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Mitteleuropa-Bischöfe: Europa muss 'echte Völkerfamilie' sein

20. Oktober 2017 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Kardinäle Erdö und Duka trafen sich mit weiteren führenden Vertretern der Bischofskonferenzen der Visegrad-Staaten Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn zu Beratungen in Budapest - Vielfalt Europas ein "Geschenk Gottes"


Budapest (kath.net/KAP) Führende Repräsentanten mehrerer mittel- und osteuropäischer katholischer Bischofskonferenzen haben zu einer besseren Verständigung zwischen den Völkern Europas aufgerufen. "Europa muss eine echte Völkerfamilie sein" in der man einander schätze und sich bemühe, für gemeinsame Werte zu arbeiten, heißt es in der Abschlusserklärung einer zweitägigen Konferenz am Mittwoch und Donnerstag in Budapest. Die Vielfalt Europas sei ein "Geschenk Gottes", das es zu bewahren gelte. Treue zur eigenen Nation dürfe aber nicht zu einem Motiv für Feindschaft oder Verachtung gegenüber anderen werden.

Neben den Kardinälen Peter Erdö (Budapest) und Dominik Duka (Prag) nahmen mit dem Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky und Györs Bischof Andras Veres die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Slowakei und Ungarns an den Beratungen zum Generalthema "Christentum in der Zukunft Europas" teil. Die Polnische Bischofskonferenz wurde vom Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski vertreten. Aus Kroatien reiste der Erzbischof von Dakovo-Osijek, Djuro Hranic, nach Budapest.


Die Völker Europas müssten sich besser kennenlernen, um einander besser zu verstehen, hieß es in ihrer gemeinsamen Erklärung. Es gehe darum, einander zu respektieren und als Teil derselben Familie zu begreifen. Die moderne Informationstechnik könne viele Möglichkeiten für ein solches wechselseitiges Verständnis eröffnen.

Die Vielfalt an Völkern und Nationen mit einer eigenen Sprache, Kultur und eigenen historischen Erfahrungen sei charakteristisch für die europäische Identität. Diese, so die Kirchenvertreter, sei vor allem eine "kulturelle Identität". "Eine der inspirierendsten Stärken dieser Kultur war und ist trotz aller Säkularisierung die christliche Religion", hielten die Kardinäle und Bischöfe fest. Man bete und arbeite daher für ein Europa, in dem dies auch anerkannt wird. Ziel ist auch Sicht der Kirchenvertreter ein Europa, im dem individuelle wie auch kollektive Religionsfreiheit respektiert wird, Familien willkommen sind und das menschliche Leben vom Moment der Empfängnis bis zum natürlichen Tod geachtet wird.

Wohl auch mit Blick auf die europäische Migrationsdebatte riefen die mittel- und osteuropäischen Bischöfe dazu auf, den im Nahen Osten lebenden Flüchtlingen zu helfen, die auf eine Möglichkeit zur Rückkehr in ihre Heimatorte hofften: "Wir fühlen uns besonders mit denen verbunden, die wegen ihres christlichen Glaubens Gewalt und Verfolgung erleiden."

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



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