gerade diesem oft gescholtenen Jünger verdankt die Welt die Heilsbotschaft Christi.
Thomas ist durch seine Reaktion für mich ein Ur-Typ des vom Ostergeheimnis Erschütterten - und daher mein ganz besonders verehrter Heiliger.


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