Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  4. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  5. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  6. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

Union kritisiert Aufweichung des Embryonenschutzes

30. Oktober 2003 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Heftige Kritik gibt es an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die vom unbedingten Schutz künstlich erzeugter Embryonen abrücken will.


Berlin (www.kath.net / idea) Eine mögliche Aufweichung des Embryonenschutzes durch die Bundesregierung ist auf scharfe Kritik aus der Union gestoßen. Wie aus dem Manuskript einer Rede von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hervorgeht, die sie am 29. Oktober an der Berliner Humboldt-Universität hielt, will sie vom auf der Verfassung gründenden Prinzip abrücken, dass ein künstlich gezeugter Embryo schon von der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an die volle Menschenwürde besitzt. Die befruchtete Eizelle in der Petrischale habe lediglich das “Potential”, sich als Mensch zu entwickeln, so die SPD-Politikerin. Um seine Menschenwürde zu verwirklichen, sei er auf eine austragungsbereite Frau angewiesen. Dazu könne der Staat aber niemanden verpflichten.

Diese Konstellation bestehe zudem nicht nur beim “in vitro” erzeugten Embryo, sondern auch beispielsweise bei der Anwendung der Spirale zu Schwangerschaftsverhinderung. Mit dieser Methode werde die befruchtete Eizelle daran gehindert, sich einzunisten und sich zu entwickeln. Frau Zypries: “Wir müssen also aufpassen, dass wir den Grundrechtsschutz nicht auf etwas richten, was wir realistischerweise nicht erfüllen können.” Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, würde die von Frau Zypries vorgetragene neue Rechtsauffassung dem Staat einen neuen “Spielraum” eröffnen. Er erlaube, den Lebensschutz von Embryonen etwa gegen Interessen von Eltern bei der Reproduktionsmedizin oder von Wissenschaftlern und Patienten bei der Stammzellforschung abzuwägen.

Ministerin entfernt sich von Auffassungen der Kirchen und ihrer Vorgängerin

Die Ministerin würde sich damit von der Auffassung der Kirchen wie auch ihrer Amtsvorgängerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) entfernen. Der Wandel in der Rechtsauffassung entziehe allen fundamentalen Positionen gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID) und die Embryonenforschung die verfassungsrechtliche Argumentationsgrundlage. Die Ministerin wolle zwar nicht alle Möglichkeiten freigeben, aber den Weg öffnen, Chancen und Risiken der Biomedizin jeweils gesondert abzuwägen. Diese Auffassung teile auch Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Ministerin lehnt die PID zwar ab – aber nicht wegen des grundsätzlichen Lebensschutzes, sondern weil es unmöglich sei festzulegen, welches Leben für “aussonderungswürdig” erklärt werde. PID soll es Eltern mit genetischen Risiken auf dem Wege der künstlichen Befruchtung ermöglichen, Embryonen ohne Krankheitsmerkmale auszuwählen und andere zu verwerfen. Frau Zypries lehnt auch das therapeutische Klonen ab, weil bei der Stammzellzucht Embryonen speziell zur Tötung erzeugt würden. Offener bewertet sie den Umgang mit embryonalen Stammzellen, die mit “überzähligen Embryonen” aus Kliniken für künstliche Befruchtung gewonnen werden.

EAK: “Wir stehen am Rubikon einer verheerenden Biopolitik”

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel, warf der Bundesregierung vor, sie untergrabe aus wirtschaftlichen Gründen den umfassenden Schutz der Menschenwürde. Rachel: “Deutschland steht hier am Rubikon einer verheerenden Biopolitik.” An die Stelle der unbedingten Achtung menschlichen Lebens trete ein Denken der “Verzwecklichung”, so Rachel. Dem sei vom Standpunkt des christlichen Glaubens aus “vehement” zu widersprechen. Der EAK wisse sich hier einig mit den Kirchen.

Hüppe: Ministerin leistet “bioethischen Offenbarungseid”

Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe – stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission “Ethik und Recht der modernen Medizin” - leistet die Ministerin “den bioethischen Offenbarungseid”. Hüppe befürchtet, dass es bei den noch von Frau Zypries aufrechterhaltenen Vorbehalten beim Klonen und der PID nicht bleiben wird: “Wer den Beginn menschlichen Lebens vom Menschenwürdeschutz ausnimmt, kann auf Dauer keine derartigen Schranken aufrechterhalten.” Die Bundesregierung stelle sich gegen die große fraktionsübergreifende Mehrheit des Bundestags. Hüppe ist auch stellvertretender Bundesvorsitzender der “Christdemokraten für das Leben” (CDL).

Deren Bundesvorsitzende, Mechthild Löhr (Meschede), verwies darauf, dass nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts dimap mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung davon überzeugt seien, dass der Mensch im Augenblick der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle entstehe. Auch das Bundesverfassungsgericht habe dem Embryo von Anfang an den vollen staatlichen Schutz zugesprochen. Das Embryonenschutzgesetz bestätige diese Rechtslage ausdrücklich. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik maße sich eine Regierung an, den Geltungsbereich der Menschenwürde einzuschränken. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) fordert den Rücktritt der Bundesjustizministerin, “um ihr Amt nicht weiter mit einer solchen dem Grundgesetz widersprechen Haltung zu belasten”.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Embryonen

  1. Gerichtshof: Italien darf Embryonenspende an Forschung verbieten
  2. US-Forscher klonten erstmals Menschen
  3. Mit Erzbistum Freiburg unterstützen nun 23 Bistümer 'One of us'
  4. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  5. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  6. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  7. DBK: Kein Aufruf zur Unterstützung von 'Einer von uns'
  8. An Unterschriftenaktion für Embryonenschutz beteiligen
  9. US-Bischöfe verurteilen Klon-Versuch mit menschlichen Embryonen
  10. Ärzte und Greenpeace gegen kommerzielle Nutzung von Embryonen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  3. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  4. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  5. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  6. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  7. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  8. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  9. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  10. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  11. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  12. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  13. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  14. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  15. „Du trägst Gottes Bild“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz