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Mexiko: Kardinal feiert gelungenen WM-Auftakt

18. Juni 2018 in Jugend, 3 Lesermeinungen
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Erzbischof Retes: Schönes Geschenk, das uns das Nationalteam heute beschert hat - Medien bezeichnen Sieg über Deutschland als das "Wunder von Moskau"


Mexiko-Stadt (kath.net/KAP) Der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Carlos Aguiar Retes, hat den Sieg seines Heimatteams bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Deutschland am Sonntag gebührend gefeiert. In seiner Predigt in der Hauptstadt-Kathedrale rief er die Gläubigen dazu auf, das "schöne Geschenk, das uns die mexikanische Fußball-Nationalteam heute gemacht hat, zu genießen". Stunden später setzte der mexikanische Primas nach mit einem Tweet: "Ein großer Triumpf für das mexikanische Nationalteam gegen Deutschland in Russland! Viva Mexico!"

Kardinal Aguiar hatte schon vor dem Spiel die Spieler der als "El Tri" bezeichneten Mannschaft ins Gebet genommen. Er hoffe, sie würden beispielhaft ihre Hingabe und Qualität zeigen, die sie in den vergangenen Jahren geschmiedet hätten, sagte er in einem Internetvideo, in dem sich der 68-jährige Kirchenführer in mexikanischem Nationaltrikot zeigte. Fußball sei eines der Dinge, die in Mexiko Einheit erleichterten und Identität stifteten, hob er dabei hervor.


Mexiko hatte am Sonntag bei der WM-Auftaktpartie der Gruppe F Deutschland mit 1:0 sensationell besiegt. In einer über weite Strecken mitreißenden Partei im Moskauer Luschniki-Stadion kam das mittelamerikanische Team auf zahlreiche schnelle Konter-Chancen gegen den amtierenden Weltmeister, darunter auch jene, die der Stürmer Hirving Lozano in der 35. Minute in das Führungstor verwandelte. Das Spiel galt als erste Niederlage eines klaren Favoriten im Turnier.

"Das Wunder von Moskau" betitelte der staatliche Fernsehsender Televisa das Spiel, und zahlreiche Zeitungen nahmen auf die vielen Bittgebete der Fans Bezug, die das Bangen im Vorfeld und während des Matches begleitet hatten. Besonders in der zweiten Spielhälfte war dies der Fall, als Mexiko das anfangs hohe Tempo nicht mehr halten konnte und zunehmend in Bedrängnis kam. Die zehn Schlussminuten waren für Mexiko "die Hingabe ihres Schicksals an die Jungfrau von Guadalupe, der man auch Wunder wie das Innehalten von Epidemien oder die Errettung aus Seenot zuschreibt", berichtete im Anschluss sogar der argentinische Fußball-Blog tiempoar.com.ar.

Fußball-Stärken im Glauben umsetzen

In der Kirchenzeitung der Erzdiözese Mexiko-Stadt war zuvor eine Auflistung von zentralen Stärken eines Fußballers erschienen, die es auch im Glaubensleben zu entwickeln gelte: Genannt wurden dabei u.a. Disziplin, Arbeit an den Schwachstellen und Stärken, Totalhingabe, Durchhaltevermögen, Einsatz aller Kräfte und Selbstüberwindung, jedoch auch Genießen und Wertschätzen der Tätigkeit, Verzicht auf Vortäuschen, Solidarität, Demut sowie Hilfe und Annahme von Unterstützung.

"Mexiko nährt sich von Hoffnung", hieß es in einem unmittelbar vor dem Spiel am Sonntag veröffentlichten Beitrag auf der Internetseite der Hauptstadtdiözese. In Mexiko stecke viel mehr als man aus den Ergebnissen der vergangenen Jahre im Sport und in anderen Bereichen schließen könnte. Im Bewusstsein dessen sei das Mitverfolgen der Spiele der Heimmannschaft im Freundeskreis für Millionen Fans ebenso ein "Ritual" wie der Erwerb des grünen Nationaltrikots oder die Sorge um ein komplettes Team im WM-Stickeralbum.


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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