01 Juni 2018, 12:00
Wo sind die Deborahs, die Esthers, die Marias heute?
 
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Der Feminismus hat in seinem blinden Ehrgeiz die Frau besser als den Mann zu machen, am Ende beiden Geschlechtern größten Schaden zugefügt - BeneDicta am Freitag von Inka Hammond

Linz (kath.net)
Wieder einmal bin ich fassungslos. Es will nicht in meinen Kopf, wie sich eine Frau darüber freuen kann, dass es ihr leichter gemacht wird, ein Kind, das in ihr heranwächst, umzubringen. Irland feiert eine Tragödie und es ist an der Zeit, dass wir aufwachen.

Mit Bauchschmerzen habe ich den weltweiten Protestmärschen von Frauen zugesehen, als Trump Präsident wurde. Voller Traurigkeit beobachte ich, wie Frauen immer wieder auf die Straßen gehen, um auf das Recht auf Abtreibung zu pochen. Wir haben uns verrannt und verlaufen.

Der Feminismus ist schon lange über das Ziel hinaus geschossen. So sehr ich es auch feiere, dass Frauen mehr und mehr mit ihrem ganzen Potential anerkannt werden, dass Frauen Konzerne leiten und Länder regieren, so sehr klage ich an, dass so viele Frauen mit ihrer Sehnsucht nach Selbstbestimmung und Freiheit letzten Endes gegen sich selbst kämpfen und gegen die Urbestimmung ihres Daseins – Leben zu schenken.

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Das zeigt wieder einmal, dass menschliches Streben nach Erfüllung, nach Sinn, nach Macht am Ende in einer Katastrophe endet. Dass Frauen dem Mann gleichgestellt sind, ist doch laut christlichem Werteverständnis gar keine Frage. Jesus selbst hat Frauen geehrt, hat sie ernst genommen, hat sie als Gegenüber wahr genommen – und das in einer Kultur und in einer Zeit, wo das überhaupt nicht selbstverständlich war. Er hat Frauen in Schutz genommen, er hat sich nicht geschämt mit ihnen gesehen zu werden. Würde Jesus heute auf der Erde leben, wäre er mit Sicherheit ein Befürworter von Frauenrechten. Ich drücke es mal provokant aus: Jesus ist feministischer eingestellt, als wir meinen.

Doch ein Feminismus, der laut Definition Gleichberechtigung der Frau in allen Lebensbereichen und eine Veränderung der gesellschaftlichen Rollen anstrebt, hebelt sich selbst aus, wenn er der Frau vorgaukelt, es wäre Selbstbestimmung, wenn sie ein Kind, das in ihrem eigenen Bauch heranwächst, umbringen kann. Das hat dann nichts mehr mit Fortschritt und Freiheit zu tun, sondern ist wahrhaftig Selbstverstümmelung, macht die Frau mundtot und ihre einmalige Kompetenz Leben zu schenken, wird ihr grausam geraubt. Ich dachte eigentlich, genau gegen solche Dinge kämpft der Feminismus?
Was die Abtreibungsbefürworter verschweigen, ist, dass die meisten Frauen nicht einfach ‚mal eben so‘ abtreiben, sondern sie wählen diesen Weg, weil sie keine Alternativen sehen. Weil sie von ihrem Freund dazu gezwungen werden oder von den Eltern. Weil sie Existenzängste haben. Weil sie bereits Kinder haben und sich überfordert fühlen. Die wenigsten Frauen machen es sich so leicht, wie es der Jubel auf den Straßen Irlands oder Washington DCs oder anderswo vermuten lässt. Und wenn eine Frau nun keinen anderen Ausweg sieht, als ihr eigen Fleisch und Blut aus sich herausreißen zu lassen, dann soll mir das bitte keiner als Fortschritt im Namen des Feminismus verkaufen.

