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Ich glaube? - Ich glaube schon!

4. Jänner 2018 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Was ich da lese, fragte mich mein Besuch, als er das Büchlein „Dem Credo auf der Spur“ auf meinem Tischchen liegen sah. - Kolumne „Gedanken eines Nichttheologen“. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) Was ich da lese, fragte mich mein Besuch, als er das Büchlein „Dem Credo auf der Spur“ auf meinem Tischchen liegen sah. Ich erklärte ihm kurz, um was es da geht und sagte dann, boshaft wie immer: „Ich glaube, dass würde auch Herrn X gut tun.“ Da fiel mir plötzlich auf, dass „Ich glaube“ in der Sprache des Glaubens und in der Alltagssprache zwei grundverschiedene Bedeutungen haben können. „Credo, ich glaube“ heisst doch, für wahr halten, was Gott uns geoffenbart hat. So wenigstens erklärte es damals unser alter Herr Pfarrer. „Ich glaube, morgen wird es regnen“ zum Beispiel aber heisst; ich bin mir ziemlich sicher, aber behaftet mich nicht darauf.

„Credo, ich glaube“ heisst also im christlichen Sinn, wahrnehmen und für wahr nehmen, was Gott uns Menschen über sich geoffenbart hat. „Ich glaube schon, dass es eine höhere Macht gibt“ dagegen heisst; es besteht eine gewisse, vielleicht sogar sehr grosse Wahrscheinlichkeit, dass es so etwas wie einen Gott gibt. Aber es könnte durchaus sein, dass ich mich da irre. Wissen kann man das nicht. Hinter der ersten Aussage steht eine Gewissheit und damit ein Bekenntnis, hinter der anderen – um es einmal brutal auszudrücken – die Feigheit, Gott ins Auge zu blicken.


„Ich glaube Dir!“ Haben wir nicht auch im Umgang unter uns Menschen beide Möglichkeiten? Ich kann damit ausdrücken; ich bin sicher, dass Du die Wahrheit kennst und sie mir sagst, oder dann; schon möglich, dass das stimmt, aber wissen man es nicht. Hinter der ersten Bedeutung steht ein grosses Vertrauen in meinen Nächsten, hinter der zweiten stehen - oftmals sogar berechtigte - Bedenken und Zweifel.

„Glauben und Vertrauen sind eins.“ habe ich einmal irgendwo gelesen. Wenn ich also an Gott glaube, dann vertraue ich, nicht nur dass es ihn gibt, sondern auch dass er die Wahrheit kennt, ja die Wahrheit selber ist, und dass er mir diese Wahrheit offenbart, so und soweit ich fähig bin, sie zu erfassen, mit all den Fähigkeiten, welche er mir geschenkt hat. Das Wissen darum, dass meine menschlichen Fähigkeiten nicht ausreichen, ihn ganz zu erfassen, wird mich dann zur Bescheidenheit führen, und zur Dankbarkeit für all das, was er mir über sich zu wissen erlaubt. Und diese Dankbarkeit ist dann zumindest ein wesentlicher Bestandteil jener Liebe, die Gott von mir im ersten und wichtigsten Gebot erwartet.

kath.net-Buchtipp
Glaubenswege IV: Dem Credo auf der Spur
Von Petra Lorleberg (Hrsg.)
Vorwort Paul Badde
Mit Beiträgen von Paul Josef Kardinal Cordes, Sigrid Grabner, Martin Lohmann, Rudolf Gehrig, P. Johannes Paul Chavanne OCist, Bernhard Meuser, Peter Winnemöller, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, Michael Schneider-Flagmeyer
184 Seiten, Taschenbuch
2016 Dip3 Bildungsservice Gmbh
ISBN 9783903028500
Preis 9,80 Euro

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