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Hariri-Rücktritt: Patriarch fürchtet Destabilisierung des Libanon

7. November 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Aufgrund der politischen Krise im Libanon wird ein Riad-Besuch von Kardinal-Patriarch Rai jetzt in Frage gestellt


Beirut (kath.net/KAP) Nach dem überraschenden Rücktritt des libanesischen Premiers Saad Hariri muss nach den Worten des maronitischen Patriarchen darauf geachtet werden, "dass die Stabilität im Libanon nicht untergraben wird". Kardinal Bechara Boutros Rai (Foto) bedauerte bei einem Gottesdienst den Beschluss des Regierungschefs und warnte vor destabilisierenden Folgen. Wenige Tage vor der aktuellen Krise im Libanon war bekanntgegeben worden, dass der maronitische Patriarch Saudi-Arabien besuchen wolle. Aufgrund der politischen Krise im Libanon wird ein Riad-Besuch des Kardinal-Patriarchen jetzt in Frage gestellt.


Der Patriarch erinnerte an den Appell von Staatspräsident Michel Aoun zur Wahrung der Einheit des Landes und zu Ausgewogenheit in den Entscheidungen. Verhindert werden müsse jene Spirale der Konflikte, die den Nahen Osten prägten. Der Libanon dürfe nicht zu Bündnissen "in regionalen oder internationalen Achsen" gezwungen werden, "die nicht seinem Wesen, seinen Werten und seiner Rolle bei der Wiedergewinnung der Stabilität im Nahen Osten entsprechen".

Am Samstag hatte der libanesische Premierminister Saad Hariri während eines Aufenthalts in Saudi-Arabien überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben. Der sunnitische Politiker tat dies im Rahmen eines Interviews mit dem TV-Sender "al-Arabiya". Dabei beklagte Hariri das Vorgehen der vom Iran unterstützten schiitischen Hizbollah, die seiner Meinung nach "ihre Waffen gegen die Einwohner des Jemen, Syriens und des Libanons richtet". Er selbst befinde sich in Lebensgefahr, so der Ministerpräsident, dessen Vater bei einem spektakulären Attentat in Beirut getötet worden war.

Hizbollah-Vorsitzender Scheich Hassan Nasrallah vermutet hingegen, dass der Rücktritt Hariris von Saudi-Arabien "erzwungen" worden sei. Und auch die Rücktrittserklärung sei "von Saudis geschrieben wurde", so Nasrallah.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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