26 November 2017, 06:00
"Jesus Christus - König auf dem Thron des Kreuzes"
 
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Papst Benedikt XVI. 2010 im Angelus zum Christkönigsfest: "Das Kreuz offenbart uns Gottes wahre Herrschaft: keine Macht der Gewalt, sondern die Macht des Erbarmens und der Liebe, die alle verwandelt und zu wirklich freien Menschen macht."

Vatikan (kath.net) kath.net dokumentiert zum heutigen Christkönigsfest die Worte von Papst Benedikt XVI. zum Angelus am Hochfest Christkönig am
21. November 2010


Liebe Brüder und Schwestern!

Soeben hat in der Vatikanischen Basilika die Liturgie zum Hochfest Christkönig ihren Abschluß gefunden, bei der auch die 24 neuen, während des gestrigen Konsistoriums kreierten Kardinäle konzelebrierten. Das Hochfest Christkönig wurde von Papst Pius XI. im Jahr 1925 eingesetzt und in der Folgezeit, nach dem II. Vatikanischen Konzil, auf das Ende des Kirchenjahres gelegt.

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Wie in einem großen Bild stellt das Evangelium des hl. Lukas das Königtum Christi im Augenblick der Kreuzigung vor. Die führenden Männer des Volkes und die Soldaten verlachen »den Erstgeborenen der ganzen Schöpfung« (Kol 1,15) und stellen ihn auf die Probe, um zu sehen, ob er die Macht hat, sich selbst vor dem Tod zu retten (vgl. Lk 23,35-37). Doch gerade »am Kreuz ist Jesus auf der ›Höhe‹ Gottes, der die Liebe ist. Dort kann man ihn ›erkennen‹. […] Jesus gibt uns das ›Leben‹, weil er uns Gott gibt. Er kann ihn geben, weil er selbst eins ist mit Gott (Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, Freiburg-Basel-Wien 2007, S. 401/406).

Während sich nämlich der Herr scheinbar nicht von den beiden Verbrechern unterscheidet, öffnet sich einer von ihnen im Bewußtsein der eigenen Sünden der Wahrheit, findet zum Glauben und bittet den »König der Juden«: »Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst« (Lk 23,42).

Von dem, der »vor aller Schöpfung« ist und in dem »alles Bestand« hat (Kol 1,17), empfängt der sogenannte »gute Schächer« sogleich die Vergebung und die Freude, in das Himmelreich einzugehen. »Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23,43).

Mit diesen Worten nimmt Jesus vom Thron des Kreuzes aus jeden Menschen mit unendlicher Barmherzigkeit auf. Der hl. Ambrosius kommentiert, daß dies »ein schönes Beispiel für die Bekehrung ist, nach der man streben muß: bald wird dem Schächer die Vergebung gewährt, und die Gnade ist reicher als das Erbetene; der Herr nämlich«, so Ambrosius, »gibt immer mehr als das, worum man ihn bittet […]

Das Leben ist das Mit-Christus-sein, denn wo Christus ist, da ist das Reich« (Expositio Ev. sec. Lucam X, 121: CCL 14, 379).

Liebe Freunde, der Weg der Liebe, den der Herr uns offenbart und den zu beschreiten er uns einlädt, können wir auch in der christlichen Kunst betrachten. Denn »in der Gestaltung der christlichen Kirchenbauten […] wurde es üblich, an der Ostseite den königlich wiederkommenden Herrn – das Bild der Hoffnung – darzustellen, an der Westseite […] das Weltgericht als Bild der Verantwortung unseres Lebens« (Spe salvi, 41): Hoffnung auf die unendliche Liebe Gottes und Einsatz dafür, unser Leben nach der Liebe Gottes zu ordnen. Wenn wir die am Neuen Testament inspirierten Darstellungen Jesu betrachten, werden wir – wie ein altes Konzil lehrt – dazu geführt, »die Erhabenheit der Erniedrigung des Wortes Gottes zu begreifen und […] sein Leben im Fleisch, seine Passion und seinen heilbringenden Tod und die Erlösung in Erinnerung zu rufen, die sich daraus für die Welt ergeben hat (Konzil in Trullo [691– 692], can. 82). »Ja, wir brauchen sie […], damit wir fähig werden, im durchbohrten Herzen des Gekreuzigten das Geheimnis Gottes zu erkennen (Joseph Ratzinger, Gesammelte Werke, Band 11, Theologie der Liturgie. Die sakramentale Begründung christlicher Existenz, Freiburg-Basel-Wien 2008, S. 68).

Am heutigen Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem wollen wir Maria die neuen Purpurträger des Kardinalkollegiums sowie unsere irdische Pilgerreise hin zur Ewigkeit anvertrauen.

Grußwort auf deutsch: Mit Freude grüße ich alle deutschsprachigen Brüder und Schwestern, besonders die Pilger aus der Schweiz und aus Deutschland, die anläßlich des Konsistoriums der Kardinäle nach Rom gekommen sind. Am letzten Sonntag des Kirchenjahres schauen wir auf Christus, den König auf dem Thron des Kreuzes. Das Kreuz offenbart uns Gottes wahre Herrschaft: keine Macht der Gewalt, sondern die Macht des Erbarmens und der Liebe, die alle verwandelt und zu wirklich freien Menschen macht. Als getaufte Christen wollen wir am Aufbau seines Reiches der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe mitarbeiten. Dabei stärke euch der Heilige Geist.

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