14 März 2018, 11:15
Widerstand in Rom gegen die Relativierung von Humanae vitae
 
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RAI-Journalistin Costanza Miriano wehrt sich gegen Verunglimpfung der Enzyklika Humane vitae an der Gregorgiana durch den Theologieprofessor Maurizio Chiodi. Dieser sprach vor einigen Wochen von einer "Pflicht zur Empfängnisverhütung"

Rom (kath.net)
In der Stadt Rom regt sich Widerstand gegen die Relativierung der Enzyklika Humanae vitae. Nach einem umstrittenen Vortrag an der päpstlichen Universität Gregoriana, bei dem der Moraltheologe Maurizio Chiodi über die Pflicht der Empfängnisverhütung sprach, hat die Journalistin und Buchautorin Costanza Miriano im Internet zum Widerstand aufgerufen. Die RAI-Journalistin und Mutter von vier Kindern schreibt auf ihrer Website: "Es ist bekannt, dass es eine Studienkommission zur Humanae Vitae gibt, und es ist auch bekannt, dass es auch in der Kirche viele Stimmen gibt (außerhalb der Kirche tritt das Problem nicht wirklich auf), die sagen, dass es notwendig sei, unseren Blick auf die menschliche Sexualität zu ändern. Die Gregoriana schlug anlässlich des 50-jährigen Jubiläums - es war das entscheidende 68er Jahr, als Paul VI. seine prophetische Enzyklika schrieb - eine Reihe von acht Treffen mit sechzehn Referenten vor, darunter Pater Chiodi, der von der Verpflichtung zur Empfängnisverhütung sprach. Die Personen, die über das Thema referieren, sind fast immer Personen des geweihten Lebens. Wir aber sind Laien, verheiratet. Vielleicht sollte auch unsere Stimme gehört werden."

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Miriano ruft derzeit auf ihrem viel gelesenen Blog dazu auf, Briefe an die Päpstliche Akademie für das Leben sowie an die Gregorianische Akademie zu schreiben. Darin soll erklärt werden, dass wir "keine Angst" vor der Empfängnisverhütung haben und dass die Enzyklika Humanae Vitae uns das Leben rettete oder es zumindest schöner gemacht habe. Die Journalistin schreibt wörtlich: "Uns war aber das hohe Maß des Lebens, das uns darin vorgeschlagen wurde, immer klar, auch dann, wenn wir es nicht schafften, es zu ergreifen. Zunächst einmal könnten wir klarstellen, dass das Nein zur Empfängnisverhütung für uns kein Idol ist, denn der zentrale Punkt der Frage ist: Stelle ich oder stelle ich nicht Gott in den Mittelpunkt meiner Affektivität? Lasse ich ihn mein Herz formen? Dient mir meine Beziehung zum Bräutigam, der Braut, dazu, dem Herrn noch mehr zu begegnen? Bin ich bereit, etwas Eigenes zu riskieren, um seinen Willen zu tun, auch wenn es mir nicht die beste Wahl erscheint (wäre es andernfalls Gehorsam?), oder die bequemste? Glaube ich wirklich oder nicht, dass das wahre und volle Glück darin liegt, seinen Willen zu tun, und dass es einige entscheidende Punkte gibt, in denen man wirklich, auf konkrete Art und Weise den Gehorsam Gott gegenüber ins Spiel bringt?"

Miriano bedauert, dass die wahren „Experten" von Humanae vitae von offiziellen Kirchenorganen wie L'Avvenire zuletzte als "mürrische Verteidiger der Moral" verunglimpft wurden. Die Journalistin erklärt dazu: "Der Vorschlag der Kirche schließt Behutsamkeit und Verantwortung nicht aus, auf jeden Fall nicht: Niemand sagt, es sei notwendig, ein Kind nach dem Anderen auf die Welt zu bringen. Aber wenn man beginnt, menschliche Berechnungen anzustellen, ist selbst ein Kind zu viel: Nur wenige können die Zukunft der nächsten Generation garantieren, ganz zu schweigen von den Gefahren und Krankheiten. Nur wenn man weiß, dass ein Kind von Gott geschickt ist, kann man so viel wagen. Ein Gläubiger weiß, dass Gott es auf sich nehmen wird, und Gott ist wahrhaftig ein großer Herr: Er wird mit seiner Hilfe sicher nicht sparen. Ganz davon zu schweigen, dass es eine Reihe sehr zuverlässiger Werkzeuge für natürliche Methoden gibt, die inzwischen die Genauigkeit anderer Verhütungsmethoden haben (und wir könnten noch ein Thema ansprechen über die Tatsache, dass sogar die natürlichen Methoden mit einer geschlossenen Mentalität dem Leben gegenüber verwendet werden können...), ohne das Risiko, dass eine Empfängnis stattfindet."

Die Blogger erklärt, dass man nicht zwangsweise Befürworter großer Familien sei. Es gehe nicht einmal um die Zahl der Kinder. "Das, was wirklich zählt, ist, unser Herz für Ihn und seine Initiative in unserem Leben offen zu lassen. Aber man kann nicht sagen, dass wir offen für die Initiative Gottes sind, wenn wir ihm nicht erlauben, in die wirklich kritischen Entscheidungen einzutreten: Geld und Affektivität."

Miriano kritisierte, dass Humanae Vitae an der Gregoriana bloß als ein Symbol dargestellt wurde. "Es reicht nicht aus, keinen Ehebruch zu begehen, vielleicht aus Bequemlichkeit, Notwendigkeit, Gewohnheit. Der Kern von allem, die Schönheit, die die Humanae Vitae vorschlägt, besteht darin, die Liebe zwischen Ehepartnern zu einem Weg der Glückseligkeit zu machen, und zwar des Glücks. Wenn als Weg zu Gott hingelebt, ist die christliche Ehe etwas, das jeder anderen Ehe nur in der Form ähnelt: Wenn man das Sakrament nach der Gnade leben kann, kann man versuchen, seinen Mann, seine Frau zu lieben, wie Christus ihn liebt. Es ist möglich, Schritt für Schritt: Wenn die beiden Ehegatten sich verkleinern, vergrößert die Liebe Gottes immer mehr den Handlungsspielraum zwischen ihnen. Eine Liebe, die die Brautleute oft nicht verstehen, nicht zuletzt, weil sie ihnen nicht verkündet wird, auch nicht von der Kirche, die vielleicht noch das Atombombenpotential zu verstehen hat, dass sich im Sakrament der Ehe befindet. Nach Humanae Vitae zu leben, bedeutet zu versuchen, Zugang zu dieser Liebe zu erlangen, d.h. Gott zu erlauben, im Leben des Paares als Herr zu handeln, sich hinzugeben, nicht seinen eigenen Überlegungen und Plänen zu gehorchen, sondern auf eine andere Stimme zu hören."

Die Journalisten erwartet von der Kirche, dass diese beginne, eine "höhere Schönheit" zu verkünden, und dass die Priester keine Angst davor haben, unpopulär zu sein, anstatt zu sagen, dass es immerhin Fälle gibt, in denen man die Verhütung verwenden darf. "Lasst sie wieder anfangen, in den Ehevorbereitungskursen klar und deutlich zu sprechen, indem sie über das Kreuz und die Schönheit reden und darüber, worin das Sakrament der Ehe wirklich besteht, wo eine Kraft der Liebe, die brennt, unsere kleine und trügerische Liebe wahrhaft machen kann. Ich möchte, dass wir schreiben, dass HV dazu beiträgt, die Vereinigung der Eheleute zu leben, welche Vereinigung ja auch an sich zeugungsfähig ist, aber vor allem die Bestimmung der Ehe darstellt, die der Weg zu Gott ist. Wir sind sicher, dass ‚in unam carnem‘ eine ‚Bewegung zu einem Ziel‘ ist, die Reise eines Lebens. Eine Reise, die Stürze, Brüche, Schwierigkeiten, Zweifel nicht ausschließt. Wir haben keine zuckersüße Vorstellung von der perfekten Familie, wir wissen vielleicht mehr als einige Priester, dass die Familie auch aus ‚Tränen und Blut‘ besteht. Wir wissen, dass wir aufgerufen sind, nicht mit dem Modell der ‚romantischen Komödie‘, sondern mit dem Modell des gekreuzigten Christi zu lieben. Aber sechs Worte genügen, um all das zu sagen: So etwas wie Humanae Vitae rettete mir das Leben".

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