26 Januar 2018, 12:00
Darum bete ich in Jesu Namen!
 
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„Im Namen Jesu“- was bedeutet das eigentlich? Dieses Wort war eines dieser Themen, die immer schon irgendwie da waren, seit ich Christ bin, aber über die ich nie besonders reflektiert hatte - BeneDicta am Freitag von Linda Noé

Linz (kath.net/lnp)
Ja, ich habe Wunder erlebt durch ein solches Gebet, das ich empfangen habe und in dem spürbar war, dass es von meinem Gegenüber in großer Autorität, aus einer innigen Beziehung zu Jesus, gesprochen wurde. Und diese Erfahrung hat mich neu nachdenklich gemacht.

„Im Namen Jesu“- was bedeutet das eigentlich? Dieses Wort war eines dieser Themen, die immer schon irgendwie da waren, seit ich Christ bin, aber über die ich nie besonders reflektiert hatte.

Wir haben es hundertfach gesungen und gebetet: „In deinem Namen wollen wir, den Weg gemeinsam gehen mit Dir....“, „Jesus, in deinem Namen liegt die Kraft...“, jedes Gebet beginnen wir im Namen des Vaters und den Sohnes und des Heiligen Geistes. Aber auf einmal war ich neu berührt, durch diese frisch erlebte Kraft, die in Seinem Namen ist.

Sie kennen bestimmt diese Sehnsucht im Gebet, wenn Ihnen von Freunden große Gebetsanliegen anvertraut werden, oder einfach wenn Sie sehen, wie viel Not es ringsherum gibt,auch wenn doch nach materiellem Maßstab die meisten doch so gesättigt sind. Ich spreche von der Sehnsucht, wirklich in Jesu Dienst zu sein und Sein Licht durchscheinen zu lassen.

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Mich bewegt dieser neu entflammte Wunsch schon eine ganze Weile, und als ich vor ein paar Tagen im Gebet in der Kapelle vor Jesus war und Ihm meine Sehnsucht diesbezüglich ein weiteres Mal übergeben habe, zusammen mit allen Schwierigkeiten und meinem Scheitern, zog ich eine Bibelstelle, es war Kol 3,17: „Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!“ Das war für mich wie eine Bestätigung für meinen Wunsch, und dafür, dass Gott mein Gebet in diesem Moment hört. Und gleichzeitig ein doch ziemlich großer Auftrag, der uns ja allen gilt, die wir Jesus nachfolgen wollen.

Selbstverständlich kann das nicht heißen, dass wir „im Namen Jesu“ irgendwie als magische Worte verstehen, durch deren bloßes Aussprechen wir erhört werden. Und doch diese starke Zusage in Joh 16, 23: „Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben“ und Jesus fügt noch hinzu: „Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ Weshalb hatten die Jünger denn noch nichts in Jesu Namen erbeten? Es scheint nicht selbstverständlich zu sein, so zu beten, selbst wenn man schon eine Weile mit dem Herrn unterwegs ist und ihn dabei doch kennen lernen durfte. Vielleicht fehlte den Jüngern noch das Verständnis, die Sendung, die Ausgießung des Heiligen Geistes, was erst geschehen konnte, nachdem Jesus zum Vater gegangen war?

Ganz generell: Wenn ich im Namen eines anderen auftreten soll, dann muss ich natürlich, erstens, von dieser Person dazu bevollmächtigt und gesandt sein, was wir durch Jesu Auftrag in der Bibel offensichtlich sind. Zweitens muss ich wissen, und da wird es schon schwieriger, wie derjenige in der jeweiligen Situation denken und handeln würde, damit ich ich ihn auch tatsächlich vertreten kann. „Was er euch sagt, das tut.“ (Joh 2,5) Weiß ich denn, was er MIR persönlich sagt in meinem ganz konkreten Alltag?

Dazu muss ich mich im Glauben weiterbilden, es muss mir Priorität sein, wenn ich dem Auftrag, in Seinem Namen unterwegs zu sein, gut entsprechen will. Ich muss wissen, wer Jesus ist, ich muss Sein Wort, das lebendig ist, und zu mir spricht, mich Ihm näher bringt, in der Bibel studieren und betrachten. Ich kann von den Kirchenvätern lernen, den Lehrern, aus dem Katechismus. Ich begegne Ihm in der Eucharistie, nehme Ihn in mein Herz auf. Und außerdem ist wohl notwendig, dass ich Jesus im Gebet um Sein Wort für mich bitte - und dann auch aufmerksam HÖRE, ob und was er mir sagt.

Ganz ehrlich: ich finde dieses hörende Gebet nicht einfach. Wenn man müde ist, droht die Gefahr, dabei einzuschlafen (es ist im Übrigen beruhigend zu wissen, dass es auch den großen Heiligen manchmal so ergangen ist). Und selbst wenn ich es schaffe, aufmerksam zu bleiben, kann sich das, was ich höre oder zu hören glaube, sehr vage anfühlen, könnte auch meiner Phantasie entspringen. Und doch, Jesus ruft uns dazu, wenn er klipp und klar sagt, dass Seine Schafe Seine Stimme hören können (Joh 10,27). Punkt, also muss es möglich sein.

