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Österreicherin des Jahres: ‘Papst Franziskus ist ein Geschenk’

11. Juni 2018 in Österreich, 4 Lesermeinungen
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Physikerin Gebeshuber: Forschungsaufenthalt in Malaysia führte zur Wiederentdeckung der eigenen christlichen Wurzeln - Katholische Gemeinschaften sind Hoffnungsträger für ökologische Kehrtwende.


Wien (kath.net/ KAP)
Als ein "Geschenk des Himmels" hat die österreichische Top-Wissenschaftlerin Ille C. Gebeshuber Papst Franziskus und seine Öko-Enzyklika "Laudato si" bezeichnet. "Ich finde mich auf jeder Seite wieder", betonte Gebeshuber im "Kathpress"-Interview. Ungewöhnliche Worte für eine Physikerin mit dem Spezialgebiet Bionik und Nanophysik. 2017 ist Gebeshuber zur "Österreicherin des Jahres" im Bereich Wissenschaft gewählt worden, im heurigen April wurde ihr außerdem der "look! Business Award" für erfolgreiche Unternehmerinnen in der Kategorie "MINT Industries" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) verliehen.

Tatsächlich beeindrucke sie der alle Lebensbereiche umfassende Ansatz einer Humanökologie des Papstes, sagte die Wissenschaftlerin. Daher sehe sie auch in katholischen Gemeinschaften und Gruppierungen Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz. "Dort sind die grundlegenden Werte und langfristiges Denken vorhanden. Und das ist genau das, was heute zählt".


Die 1969 im steirischen Bruck an der Mur geborene Gebeshuber ist zuletzt mit ihrem Bestseller "Wo die Maschinen wachsen: Wie Lösungen aus dem Dschungel unser Leben verändern werden" einem breiteren Publikum bekannt geworden. Darin reflektiert sie ihre Jahre in Malaysia, wo sie von 2008 bis 2015 gelebt und geforscht hat. Eine Zeit, in der sie zugleich "immer mehr und immer stärker meine christlichen Wurzeln wiederentdeckt" habe.

Bis heute gehöre zu einem guten Wochenbeginn für sie auch der Besuch eines Gottesdienstes und die regelmäßige Teilnahme an Exerzitien, berichtete die Top-Forscherin. Einen Konflikt zwischen hoch ausdifferenzierter Naturwissenschaft und einer persönlichen religiösen Grundhaltung sieht Gebeshuber nicht - im Gegenteil: Religiosität helfe dabei, bei aller wissenschaftlichen Detailverliebtheit das Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. "Dem religiösen Auge öffnet sich eine neue Welt."

Eine Art "Paradiesvogel" ist Gebeshuber aber auch im Blick auf ihre Forschertätigkeit: Denn Bionik und Nanophysik stecken ihr zufolge in Österreich "noch in den Kinderschuhen": So sei sie mit ihrem Ansatz und ihrer Art, etwa an Schmetterlingen zu forschen und nach Möglichkeiten des Technologie-Transfers von Pflanzen und Tieren zu suchen faktisch allein. Dies liege wohl auch an der Komplexität des Faches, vereint die Bionik doch Physik, Biologie, Chemie und letztlich alle Naturwissenschaften in sich. - Doch es sei ein Forschungszweig, der das Zeug habe, nicht nur die Wissenschaften, sondern den Alltag der Menschen auf den Kopf zu stellen: Denn ob Bodenreinigung durch Pflanzen, Fassadengestaltung durch Nanotechnologie oder Metallverarbeitung mit Bakterien und Pilzen - es gebe kaum einen Lebensbereich, in dem eine innovative Anwendung natürlicher Vorbilder aus Fauna und Flora nicht einen Quantensprung in Technik und Nachhaltigkeit bedeuten würde.

Kritik übt Gebeshuber indes am klassischen Wissenschaftsbetrieb: Dieser hemme durch das ständige Rad aus Drittmitteleintreibung und Publikationszwang letztlich den Innovationsgeist, ist sie überzeugt. Persönlich sei sie an Geld nicht interessiert - sie wolle vielmehr "Dienerin der Wahrheit" sein und die Welt "ein kleines Stückchen besser machen".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 lenitas 11. Juni 2018 
 

Bravo!

Ich sehe das exakt so, wie die Physikerin. Sie hat zwar einen anderen Weg in den Glauben hinein genommen, aber in Bezug auf den Papst, kommen wir zum gleichen Ergebnis. Mir ist zwar bewusst, dass die eine oder andere Entscheidung des Papstes hier im Forum kontrovers diskutiert wird, oder gar als falsch bewertet wird, und auch ich sehe manche Entscheidung des Papstes erst im zweiten Anlauf geglückt, aber die Grundtendenz und die Schwerpunkte in diesem Pontifikat sind sehr gut, wie ich finde. Und dass es auch zu Fehlern kommt ist menschlich, davor ist keiner gefeit, auch kein Papst. Ja, in der Gesamtbetrachtung kann ich sagen, dass ich Papst Franziskus auch als Geschenk des Himmels sehe, was mich immer wieder glücklich macht. Danke.


5
 
 Herbstlicht 11. Juni 2018 
 

"Hoffnungsträger für eine ökologische Kehrtwende" zu sein - das ist zu wenig, sowohl für katholische Gemeinschaften als auch für den höchsten Hirten.

"...grundlegende Werte und langfristiges Denken..."
"Und das ist genau das, was heute zählt".

Es zählt noch ein bisschen mehr!
Frau Gebeshuber, die sich erfreulicherweise dem Glauben zugewandt hat, ist sich darüber hoffentlich im klaren.


2
 
  11. Juni 2018 
 

Wir brauchen keinen Klima-Papst

der den CO2-Schwindlern auf den Leim geht, sondern einen verläßlichen Fels in der Brandung, aber da happert es förmlich.


9
 
  11. Juni 2018 
 

Papst Franziskus

In diesem Forum - aber ohnehin bei weitem nicht nur hier - haben wohl manche Katholiken die Sorge, ob es sich bei Papst Franziskus nicht vielleicht doch eher um eine Art Danaer-Geschenk für die Kirche handelt.


6
 

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