Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  9. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

EU-Familienverband: Individual-"Rechte" gefährden Charta von 1948

13. April 2018 in Familie, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


FAFCE-Verantwortlicher Antoine Renard: Heute "Müdigkeit unter jenen, die zurecht glauben, dass soziales Handeln besser ist als Individualismus"


Wien (kath.net/KAP) Auf die Gefährdung des Wesens der vor 60 Jahren verabschiedeten UN-Menschenrechtscharta durch eine individualistische Neuinterpretation und Ideologisierung hat der Präsident der Föderation der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE), Antoine Renard, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Kathpress" am Donnerstag in Wien hingewiesen. "In unserer christlichen Kultur lernt man den Umgang mit Fremden in der Familie. Wir lernen, wie wir Brüder und Schwestern behandeln sollen, ob sie jetzt in unser Familie leben oder außerhalb", sagte Renard. Dies sei Ausdruck eines "christlichen Humanismus", der eine machtvolle Komponente in der Entwicklung der europäischen Staaten sei.

Diese "christlichen Wurzeln Europas" seien auch in der Menschenrechtscharta von 1948 enthalten. Heute drohten sie durch ein anderes, individualistisches Weltbild unterhöhlt zu werden. "Individualismus und Gleichgültigkeit sind die größten Gefahren", so der Franzose: "Es gibt mittlerweile bei denjenigen, die zurecht glauben, dass soziales Handeln besser ist als Individualismus, auch erkennbare Müdigkeit. Sie reagieren nicht mehr. Der Papst rüttelt uns deshalb auf, er sagt: Geht, tut etwas, handelt!"


Als das Menschenrechtsideal nach der Katastrophe des Krieges entstanden war, sei es darum gegangen, Rechte der Person festzuschreiben, sodass der Staat diese nicht außer Kraft setzen könne. "Wir sehen aber, dass - wegen Interessen der Wirtschaft, der Kommerzialisierung usw. - der Individualismus auch die Auffassung der Menschenrechte beeinflusst. Eine kontinuierliche Umschreibung ist im Gang: nicht mehr Rechte der Person, sondern Rechte des Individuums. Es gibt mehr und mehr Forderungen nach angeblichen Rechten des Individuums, die unabhängig von den sozialen Bindungen des Menschen sind", sagte der FAFCE-Präsident: "Das ist das Kernproblem."

Wer den Menschen immer als "einen alleine" sehe, der könne keine Grenzen ziehen. "Als Christ ist aber das, was mich glücklich macht, die Entwicklung meiner Beziehung zu den anderen." Bei der Ehe etwa sei es so gewesen, dass sie Rechte hatte, um die Familie zum schützen. "Die Familie ist der Ort, wo wir aufwachsen. Sie wird geschützt, und die Ehe wird geschützt, im Blick auf die Kinder. Wenn man die Ehe nur im Blick auf das Paar sieht, dann gibt es keinen Grund zu verhindern, warum nicht jeder oder jede jeden oder jede heiraten soll." Die Ehe werde von einer Institution zum Schutz der Familie zu einer Institution zum Schutz der Paare.

Technische und medizinische Entwicklungen würden auch die Familienbildung aushöhlen, so Renard: "Es kommt zu der völlig verrückten Situation, dass eine junge Frau, die Kinder bekommen könnte, gedrängt wird, die Pille zu nehmen oder abzutreiben, damit sie arbeiten kann. Und dann, wenn sie 50 ist, denkt sie: Es wäre gut, ein Kind zu haben, und sie wendet sich an eine technische oder medizinische Einrichtung, die ihr helfen soll, Kinder zu bekommen."

Es werde erwartet, dass Menschen so glücklich werden, aber es funktioniere nicht. Es werde aber als "Recht" deklariert - "Mein Recht ist es, das zu tun, was ich will." Was die Armen, die Umwelt, die Mitmenschen tun, sei egal, wichtig sei, "dass ich mich selbst entfalten kann. Und ich erwarte von der Gesellschaft, dass sie mir hilft, zu tun, was ich will."

So komme es zur Entstehung unglücklicher Menschen, stellte der FAFCE-Präsident fest. Sie gingen Kontakten aus dem Weg, kommunizierten nur mit dem Smartphone und gäben Populisten ihre Stimme: "Wer Populisten wählt, macht einen Aufschrei, er ist nicht glücklich."

Es gebe aber auch - zumindest in Frankreich - eine neue Suche nach dem Glauben. "Die christliche Kultur geht wahrscheinlich zurück, aber der Glaube kommt", sagte Antoine Renard. Wenn diese Menschen eine Ausstrahlung im Sinne von Glücklichsein haben, dann ziehe das an: "Am Anfang braucht es nicht einmal so viele, aber es braucht gute Gläubige." So würden diese Gemeinschaften wachsen. Ein gewisser Prozentsatz guter Familien reiche, um andere aufzuwecken.

Die neue Familienallianz habe in den Lebensschutz-Demonstrationen "Manif pour tous" ein beeindruckendes Zeichen gegeben, erinnerte Renard. Die Teilnehmerzahl werde von Mal zu Mal größer, zuletzt seien es zwei Millionen gewesen, darunter auch viele muslimische Familien. Der Schlüssel für den Erfolg sei dabei die Basis-Arbeit.

Laut Renard sind in Frankreich heute 700.000 Familien in lokalen christlichen Verbänden organisiert. Die meisten davon gingen bei "Manif pour tous" mit. Das Motto "Act locally" sei deshalb aus seiner französischen Erfahrung die wichtigste Lehre für die Europaarbeit. "Geht in die Pfarren, arbeitet mit den Pfarren, das bringt Erfolg", so das wichtigste "Rezept".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Familie

  1. CDL kritisiert Pläne zur Abschaffung der Mitversicherung von Ehepartnern
  2. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  3. Zehn Gespräche, bevor man „Ja“ sagt
  4. Katholischer 'Familienverband Wien' wirbt mit gleichgeschlechtlichen Paaren
  5. US-Bundesstaat Oregon verweigert Adoption für christliche Mutter
  6. Texas: Adoptionen im letzten Jahr um 30 Prozent gestiegen
  7. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  8. Kroatien: Regierung will Sonntagsöffnung deutlich einschränken
  9. Neigung vor Gott und Zuneigung zum Menschen
  10. Lebenslänglich für zwei Menschen







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Fatima-Tag in Berlin
  3. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  4. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  5. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  6. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  7. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  8. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  9. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  10. Im Licht der Liebe
  11. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  12. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  13. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  14. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  15. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz