Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  5. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  6. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  11. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'

Kardinal erinnert Spaniens atheistischen Premier an Gemeinwohl

7. Juni 2018 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vorsitzender der Bischofskonferenz, Kardinal Ricardo Blazquez, gratulierte Ministerpräsident Sanchez - Allerdings befürchten Bischöfe nach dem Regierungswechsel kirchenfeindlichen Kurs


Vatikanstadt-Madrid (kath.net/KAP) Der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz (EEC), Kardinal Ricardo Blazquez, hat im Namen aller Bischöfe dem neuen Regierungschef Pedro Sanchez gratuliert, wie "Vatican News" am Mittwoch berichtete. Sanchez war am Montag von den Abgeordneten als Nachfolger des durch ein Misstrauensvotum gestürzten Mariano Rajoy gewählt worden. "Wir versichern Ihnen unser Gebet, dass Gott Ihnen sein Licht und seine Kraft gibt, um die hohe Aufgabe zu erfüllen, die das spanische Volk von Ihnen erwartet: Den Dienst am Gemeinwohls, der Einheit, der Sicherung des Wohlstands und des sozialen Zusammenhalts. Unser Land möge Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und das Gemeinwohl aller Bürger erleben", so Blazquez.

Der Kardinal versicherte Sanchez, dass er und alle Mitglieder der Bischofskonferenz, "aufrichtig mit den legitimen Behörden des Staates zusammenarbeiten wollen, um dem Gemeinwohl besser zu dienen".


Spaniens Bischöfe befürchten nach dem Regierungswechsel einen kirchenfeindlichen Kurs des neuen Ministerpräsidenten. Sanchez signalisierte bereits, dass er auf kirchliche Belange wenig Rücksicht nehmen will. Denn die Ernennung des 46 Jahre alten Sozialisten zum Regierungschef birgt mit Blick auf die Belange der katholischen Kirche erhebliches Konfliktpotenzial.

Sanchez hatte am Freitag seinen konservativen Vorgänger Rajoy mit einem Misstrauensvotum zu Fall gebracht und wurde daraufhin am Samstag von König Felipe VI. als Ministerpräsident vereidigt. Anlass für den Misstrauensantrag war die Verurteilung von Rajoys Volkspartei in einem Korruptionsfall.

Spaniens Bischöfe sind besorgt, dass Sanchez viele seiner Programmpunkte aus dem vergangenen Wahlkampf erneut aufgreift. Der Wirtschaftswissenschaftler betont immer wieder, "überzeugter Atheist" zu sein. So schwor er bei seiner Vereidigung als erster Ministerpräsident in der demokratischen Geschichte Spaniens nicht auf die Bibel, sondern nur auf die spanische Verfassung. Auch auf das übliche Kruzifix wurde auf seine Bitte hin bei der Zeremonie im Zarzuela-Palast verzichtet.

Sanchez hält Religion für eine Privatsache. So befürwortet er nicht nur das Entfernen aller religiösen Symbole aus öffentlichen Schulen und Institutionen. Er will Religion darüber hinaus aus dem Lehrplan streichen. "Religion gehört in die Kirche, nicht in die Schule", sagte er. Zudem will Sanchez die Kirche stärker besteuern und finanzielle Zuwendungen streichen.

Bereits als Oppositionsführer setzte sich Spaniens neuer Regierungschef dafür ein, aktive Sterbehilfe und medizinische Suizidbeihife zu legalisieren. Im vergangenen Jahr brachte er außerdem Reformvorschläge im Parlament ein, die minderjährigen Transsexuellen ab 16 Jahren die Möglichkeit geben, sich ohne Einverständnis der Eltern hormonell behandeln zu lassen und ihren Namen zu ändern.

Schritte, die der Kirche gefallen dürften, will Sanchez in der Sozialpolitik setzen. Der Sozialist kündigte an, den Kampf gegen die in Spanien zunehmende Kinderarmut zu verstärken. Er will mit neuen Gesetzen die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern vorantreiben und die von der konservativen Vorgängerregierung vorgenommene Verschärfung der Ausländergesetze rückgängig machen.

Das von Rajoy 2012 abgeschaffte universelle Gesundheitssystem, das allen in Spanien lebenden Menschen, auch illegal Eingewanderten, eine gesundheitliche Versorgung garantierte, will der neue Ministerpräsident wieder einführen. Ebenso will er zahlreiche Antikorruptionsgesetze auf den Weg bringen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Spanien

  1. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  2. Spanien: Offener Schlagabtausch zwischen Regierung und Bischöfen
  3. „Es gibt Anzeichen dafür, dass der Katholizismus wieder im Trend liegt“
  4. Kein Hassverbrechen: spanisches Gericht spricht zwei Priester und einen Journalisten frei
  5. Spanisches Verfassungsgericht erklärt einige Corona-Maßnahmen für verfassungswidrig
  6. Äbtissin kritisiert vorgeschriebene Schließung kleiner Frauenklöster
  7. Vatikan verbietet Messe im Alten Ritus für spanische Wallfahrer
  8. Höchster Kirchturm der Welt soll 2026 fertig sein
  9. Spanierin ist erste Abgeordnete Europas mit Down Syndrom
  10. Veranstaltung mit Erzbischof Gänswein in Madrid abgesagt






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  6. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  9. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  10. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Ist Jesus der Herr?
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz