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Missverständnis5. Februar 2018 in Kommentar, 3 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Eine Replik von Prof. Gerhard Höver zur Diskussion über "In sich schlechte Handlungen" und einem kath.net-Beitrag von letzter Woche
Bonn (kath.net) Am 31. Januar wurde auf kath.net ein Artikel mit dem Titel Moraltheologe: In sich schlecht ist ein zu enger Begriff veröffentlicht. Darin wird ein Beitrag von Edward Pentin Pontifical Academy for Life Member: Term Intrinsically Evil Too Restricting (http://www.neregister.com/site/print/55710) wiedergegeben. Am Anfang des deutschsprachigen Artikels heißt es, dass ich in einem Artikel den Begriff des in sich Schlechten sinngemäß als überholt und einengend bezeichnet habe. Von sinngemäß kann jedoch keine Rede sein, vielmehr ist die Darstellung durch Pentin sinnwidrig und basiert auf einem Missverständnis meines Beitrags Die Zeit ist mehr wert als der Raum: Moraltheologische Überlegungen zum Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris Laetita (in: Marriage, Families & Spirituality 23, No.1, 2017, 3-18). 
Der Beitrag setzt bei der Tatsache an, dass Papst Franziskus im 8. Kapitel von Amoris Laetitia durchgängig von sogenannten irregulären Situation spricht und somit die bislang etablierte Opposition regulär vs. irregulär aufbricht und überhaupt sich entschieden gegen eine Schwarzweiß-Malerei wendet (vgl. AL 305). Die Frage stellt sich, ob eine Veränderung der Logik des Widerspruchs einige Momente des bisherigen Normkonzepts für Ehe und Familie tangieren könnte. Das ist ja genau der Punkt, auf den sich das 2. Dubium der vier Kardinäle bezieht und der lehramtlich geklärt werden muss. Im Rahmen der moraltheologischen Meinungsbildung aber geht es nicht um Entscheidungen, sondern um ein besseres Verständnis der Sinnhintergründe. Einer dieser Hintergründe ist das von Papst Franziskus aufgestellte Prinzip Die Zeit ist mehr wert als der Raum, das von der Theologie Bonaventuras her interpretiert wird. Bonaventura hält im Horizont seiner Schöpfungs- und Erlösungstheologie die aristotelische Zeitdefinition für eingeschränkt, dies beträfe in Folge dann auch die aristotelische Vorstellung von Form und Mangel bzw. Privation als Erklärungsmodell bestimmter Veränderungsbewegungen. Nur darauf bezieht sich die Aussage von einem zu engen Begriff. Die kirchliche Lehre von den in sich schlechten Handlungen, wie sie Johannes Paul II. in Bezug auf das Prinzip der Heiligkeit des Lebens verbindlich vorgelegt hat, ist davon überhaupt nicht berührt. Wie der Verfasser darüber denkt kann in seinem Beitrag Das katholische Verständnis von der Heiligkeit des menschlichen Lebens (in: Zeitschrift für Lebensrecht 25, Heft 3, 2016, 83-93) bzw. in der Berichterstattung durch Stefan Rehder Vernunft- statt Sondermoral (in: Die Tagespost, Samstag 28. Mai 2016 Nr. 63/ Nr. 21 ASZ, 14) leicht nachgelesen werden.
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Lesermeinungen| | Fatima 1713 5. Februar 2018 | | | | Bislang etablierte Opposition von regulär und irregulär? Irregulär ist nunmal das Gegenteil von regulär, zumindest nach meinen Sprachkenntnissen ... |  2
| | | | | Zeitzeuge 5. Februar 2018 | | | | Professor Höver weiss genau, dass die Dubia nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können und dadurch nicht rabulistisch
relativierbar sind!
Dubium 2 z.B. (Es gibt moralische Normen, die ohne Ausnahmen gelten und in sich schlechte Handlungen verbieten, diese Sentenz wird zu Recht als eine auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre bezeichnet mit der Fragestellung, ob diese Lehre nach AL noch gültig ist!
Die Dubia wurden bis heute nicht beantwortet, auch nicht von Professor Höver, wir warten!
Bzgl. des sog. "Zeit- Raum -Prinzips
verweise ich auf ein ganz neues Interview von Professor Josef Seifert,
leicht zu googeln unter
Im Beiboot Petri Interview Seifert Hoever.
Wenn von "sogenannten irregulären Situationen" und "Schwarz-Weiß Malerei"
geredet wird, ist allein schon durch diese Ausdrucksformen ein gewisser Relativismus unverkennbar, leider! |  10
| | | | | donjbosco 5. Februar 2018 | |  | Theologen können auf allen Seiten sehr spitzfindig sein... das zeigt Höver hier auch. Ein schönes Manöver zu sagen es gehe hier bloß um "moraltheologischen Meinungsbildung". Eine Enzyklika ist ein Lehrschreiben und nicht bloß Meinung. Zudem das Geschwurbel von "Raum und Zeit". Ist ein Mörder am Ende seines Lebens, wenn er selbst auf dem Totenbett liegt kein Mörder mehr, nur weil seine Haut schrumpelig ist und sein Herz den Geist aufgibt und weil er vielleicht den Rest seine Lebens gebetet hat? Um das mal mit dem echten Marx(wieder salonfähig) auszudrücken: nun wird endlich die Lehre vom Kopf auf die Füße gestellt! Seit dem Vat II geht es in der RKK drunter und drüber, man führe sich eine berühmtes Zitat des sel. Paul VI immer wieder vor Augen! |  8
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