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Wo Kranke in Not sind, da ist die Kirche ein Lazarett

18. Dezember 2017 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Der Dienst der Kirche ist ein handelnder. Der Dienst der Kirche ist aber auch ein betender - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Wenn uns ein Schnupfen plagt, gehen wir zum Arzt. Wir bekommen ein Medikament und bald wird es besser. Bei ernsten Angelegenheiten stehen uns erstklassige Kliniken zur Verfügung. Wo es möglich ist zu heilen, steht der Genesung nichts im Weg. Das ist die Wirklichkeit in Westeuropa. Auch wenn wir immer wieder vieles am Gesundheitssystem zu kritisieren haben, so sind wir im Großen und Ganzen doch gut versorgt.

Das ist in den meisten Gebieten der Erde ganz anders. Die Mehrzahl der Menschen hat eine durchaus mangelhafte medizinische Versorgung. Das ist ein Skandal. Das ist eine Folge von Egoismus und von problematischen wirtschaftlichen Strukturen. Es ist aber auch korrupten Politikern und Strukturen der Ausbeutung und Unterdrückung zu verdanken.

In vielen Ländern ist es einzig und allein die Kirche, die überhaupt eine medizinische Versorgung zur Verfügung stellt. Letztendlich ist auch in unseren Breiten die gesamte Medizin und Gesundheitsfürsorge eine Folge der Ausbreitung der Kirche. In der Antike kannte man so etwas überhaupt nicht. Im Wesentlichen war jeder selber – bestenfalls noch die eigene Familie – für das Gesundheitswesen verantwortlich. Zwar gab es Ärzte, aber wer sich deren Dienste nicht leisten konnte, hatte verloren.


Die Sorge um Kranke ist ein originäres Anliegen der Kirche. Dahinter steht die Erkenntnis der Gottesebenbildlichkeit eines jedes Menschen. Das Gebot der Nächstenliebe veranlasste die junge Kirche in der Antike schon früh zur Gründung von Spitälern. Das war revolutionär. Die Kirche hat hier in den folgenden Jahrhunderten ganz wesentlich die Kultur geprägt.

Sie tut es noch heute. Im Westen betreibt die Kirche Krankenhäuser, die auch die Weiterentwicklung der Medizin im Blick haben. Vor allem aber haben die Kliniken in kirchlicher Trägerschaft eines im Blick: Die Würde des Menschen zu wahren und zu schützen. Das ist in Zeiten, in denen über Euthanasie ganz offen diskutiert wird, nicht mehr ganz so selbstverständlich.

Am 18.Februar des kommenden Jahres ist der nächste Welttag der Kranken. Die Botschaft des Papstes wurde in den vergangenen Tagen veröffentlicht. Es ist eine marianische Botschaft, die das Handeln der Kirche an den Kranken als ein mütterliches Handeln beschreibt. Das Wirken der Kirche ist immer ein Wirken zu Gunsten der Kranken weltweit. Sie tut dies vor allem dort, wo sonst niemand hilft, in den armen Ländern der Erde. Verschiedene Organisationen der Kirchen arbeiten hier für die Kranken und mit den Kranken. Dazu gehört auch die Ausbildung von Personal vor Ort.

Der Dienst der Kirche ist ein handelnder. Der Dienst der Kirche ist aber auch ein betender. Es ist im Hinblick auf die Kranken ein Dienst, den der Herr selber seiner Kirche vorgelebt hat indem er Kranken die Hände aufgelegt hat. Heilendes Handeln und bittendes Gebet gehören als Dienst an den Kranken zusammen. Zwar kennen wir im Westen die innovative Medizin und fühlen uns verleitet, nur auf unser Wissen und unsere Fertigkeiten zu bauen. Das Gebet für die Kranken und das Sakrament der Krankensalbung gehören allerdings nicht weniger dazu, als der Bau moderner Kliniken.

Die Botschaft des Papstes enthält beides und mehr noch, sie stellt die Kranken zum Welttag der Kranken 2018 ganz besonders unter den fürbittenden Schutz der Gottesmutter.

Es kann nicht jeder eine Ausbildung zum Krankenpfleger oder Mediziner machen. Doch zwei Dinge kann jeder für Kranke tun: Kranke in seinem Umfeld besuchen und für Kranke beten. Für viele Kranke wird heute nicht mehr gebetet. Diese brauchen unser Gebet besonders.

Der Papst hat seine Botschaft zum Welttag der Kranken veröffentlicht. Unsere Botschaft mag weniger öffentlich sein, doch jedes noch so kleine Gebet für die Kranken wird im Himmel seinen Widerhall finden. Das lese ich auch aus der Botschaft des Papstes. Machen wir mit, damit Gott aus dem Feldlazarett der Kirche einen Ort der Heilung und des Heils machen kann. Jeder von uns an seinem Ort.

Dies war der letzte Montagskick in diesem Jahr. Am 25.12.2017 feiern wir Weihnachten. Da wird nicht gekickt. Es geht weiter am 1.1.2018 wie gewohnt mittags um 12:00 Uhr. So wünsche ich allen Leserinnen und Lesern und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! Ihr Peter Winnemöller.

Katholische Presseschau: Juli 2017


Foto: (c) Kirche in Not



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