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Kardinal erinnert Spaniens atheistischen Premier an Gemeinwohl

7. Juni 2018 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Vorsitzender der Bischofskonferenz, Kardinal Ricardo Blazquez, gratulierte Ministerpräsident Sanchez - Allerdings befürchten Bischöfe nach dem Regierungswechsel kirchenfeindlichen Kurs


Vatikanstadt-Madrid (kath.net/KAP) Der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz (EEC), Kardinal Ricardo Blazquez, hat im Namen aller Bischöfe dem neuen Regierungschef Pedro Sanchez gratuliert, wie "Vatican News" am Mittwoch berichtete. Sanchez war am Montag von den Abgeordneten als Nachfolger des durch ein Misstrauensvotum gestürzten Mariano Rajoy gewählt worden. "Wir versichern Ihnen unser Gebet, dass Gott Ihnen sein Licht und seine Kraft gibt, um die hohe Aufgabe zu erfüllen, die das spanische Volk von Ihnen erwartet: Den Dienst am Gemeinwohls, der Einheit, der Sicherung des Wohlstands und des sozialen Zusammenhalts. Unser Land möge Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und das Gemeinwohl aller Bürger erleben", so Blazquez.

Der Kardinal versicherte Sanchez, dass er und alle Mitglieder der Bischofskonferenz, "aufrichtig mit den legitimen Behörden des Staates zusammenarbeiten wollen, um dem Gemeinwohl besser zu dienen".


Spaniens Bischöfe befürchten nach dem Regierungswechsel einen kirchenfeindlichen Kurs des neuen Ministerpräsidenten. Sanchez signalisierte bereits, dass er auf kirchliche Belange wenig Rücksicht nehmen will. Denn die Ernennung des 46 Jahre alten Sozialisten zum Regierungschef birgt mit Blick auf die Belange der katholischen Kirche erhebliches Konfliktpotenzial.

Sanchez hatte am Freitag seinen konservativen Vorgänger Rajoy mit einem Misstrauensvotum zu Fall gebracht und wurde daraufhin am Samstag von König Felipe VI. als Ministerpräsident vereidigt. Anlass für den Misstrauensantrag war die Verurteilung von Rajoys Volkspartei in einem Korruptionsfall.

Spaniens Bischöfe sind besorgt, dass Sanchez viele seiner Programmpunkte aus dem vergangenen Wahlkampf erneut aufgreift. Der Wirtschaftswissenschaftler betont immer wieder, "überzeugter Atheist" zu sein. So schwor er bei seiner Vereidigung als erster Ministerpräsident in der demokratischen Geschichte Spaniens nicht auf die Bibel, sondern nur auf die spanische Verfassung. Auch auf das übliche Kruzifix wurde auf seine Bitte hin bei der Zeremonie im Zarzuela-Palast verzichtet.

Sanchez hält Religion für eine Privatsache. So befürwortet er nicht nur das Entfernen aller religiösen Symbole aus öffentlichen Schulen und Institutionen. Er will Religion darüber hinaus aus dem Lehrplan streichen. "Religion gehört in die Kirche, nicht in die Schule", sagte er. Zudem will Sanchez die Kirche stärker besteuern und finanzielle Zuwendungen streichen.

Bereits als Oppositionsführer setzte sich Spaniens neuer Regierungschef dafür ein, aktive Sterbehilfe und medizinische Suizidbeihife zu legalisieren. Im vergangenen Jahr brachte er außerdem Reformvorschläge im Parlament ein, die minderjährigen Transsexuellen ab 16 Jahren die Möglichkeit geben, sich ohne Einverständnis der Eltern hormonell behandeln zu lassen und ihren Namen zu ändern.

Schritte, die der Kirche gefallen dürften, will Sanchez in der Sozialpolitik setzen. Der Sozialist kündigte an, den Kampf gegen die in Spanien zunehmende Kinderarmut zu verstärken. Er will mit neuen Gesetzen die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern vorantreiben und die von der konservativen Vorgängerregierung vorgenommene Verschärfung der Ausländergesetze rückgängig machen.

Das von Rajoy 2012 abgeschaffte universelle Gesundheitssystem, das allen in Spanien lebenden Menschen, auch illegal Eingewanderten, eine gesundheitliche Versorgung garantierte, will der neue Ministerpräsident wieder einführen. Ebenso will er zahlreiche Antikorruptionsgesetze auf den Weg bringen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 PBaldauf 7. Juni 2018 
 

Sanchez nehme ich seinen Atheismus nicht ab; vermute eher, dass er, wie einst Karl Marx, unter die Anti-theisten zu zählen ist. Auf jeden Fall braucht er viele Gebete. Ich erinnere mich, wie ich einst im spanischen TV einer Ansprache von ihm zuhörte. Dabei hatte ich das Gefühl, als würde mir das Blut in den Adern gefrieren. Die Kälte, der Hochmut und Stolz, die er ausstrahlte, waren kaum zu ertragen.

Würde er einfach nicht glauben, warum sollten ihn dann das Kreuz oder andere religiöse Gegenstände, Zeichen, Symbole derart stören? Ich denke eher, hier liegt entschiedene Gegnerschaft vor. Es bleibt nur zu hoffen und zu beten, dass es ihm nicht gelingt, Neuwahlen zu lange hinauszuzögern, um Zeit für verantwortungslose "Wohltaten" an die Bevölkerung zu gewinnen, die das nächste Wahlergebnis zu seinen Gunsten beeinflussen sollen. Alle Heiligen Spaniens, bittet für ihn und euer Volk.


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  7. Juni 2018 
 

Kirchenfeindschaft in Spanien

hat eine lange Tradition. In den 30ger Jahren rissen schon einmal Sozialisten und Kommunisten in Spanien die Macht an sich und überzogen die Kirche und ihre Gläubigen mit einer aggressiven Verfolgungswelle. Unzählige Märtyrer unter Klerikern, Ordensleuten und Laien. Hätte Francesco Franco nicht eingegriffen, so wäre das katholische Spanien vernichtet worden. Nicht nur dass: Der Kommunismus hätte Europa in die Zange genommen und vernichtet. Mal abwarten, wie lange sich dieser Gottesleugner überhaupt halten kann. Er hat nicht die Mehrheit in den Cortes und kann daher nur mit angezogener Handbremse Politik machen. Gott schütze Spanien!


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 nemrod 7. Juni 2018 
 

...leider gibt es verschiedene Definitionen von Gemeinwohl...und ob des unter Hammer und Sichel kompatibel mit dem unter dem Kreuz sein wird....Zweifel sind erlaubt. Und um heute die Kirche zu bekämpfen bedarf es keiner Amphitheater ...Gesetze machen das heuer viel subtiler...


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 Stephaninus 7. Juni 2018 
 

Nach dem Wording von Kardinal Marx

wäre Sachez nun einer der vereint...(im Gegensatz zu Söder, der spaltet).


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 wedlerg 7. Juni 2018 
 

Da hört man nichts in der dt. Kirche

Wäre es nicht unser erstes Anliegen, gegen das Abhängen von Kreuzen in Europa zu protestieren?

Herr Kardinal Marx, wo ist die Forderung nach Debatten?


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