16 Februar 2018, 10:00
3 x Fake-News bei Spiegel-Bericht über Laun - Keine Schönborn-Antwort
 
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kath.net hat bei Kardinal Schönborn nachgefragt, was er denn von der Idee halte, homosexuellen Paaren eine Segnung anzubieten.

Wien (kath.net)
Eine journalistische „Meisterleistung“ im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den kath.net-Kommentar von Bischof Andreas Laun hat am Freitag „Spiegel-Online“ geliefert. Bereits in der Headline werden mit der Behauptung „Österreich Ex-Bischof vergleicht Segen für Homosexuelle mit Segen für KZ“ zwei Fake-News verpackt. Bischof Laun ist nämlich nach wie vor Bischof und er hat auch nichts verglichen. Doch die Fake-News gehen bei „Spiegel“ weiter. Auf dem Bild wird ein Geistlicher präsentiert, der definitiv nicht Bischof Laun ist.

Im Zusammenhang mit dem Kommentar von Bischof Laun „Man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen“ haben sich auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner vor einigen Tagen zu Wort gemeldet. So meinte Schönborn auf Twitter: „Kritik an emeritierten Weihbischofs #Laun. Es geht jedenfalls nicht an, den Wert gleichgeschlechtlicher Beziehungen in einem Atemzug mit der Mafia oder KZs zu nennen, wie dies leider gerade geschehen ist. Diese Dinge sind nicht vergleichbar. So zu reden ist inakzeptabel.“ Zu den Ideen von Kardinal Marx und Bischof Bode gab es von Schönborn keine Wortmeldung.

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Und Erzbischof Lackner meint auf Facebook: „Die Äußerung des emeritierten Weihbischofs Laun macht betroffen. Wortwahl und Vergleich sind gänzlich unangemessen. Es ist und bleibt unverständlich, wie man systematische Verbrechen gegen die Menschheit in irgendeiner Weise in Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen bringen kann. Ich habe das Gespräch mit em. Weihbischof gesucht. Er versichert, die Menschen nicht verletzen zu wollen. Aber gerade so geschehen Verletzungen. Daher habe ich ihn ausdrücklich gebeten, sich für dieses undifferenzierte Nebeneinanderstellen zu entschuldigen.“ Auch Erzbischof Lackner hat die Äußerungen von Marx und Bode nicht kommentiert.

kath.net nach daher der Medien-Aufregung vor drei Tagen bei Kardinal Schönborn und bei Erzbischof Lackner nachgefragt, was sie denn zum eigentlichen Thema das Kommentars sagen. Denn im Kommentar ging es primär um die Kritik an Äußerungen von Kardinal Marx und auch Bischof Bode, die angedacht haben, homosexuellen Paaren eine Segnung anzubieten. kath.net hat auch nachgefragt, was beide zu den Homo-Segnungen in der Diözese Linz sagen, die aktuell bereits durchgeführt werden. Von Schönborn gibt es bis heute keine Antwort. Erzbischof Lackner hat kath.net gestern mitteilen lassen, dass er derzeit im Ausland sei und daher keine Fragen beantworten könne.

Das sagt der "Katechismus der Katholischen Kirche" zur Homosexualität:
2357 „Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind’ (CDF, Erkl. ‚Persona humana’ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

2358 „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tief sitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

2359 „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“


Zur Dokumentation: Screenshot des Spiegel-Artikels (Ausschnitt)




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