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Afrikas Kirche hat ‘andere Sorgen’

4. März 2018 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Nigerianische Kardinal Onaiyekan kritisiert Diskussion in Europa: Die Kirche müsse sich darüber Sorgen machen, dass sich, anders als in Afrika, „die Kirchen zunehmend leeren und viele Menschen gar nicht mehr hingehen.


Wien (kath.net)
Die Diskussion über Kirche, Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen ist aus afrikanischer Perspektive eine Themenverfehlung. Dies meint der nigerianische Kardinal John Onaiyekan in einem Interview mit dem ORF. Man müsse sich in Europa eher um die leeren Kirchen sorgen. Onaiyekan nahm Anfang der Woche an einem Religionsgipfel des internationalen König-Abdullah-Dialogzentrum (KAICIID) teil und meint: "Wir sind überrascht, dass das die Themen sind, über die man sich Sorgen macht."


Die Kirche, gerade in Europa mit seiner im Gegensatz zu Afrika immer säkularer werdenden Bevölkerung, müsse sich darüber Sorgen machen, dass sich, anders als in Afrika, „die Kirchen zunehmend leeren und viele Menschen gar nicht mehr hingehen". Die Kirche in Afrika hingegen wachse. In Nigeria gibt es rund 20 Millionen Katholiken. "Man sollte darüber reden, dass es nur wenige gibt, die Priester werden wollen. Auch die Tatsache, dass nicht länger klar ist, was es heißt, Christ zu sein, sollte uns Sorgen machen sollte.",

Angesprochen auf Homosexualität gäbe es in Afrika einen klaren Konsens zwischen Christen und Muslimen. Diese wird abgelehnt, in nicht wenigen Staaten. Homosexualität steht in vielen afrikanischen Ländern sogar unter Strafe - auch in Nigeria. Der Kardinal möchte aber homosexuelle Menschen „nicht dämonisieren“. Die Lehre der Kirche sei für ihn klar, hier gäbe es keine Option. Die "Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Europa und Nordamerika sei schließlich „kein Fortschritt“.

Angesprochen auf die Kritik an Papst Franziskus im Zusammenhang mit "Amoris laetitia" meint der Kardinal, dass jeder, der sich Mühe mache, das gesamte Werk von Franziskus zu lesen, nicht auf die Idee kommen, dass der Papst sei ein Häretiker sei. Der Papst habe die Kirchenlehre bestätigt und nur zu mehr Sensibilität im Umgang mit Wiederverheirateten aufgerufen. Onaiyekan spreche sich aber klar gegen die Öffnung der Sakramente für diese Paare aus.


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