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Hat die evangelische Kirche kein Problem mit Werbung für das Töten?

8. Jänner 2018 in Deutschland, 10 Lesermeinungen
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In einer offiziellen Zeitung der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) darf die Chefredakteurin ungehindert für das Töten von ungeborenen Kindern „werben“.


Frankfurt am Main (kath.net)
In der evangelischen Kirche gibt es Aufregung rund um einen Artikel der Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins „chrismon“, Ursula Ott. Diese fordert auf der Internetseite des Magazins, das Werbeverbot für die Tötung von ungeborene Kinder abzuschaffen. Dies berichtet „idea“: Wer über Abtreibungen informieren wolle, so Ott, dürfe nicht länger drangsaliert werden: „Bitte nicht auf die Regierungsbildung warten. SPD, FDP, Grüne, Linke – wir zählen auf euch. Und falls es Neuwahlen geben sollte – wir merken uns, wer etwas getan hat für uns Frauen und wer nicht.“ Wenn sie in eine neue Stadt ziehe, so Ott, suche sie als Erstes eine gute Frauenärztin. Dabei stelle sie sich folgende Fragen: „Interessiert sie sich nicht nur für meine Eierstöcke, sondern für mein Leben als Gesamtkunstwerk? Hilft sie mir im Notfall? Ein Notfall kann eine ungewollte Schwangerschaft sein.“


Chrismon ist dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) angegliedert. Zu den vier Herausgebern gehören der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), und seine Stellvertreterin, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (Bielefeld).

Dem Vorsitzenden der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Ulrich Rüß (Hamburg), zufolge ist Werbung für eine Abtreibung unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Sie sei letztlich auch Werbung zum Übertreten des 5. Gebots „Du sollst nicht töten“, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“: „Wir fordern die EKD auf, sich von dem Artikel der Chefredakteurin von chrismon zu distanzieren und sich zum Anwalt der vielen ungeborenen Kinder zu machen.“

Die EKD, die sonst sehr schnell zu Wort meldet, hat bis jetzt zum Skandal-Artikel übrigens geschwiegen.



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