Es braucht Zeit, so wie jede Beziehung Zeit braucht, um den anderen gut kennen zu lernen, und zu wissen, was ihm wann am Herzen liegt. Zeit, die ich dem anderen einfach schenke, nicht nur um meine Bitten und meine Schwierigkeiten bei Ihm abzuladen, was ja auch gut und von Ihm gewollt ist, sondern auch zu warten, ob Er mir denn nicht auch etwas sagen möchte. An Jesus liegt es sicherlich nicht, dass wir so ungeübte Ohren haben. Gott hat wohl mit jeder Person, die Beziehung zu Ihm pflegen darf, eine ganz eigene Art und Weise zu sprechen, so wie jede Beziehung unter Menschen auch einzigartig ist. Er weiß ja, auf welchen Kanälen wir uns am besten ansprechen lassen. Ich bin überzeugt, wenn wir üben, Ihm zuzuhören und Antworten wirklich auch zu erwarten, dass diese vage Stimme mit der Zeit für uns besser zu unterscheiden wird. Und wir wissen ja auch, dass das sehr konkret sein kann, weil Er immer mit uns ist und keine Angelegenheit für ihn zu unwichtig ist. Außerdem ist es auf diesem Weg unverzichtbar, dass wir gute Gemeinschaft haben und immer durch die Kirche korrigierbar bleiben, um nicht auf Abwege zu kommen. Und dann spricht Gott ja auch durch diese menschlichen Begegnungen, durch Träume, durch die Natur, durch Eindrücke.

Als ich mit 21 Jesus kennen gelernt habe, war ich anfangs komplett alleine mit meinem neu gefundenen Glauben, niemand im Freundeskreis war gläubig, und diese Situation war sehr schwierig und schmerzhaft für mich. Ich habe damals sehr dafür gebetet, jemanden zu finden, der mich versteht und mit dem ich mich austauschen kann. Als ich eines Abends mit dem Auto an der Herz Jesu Kirche in Graz vorbei fuhr, hatte ich auf einmal den starken Eindruck, das ich hier stehen bleiben und hinein gehen sollte. Dort im Gebet vor dem Altar hatte ich auf einmal ein Bild vor Augen, wie ein Traumbild vielleicht, das mir eine Schulfreundin zeigte, die ich seit Jahren nicht gesehen hatte, aber von der ich schon zu Schulzeiten gewusst hatte – ohne das es damals mein Interesse geweckt hätte - dass sie gläubig ist. Gleichzeitig fiel mir ein, dass sie laut ihren Erzählungen damals, wohl hier irgendwo in genau diese Gegend gezogen sein müsste nach der Matura, und so ging ich die Straße hinauf und herunter, um nach ihrem Namensschild zu suchen. Tatsächlich fand ich es, läutete an und erlebte alles so, wie es zuvor im Gebet vor mir gesehen hatte. Durch meine wieder gefundene Freundin fand ich zu Gebetskreis in der Stadt, sie wurde meine Firmpatin, später auch Trauzeugin, Taufpatin meiner ersten Tochter, und wir sind immer noch eng verbunden auf unserem gemeinsamen Weg. So konkret kann Gott sprechen, auch zu einem totalen Neuling im Glauben, und ich bin heute immer noch mit großer Dankbarkeit darüber erfüllt.

Vielleicht weil dieser Weg der Kommunikation mit Gott so individuell und so geheimnisvoll zwischen Gott und jeder Seele ist, wird darüber wenig gesprochen. Vielleicht schweigen viele auch aus Angst bei diesem Thema, weil es nicht das erste Mal in der Geschichte wäre, wenn Menschen voller Überzeugung etwas „im Namen Gottes“ tun, was in Wahrheit ganz furchtbar ist. Dann aber wäre es dem Teufel gelungen, Menschen vom Hören auf Gott und dem Austausch miteinander darüber abzuhalten.

Ich muss sagen, wenn ich in diesen Zeiten in den Nachrichten von Selbstmordattentätern „im Namen Gottes“ höre, dann ist es für mich genau das: Ein Versuch der Entmutigung, dass es nicht möglich sei, Gott tatsächlich zu hören und WIRKLICH in Seinem Namen zu handeln. Wie aber wäre es, wenn wir diese öffentlichkeitswirksamen pervertierten Handlungen „im Namen Gottes“ als Zeichen dafür lesen, wogegen der Teufel wütet und spottet - nämlich gegen Menschen, die tatsächlich in Gottes Namen wirken.

Was, wenn Gott genau das in unserer Zeit neu schenken möchte – Menschen, die Ihn suchen und hören, in Seinem Namen kraftvoll beten und wirken, aus dieser intimen Beziehung mit Jesus heraus, aus dem Herz- an Herz, dem Ort, an dem er uns offenbart, was Er ganz konkret von uns möchte.

Nehmen wir uns doch, bereits in dieser kommenden Woche, neu die Zeit, Seine Stimme in unserem Leben zu hören, um dadurch dann wirklich immer mehr in Jesu Namen unterwegs sein zu können. Ich bin sicher, es ist genau die richtige Zeit dafür.







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