23 Oktober 2017, 09:30
„Nächstenliebe ist unsere Waffe“
 
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Veranstaltung von „Kirche in Not“ über das Christentum in Nigeria und die Botschaften von Fatima

München (kath.net/KIN) „Die Kirche in Nigeria steht vor vielen Herausforderungen, die man mit dem Wort Verfolgung zusammenfassen kann. Schon vor Boko Haram gingen Islamisten gegen das Christentum vor“, berichtete der Direktor des Priesterseminars im nordnigerianischen Kaduna, Habila Daboh, auf einer Veranstaltung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ am 13. Oktober in München. Auch sein Priesterseminar mit 198 Studenten müsse durch einen Zaun und Wachpersonal vor Eindringlingen und möglichen Angriffen radikaler Muslime geschützt werden, sagte er vor 250 Besuchern im Saal des Kolpinghauses.

Trotz Bedrohung und Verfolgung steigt die Zahl der Christen und Priester in dem westafrikanischen Land, in dem 90 Prozent unter der Armutsgrenze leben. Viele Studenten treten gerade jetzt in die Priesterseminare ein, um in der aktuellen Verfolgungssituation ausdrücklich den christlichen Glauben zu verkünden und so eine Ausbreitung des Islam zu verhindern, so Habila Daboh. „Ihre Philosophie ist: Der Rosenkranz, die Liebe Gottes und die Nächstenliebe sind unsere Waffen.“ Als zukünftige Priester würden sie dann genau zu jenen sprechen, durch die sie vorher verfolgt wurden. Das Priesterseminar in Kaduna platzt aus allen Nähten, so dass „Kirche in Not“ bei der Erweiterung mit Klassenräumen und einer Kapelle weitergeholfen hat.

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Begleitet wurde der Direktor des Priesterseminars von zwei Ordensschwestern der Kongregation „Unsere Liebe Frau von Fatima“ aus dem Bistum Jos, das ebenfalls im Norden Nigerias liegt. Schwester Maureen Ahyuwa hat beobachtet, dass durch die wiederholten Angriffe von Boko Haram ein gegenseitiges Misstrauen zwischen Christen und Muslimen entstanden sei, während man sich zuvor gut verstanden habe. Oft komme es zu Entführungen durch Islamisten. Zu den Opfern zählen auch junge Frauen, über deren weiteres Schicksal man häufig nichts wisse. Manche kämen jedoch irgendwann mit Kindern zurück. Auch Priester und Ordensfrauen seien schon gekidnappt worden. „Doch mit der Gnade Gottes werden wir trotzdem unsere Arbeit weitermachen“, sagte die Ordensschwester angesichts der Bedrohungen und der Gewalt. Auch für die 24-jährige Novizin Dorcas Atah, die dem Orden „Unsere Liebe Frau von Fatima“ beitreten möchte, steht das außer Frage: „Ich habe keine Angst, meinen Weg fortzusetzen.“

Der Termin der Veranstaltung am 13. Oktober wurde von „Kirche in Not“ bewusst gewählt. An diesem Datum vor einhundert Jahren fanden die sechste und letzte Marienerscheinung und das sogenannte Sonnenwunder vor tausenden Zeugen im portugiesischen Fatima statt. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ ist bereits mehrfach Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht worden, und so auch an diesem Tag. Auch die Bischofskonferenz von Nigeria hat am diesjährigen 13. Oktober die Weihe des Landes an das Unbefleckte Herz der Muttergottes wiederholt.

Die Botschaft von Fatima wurde auch in einem Vortrag von Professor Dr. Manfred Hauke aus Lugano aufgegriffen. Er stellte dabei heraus, dass die Botschaften der Gottesmutter von Fatima ausdrücklich nur von der Weihe Russlands sprechen würden. „Die Weihe der ganzen Welt an das Unbefleckte Herz Mariens ist hingegen ein Thema, das seit 1935 durch die selige Alexandrina da Costa verbreitet wurde. Sie berief sich auf eine Botschaft Jesu“, sagte Hauke.

Doch die Päpste und Bischöfe taten sich anfangs mit diesen Weihen nicht leicht. Ein Beispiel: Während des Zweiten Vatikanischen Konzils weihte Papst Paul VI. die Welt und das Konzil dem Unbefleckten Herz Mariens, aber „aus diplomatischen und ökumenischen Gründen fehlte der Hinweis auf Russland.“ Auch Weihen durch spätere Päpste bezogen sich vor allem auf die Welt insgesamt und nicht auf Russland, wie Schwester Lucia, die zuletzt verstorbene Seherin, mehrmals in den Achtzigerjahren monierte.

Daher sei man sich unter Fatima-Experten nicht einig, so Hauke, ob nun alle Bedingungen für eine Weihe Russlands erfüllt seien, damit eine Bekehrung Russlands erfolgen und eine Zeit des Friedens kommen könne, so wie es in der ursprünglichen Botschaft heißt. „Offenkundig hat die Weihe von 1984 aber einen großen Segen gebracht: Der Eiserne Vorhang ist gefallen, und der christliche Glaube hat heute in der ehemaligen Sowjetunion eine kräftigere Rolle als in den meisten Ländern des Westens.“

Die Botschaften der Marienerscheinungen von Fatima standen auch im Mittelpunkt des Gottesdienstes in der Bürgersaalkirche zu Beginn der Veranstaltung. In seiner Predigt hob Pfarrer Ulrich Filler die Treue der Seherkinder hervor: die Treue zu Christus, zur Muttergottes und zum Papst. Sie hätten zu Gottes Plan und Willen „ja“ gesagt und diesen für ihr Leben angenommen. „Wir alle haben dieselbe Aufgabe: Christus sichtbar machen“, rief Filler die Gläubigen auf. „Dazu brauchen wir nicht zu warten, dass Gott erneut ein spektakuläres Wunder sendet. Der Weg ist uns durch die Kinder in Fatima vorgegeben: die Treue zu Jesus Christus, Maria und dem Heiligen Vater.“

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Foto: Podium über das Christentum in Nigeria (c) Kirche in Not



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