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Confiteor - Ich bekenne

28. Februar 2018 in Spirituelles, 4 Lesermeinungen
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„Eigentlich schade, dass das Confiteor heute so wenig gebetet wird“. Kolumne „Gedanken eines Nichttheologen“. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) „Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe, ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld“

Eigentlich schade, dass das Confiteor heute so wenig gebetet wird. Liegt es vielleicht daran, dass wir es früher viel zu wenig bedacht haben? Wie dem auch sei, ich glaube, dieses Gebet ist sicher einer eingehenden Meditation wert.

Ich bekenne. Dass wir alle unsere Schwächen und Fehler haben und immer wieder versagen, das ist uns allen klar. Dass wir diese lieber vertuschen als bekennen liegt in unserer menschlichen Natur. Doch dass wir sie öffentlich in die Welt hinausposaunen sollten ist sicher nicht der Sinn dieses Gebetes. Das würde dann nämlich bereits an Stolz grenzen.

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen. Ihm, dem Allwissenden können wir nichts verstecken. Also sollte es ihm gegenüber leichter fallen, zu bekennen. Aber was geht das meine Brüder und Schwestern an? Nur, meist wissen oder ahnen sie es so oder so. Wenn ich nun ehrlich dazu stehe, dann fällt es auch ihnen leichter, zu ihren Fehlern zu stehen. Und für mich ist es eine Schule der Demut und Bescheidenheit, solange wir uns dabei der Versuchung des Stolzes bewusst bleiben.


Ich habe Gutes unterlassen. Wenn ich mich selber ehrlich beobachte, so kommt das eigentlich fast öfters vor als das andere, dass ich Böses getan habe. Es lässt sich auch viel leichter entschuldigen und verharmlosen. Dies einerseits. Auf der anderen Seite aber vergessen wir auch allzu leicht, dass es mit dem „Gutes tun“ noch lange nicht getan ist. Wir sind nämlich auch in der Lage mit „Gutes tun“ Schlechtes zu bewirken. Und das ist sicher nicht der Wille Gottes. Dann ist es auch möglich, dass wir mit unserem „Gutes tun“ diesen oder jenen ungerecht bevorteilen und andere benachteiligen. Auch das widerspricht Gottes Gerechtigkeit. Und nicht zuletzt kann uns „Gutes tun“ auch daran hindern das Bessere zu tun. Also hat auch bei unserem „Gutes tun“ unser möglichst gut geschultes Gewissen ein Wort mitzureden. Wenn wir aber beim „Gutes tun“ immer auch das Gewissen einschalten, dann werden wir auch das Böse viel weniger tun.

Ich habe gesündigt. Die große Versuchung von heute ist es doch, dass wir alles und jedes als Schwäche, Fehler oder Versagen bezeichnen. Damit aber verharmlosen wir die Sünde bis hin zu ihrer Leugnung. „Sünde ist eine Beleidigung Gottes“ erklärte uns einmal ein Exerzitienprediger im Internat. Sünde wäre also alles, womit wir nicht Gottes Willen erfüllen, sondern uns darüber hinwegsetzen oder uns ihm sogar offen widersetzen.

In Gedanken, Worten und Werken. Auch hier sind wir oft versucht, uns auf die Werke zu konzentrieren und zu vergessen, dass meist der Gedanke Vater des Wortes und der Tat ist. Wie wir beim „Gutes tun“ das Gewissen mit einbeziehen sollten, so sollten wir dies auch ganz allgemein bei all unserem Denken, Reden, Handeln und Unterlassen tun. Hohe Schule wäre es, alles und jedes, denken, reden, tun und unterlassen, ja selbst verzichten und fasten, immer zuerst Gott zu unterbreiten, um es einmal menschlich auszudrücken. Dass wir das so oft vergessen oder sogar vergessen wollen, dass wir immer wieder Gott beiseite schieben und selber wissen wollen, was gut und was böse ist, das gehört zu unserer Schuld, oder müsste man sagen, das ist der Kern unserer Schuld, unser Mangel an Liebe zu Gott?

So gesehen sind uns die Gebote einfach die Leitplanken, damit wir nicht vom Weg abkommen, den Gott mit uns gehen, oder anders ausgedrückt, auf dem Gott uns heimführen will zu ihm. Wenn wir uns dann bewusst werden, dass wir vom Weg abgekommen sind, dann sollten eigentlich Reue, Umkehr und Busse die logische Konsequenz sein.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

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Foto Stefan Fleischer


Foto oben: Symbolbild


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