28 Oktober 2017, 07:50
Lackner: Christen müssen Gesellschaft ‘Letztbegründungen’ liefern
 
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Salzburger Erzbischof bei "Gebet für Österreich" am Nationalfeiertag im Wiener Stephansdom: Staat ist auf "tieferen Grund und übernatürliche Motivation" der Religion angewiesen.

Wien (kath.net/ KAP)
Christen erfüllen einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft, wenn sie ihren Glauben authentisch leben und diesen auch in ungelegenen Situationen bezeugen: Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Nationalfeiertag bei einem Festgottesdienst im Wiener Stephansdom dargelegt. In normaler Zeit anerkannte Werte und Übereinkünfte verlören in schwierigen Momenten des Lebens schnell ihre Gültigkeit, weshalb auch heute "Letztbegründungen" notwendig seien - bieten könne diese nicht der Staat, sondern nur der Glauben, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz.

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Im heutigen Frieden und Wohlstand ist der religiöse Glaube nicht ein "Überlebensmittel" wie in schwierigen Zeiten und die Sehnsucht nach ihm schwindet, stellte Lackner fest. Dass die säkulare Gesellschaft "überaus menschenfreundlich" erscheine und "vielleicht deswegen das Gespür für das Transzendente nicht mehr braucht", gelte es zu akzeptieren statt schlechtzureden. Die Weltanschauung "ohne Bekenntnis" sei heute "durchaus eine redliche Alternative zur Religiosität", und auch der Absage an jegliche Staatsreligion könne man "als Christ nur zustimmen".

Doch auch in einem vom Humanismus geprägten Umfeld hätten Christen einen wichtigen Auftrag, hob der Salzburger Erzbischof hervor. Laienchristen sollten sich in den gesellschaftlichen politischen Diskurs einbringen, sich dabei am Beispiel Jesu orientieren und vor Machtstreben oder persönlicher Profilierung hüten. Sie sollten jedoch auch ihre übernatürliche Motivation erfahrbar werden lassen. Denn auch in säkularen Zeiten sei es wichtig, "zu allem Guten, das geschieht, einen tieferen Grund hinzuzugeben, eine übernatürliche Motivation", sagte Lackner mit einem Zitat des polnischen Philosophen Leszek Kolakowski (1927-2009): "Offensichtlich können einzelne ohne Religion ethisch hohe Standards erfüllen. Dass eine ganze Gesellschaft das vermag, bezweifle ich."

Lackner hob an dieser Stelle auch das Wirken des "Rosenkranz-Sühnekreuzzuges" (RSK) hervor, der heuer sein 70-jahr-Jubiläum feiert. Die Gebetsgemeinschaft habe wesentlich zum Frieden in Freiheit beigetragen. Für Österreichs "Gutgehen in Frieden, Freiheit und Wohlstand" gelte es am Nationalfeiertag Gott danke zu sagen, auch wenn es sich dabei um einen staatlichen statt um einen kirchlichen Feiertag handle, so der Erzbischof.

Der Nationalfeiertag wird in St. Stephan seit vielen Jahren geistlich akzentuiert und als "Gebet für Österreich" mit Lichterprozession und einem Festgottesdienst zum Dank für Frieden und Freiheit gestaltet. Der Festgottesdienst endete mit dem Geläut der Pummerin.

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♫ Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom 2017 - Das Lied ´Nomine Jesu´ (Jesu Name)










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