Es ist an der Zeit, den Feminismus in andere Bahnen zu leiten. Es ist an der Zeit, dass Frauen, die ja zurecht in sich Stärke und Kompetenz sehen, aufstehen und diesem Wahnsinn ein Ende bereiten. Mit der gehypten Hysterie, die den Slogan ‚Mein Bauch gehört mir‘ als den Fortschritt schlechthin in die Welt hinausposaunt, treibt sich der Feminismus mit seinen guten Zielen selbst ab. Eine Frau, die in sich nicht die Kraft und die Würde findet, Leben zu schenken, hat vergessen was es bedeutet, Frau zu sein. Eine Frau, die keinen anderen Ausweg findet, als abzutreiben, ist nicht selbstbestimmt, sondern einsam und verzweifelt.

Der Feminismus hat in seinem blinden Ehrgeiz die Frau besser als den Mann zu machen, am Ende beiden Geschlechtern größten Schaden zugefügt. Wir Frauen, die wir Jesus lieben, sind mehr denn je dazu herausgefordert, dieser Welt zu zeigen, was Weiblichkeit, was Frau-sein im Sinne des Schöpfers wirklich bedeutet. Die Bibel ist ein Buch für Feministen, wirklich wahr! Sie feiert Weiblichkeit. Sie ehrt den Erfolg, die Kompetenz von Frauen. Sie scheut sich nicht, weiblichen Mut zu erwähnen. In der Bibel finden wir eine Kriegsherrin und eine Richterin über ein ganzes Volk (Deborah), eine wunderschöne Königin, die bereit ist ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um ihr Volk zu retten (Esther), ein Loblied auf eine Frau, die fähig ist Geld zu verdienen, ein Unternehmen zu leiten und auch noch für ihre Familie da ist (Sprüche 31), ein junges Mädchen, das bereit ist, sich gegen jeden gesellschaftlichen und familiären Druck zu stellen und eine Verheißung zu gebären (Maria) - um nur ein paar zu nennen.

Wo sind die Deborahs, die Esthers, die Marias heute? Wo sind die Frauen, die den Mut haben, sich gegen die Lügen unserer Zeit zu stellen, die unsere Weiblichkeit, unsere Stärke, unsere Kompetenz doch überhaupt nicht im Blick haben, sondern die Frau lediglich als Instrument benutzen, um die Marktwirtschaft anzukurbeln oder um die Abtreibungslobby reich zu machen? Wo sind die Frauen, die sich keine lächerlichen, selbstgehäkelten Vaginamützen aufsetzen, sondern aktiv die Gesellschaft wirklich zum Besseren verändern, indem sie ihre Weiblichkeit dazu einsetzen, Wärme und Licht und Liebe zu transportieren?

Ich glaube zutiefst, dass es von Anfang an Gottes Plan war, Frauen dazu einzusetzen die Welt zu verändern. Das was wir heute erleben, ist ein kaum auszuhaltender Egoismus vieler Frauen, ein ewiges Drehen um sich selbst, das schlimmstenfalls in der Tötung eines ungeborenen Kindes endet. Wir sind dazu geschaffen, Leben zu schenken. Nicht nur im Sinne von tatsächlicher Schwangerschaft und Geburt, sondern auch im Sinne von kreativen Ideen, empathischen Mitdenken, kraftvollen Aufbauen, ausdauernder Investition und liebevolles Wahrnehmen anderer. Das und noch viel mehr können wir Frauen wirklich gut. Das und noch viel mehr können wir in unseren Familien und auf unseren Arbeitsplätzen einbringen.

Es ist an der Zeit, dass wir Frauen wieder zu unserer Weiblichkeit zurückfinden und auf unser Herz hören lernen. Ich bin stolz und dankbar, dass ich eine Frau sein darf und dass ich von den Erfolgen kämpferischer Frauen, die mir voran gegangen sind, profitieren kann. Ich wünsche mir, dass die Generationen nach mir, von dem profitieren können, wofür ich kämpfe. Dass meine Töchter begreifen, wie unendlich wertvoll ihre Weiblichkeit ist. Und dass kompetentes, selbstbewusstes Frausein und Abtreibung gegensätzlicher nicht sein könnten.
Die Welt braucht Frauen, die lieben, die leiten und die Leben schenken.

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