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Papst: Nicht alles, was technisch geht, ist ethisch vertretbar

20. November 2017 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Päpstlicher Kulturrat berät über "Die Zukunft der Menschheit, neue Herausforderungen für die Anthropologie"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat zu Bedacht beim Einsatz von Wissenschaft und Technik gemahnt: "Letztlich gilt immer das Prinzip, dass nicht alles, was technisch möglich und machbar ist, auch ethisch vertretbar ist", sagte er am Samstag im Vatikan. Der Papst sprach zu den Teilnehmern der Vollversammlung des Päpstlichen Kulturrats, die am Samstag endete.

Das Treffen stand dieses Jahr unter dem Motto "Die Zukunft der Menschheit, neue Herausforderungen für die Anthropologie". Die mehr als 80 Teilnehmer berieten seit Mittwoch über die Folgen neuester technischer und wissenschaftlicher Entwicklungen für den Menschen. Besonders ging es dabei um die Bereiche Gentechnik, Neurowissenschaften und künstliche Intelligenz.


Die Wissenschaft, wie auch jede andere Aktivität der Menschen, müsse stets bedenken, dass es Grenzen und eine ethische Verantwortung gebe, so Franziskus. Das Maß der Dinge müsse stets das Wohl der Menschen und jedes Einzelnen sein. Medizin und Gentechnik erlaubten heute, viele Krankheiten zu besiegen, die früher als unheilbar galten. Zugleich eröffneten sie jedoch auch die Möglichkeit, die Menschen als "programmierbar" anzusehen, warnte der Papst. Angesichts der Fortschritte bei der Entwicklung "autonomer und mitdenkender Maschinen" stelle sich verstärkt die Frage, was Mensch und Maschine unterscheide. Dies alles seien schwerwiegende Fragen, die die Kirche in Begleitung der Menschen und der Entwicklungen zu beantworten habe.

Franziskus riet, die Fortschritte in Technik und Wissenschaft zu würdigen, darüber jedoch nicht zu vergessen, dass diese nicht auf alles eine Antwort geben könnten. Wissenschaft und Kirche sollten stets im Gespräch bleiben. "Die Kirche bietet ihrerseits einige große Prinzipien, diesen Dialog zu unterstützen: Das erste ist der Mensch im Zentrum, der als Ziel und nicht als Mittel anzusehen ist." Das zweite wichtige Prinzip sei, dass technischer und wissenschaftlicher Fortschritt immer dem Wohl der ganzen Menschheit dienen müssten.

An der Vollversammlung des Kulturrats nahmen 27 Mitglieder des Rats, darunter Kardinäle, Bischöfe und Laien teil. Geladen waren darüber hinaus Berater sowie mehrere Redner und Gäste.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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