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Kardinal Koch würdigt historische Papstwahl am Martinstag 1417

12. November 2017 in Chronik, keine Lesermeinung
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Vertreter von Staat und Kirche erinnern bei Fest in Konstanz an einzige Papstwahl der Geschichte auf deutschem Boden.


Stuttgart (kath.net/ KAP/KNA)
Vertreter von Staat und Kirche haben an die einzige Papstwahl der Geschichte auf deutschem Boden erinnert. Mit der einstimmigen Entscheidung für Oddo di Colonna - Papst Martin V. - endete vor genau 600 Jahren, am 11. November 1417 (Martinstag), eine über Jahrzehnte dauernde religiöse und politische Spaltung Europas. Dies wird am Wochenende an den Konstanzer Originalschauplätzen mit einem Festakt, Gottesdiensten und einem Bürgerfest gefeiert.

Für die baden-württembergische Landesregierung wandte sich Kultusministerin Susanne Eisenmann bei dem Festakt am Samstag im Konzilsgebäude gegen Geschichtsvergessenheit. "Es ist Ausdruck unserer kulturellen Kompetenz, sich mit Geschichte zu befassen und daraus Lehren für die Gegenwart abzuleiten." Sie sprach von einem heute sehr guten und fruchtbaren Miteinander von Staat und Kirchen.


Als Gesandter von Papst Franziskus betonte Kardinal Kurt Koch, die Wahl von Papst Martin V. sei 1417 eine historische Leistung in politisch sehr unruhigen Zeiten gewesen. Zugleich wandte er sich gegen theologische Vorstellungen, wonach Konzilsversammlungen grundsätzlich über dem Papst stünden.

"Die Konzilsväter haben damals keineswegs die Oberhoheit des Konzils über den Papst als Dogma definiert", stellte der Schweizer Kurienkardinal klar. Vielmehr seien die damaligen Entscheidungen und die Absetzung von Papst Johannes XXIII. ein "Akt der Notwehr" gewesen, um die Einheit der Kirche wieder zu erlangen.

Zugleich sprach sich Koch für mehr "synodale Elemente" in der katholischen Kirche aus. Dafür stehe auch Papst Franziskus, der sich zudem gegen übertriebene Zentralisierungen in der Kirche wende. "Konzil und Primat des Papstes sind keine Gegensätze, sie müssen vielmehr in eine ausgewogene Bilanz gebracht werden", so der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Der Primat des Papstes sei dabei als ein "Primat der Liebe und des Glaubens" zu verstehen.

Am Mittag sollte ein ökumenischer Gottesdienst mit den Bischöfen Jochen Cornelius-Bundschuh (evangelisch) und Stephan Burger (katholisch) an die Papstwahl erinnern. Ausstellungen im Konstanzer Hushaus, Rosgartenmuseum und in der Dreifaltigkeitskirche befassen sich mit den historischen Ereignissen von 1417. An einem "Papstomat" kann man seine eigene Eignung für das Papstamt testen. Das Gedenken ist Teil des seit 2014 organisierten Jubiläumsprogramms in der Bodenseeregion zu 600 Jahren Konstanzer Konzil.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) kath.net


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