12 Januar 2018, 11:30
Kardinal Parolin verteidigt Papstschreiben und Kurienreform
 
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Auslöser vieler Diskussionen um "Amoris laetitia" und Strukturreformen liegt für vatikanischen Kardinalstaatssekretär in "Haltungswechsel, um den der Papst uns bittet"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat das Papstschreiben "Amoris laetitia" zu Ehe und Familie sowie die Kurienreform von Papst Franziskus verteidigt. Auslöser vieler Diskussionen ist seiner Meinung nach ein "Paradigmenwechsel, den Papst Franziskus mit Weisheit, Vorsicht und auch Geduld voranbringt", sagte er dem Nachrichtenportal "Vatican News" am Donnerstag: "Wahrscheinlich sind die Schwierigkeiten, die aufgetreten und in der Kirche immer noch vorhanden sind, nicht nur einigen Aspekten des Inhalts geschuldet, sondern auch diesem Haltungswechsel, um den der Papst uns bittet", so Parolin. Franziskus verlange einen "neuen Geist" und "neuen Zugang".

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Wichtigster Streitpunkt bei "Amoris laetitia" ist der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Franziskus plädiert dafür, in Einzelfällen zivilrechtlich Wiederverheirateten nach eingehender seelsorglicher Prüfung den Empfang der Sakramente zu ermöglichen, auch wenn ihre frühere Ehe kirchenrechtlich weiter Bestand hat. Erst jüngst hatten einige Bischöfe diese Änderung erneut kritisiert. Vor etwa einem Jahr hatten bereits vier Kardinäle Bedenken ("Dubia") diesbezüglich öffentlich gemacht und den Papst um Stellungnahme gebeten.

Jede Änderung bringe Schwierigkeiten mit sich, betonte Parolin jetzt. Dem müsse man Rechnung tragen und die Neuerungen mit Engagement angehen, um "Antworten zu finden, die Gelegenheiten zu weiterem Wachstum und zu weiterer Vertiefung sind". "Amoris laetitia" sei nicht nur "eine Umarmung der Kirche für Familien und ihre Probleme in der heutigen Welt", sondern auch ein "Hilferuf der Kirche an die Familien, damit sie am Wachstum der Kirche mitarbeiten".

Parolin setzt diesbezüglich auch auf das weltweite katholische Familientreffen in Dublin im August: "Es wird eine Etappe des Nachdenkens und Vertiefens sein und auch eine Etappe, um den Prozess der Anwendung der Hinweise aus 'Amoris laetitia' voranzubringen."

Mit Blick auf die von Papst Franziskus angestoßene Kurienreform sagte Parolin, es gehe nicht vornehmlich darum, "auf Strukturreformen zu bestehen". Vielmehr sei ein Wandel innerhalb der Kurie erforderlich, die von einem "tiefen Geist" angetrieben werden müsse: "Es geht darum, dass die Kurie - immer mehr und immer besser, indem man auch die Schatten entfernt, die diesen Einsatz und diese Mission behindern können - eine wahre Hilfe für den Papst wird, um das Evangelium zu verkünden, zu bezeugen und die Welt von heute zu evangelisieren". In seiner Weihnachtsansprache an die Kurie hatte der Papst seine Mitarbeiter nicht nur gelobt, sondern auch Vertrauensverrat und mangelnden Reformeifer kritisiert.

Der vom Papst geforderte Paradigmenwechsel der Kirche zeigt sich laut Parolin auch im Umgang mit der Jugend. Die Jugendsynode im Oktober im Vatikan sei eine "besondere Konzentration der Kirche auf die Jugend in jedem Bereich". Das Innovativste am Ansatz des Papstes sei "die Suche nach einer neuen Beziehung der Kirche mit den jungen Leuten, die geprägt ist von Verantwortung ohne jeglichen Paternalismus", so der Kardinalstaatssekretär.

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