20 Oktober 2017, 11:40
Pariser Erklärung für Rückbesinnung auf christliche Wurzeln Europas
 
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Europas ist von einem falschen Selbstverständnis bedroht. Ein einseitiges Verständnis von Freiheit, Multikulturalismus und Fortschrittsglaube entfernen die europäischen Nationen von ihrem Wesen.

Paris (kath.net/LSN/jg)
Ein Gruppe Gelehrter und Intellektueller aus mehreren europäischen Ländern hat ein Manifest veröffentlicht, in der sie vor einem „falschen Europa“ warnt und die wesentlichen Grundprinzipien des „wahren Europa“ skizziert (siehe Link am Ende des Artikels).

Europa sei gegenwärtig von einem „falschen Verständnis seiner selbst“ bedroht. Dies sei von einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ geprägt, der „den wahren Quellen der menschlichen Würde“ gegenüber blind sei. Dazu gehören die christlichen Wurzeln Europas, die von den „Schirmherren des falschen Europa“ ignoriert oder gar abgelehnt würden. Tugenden wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit und Wohltätigkeit seien christlichen Ursprungs.

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Die Unterzeichner bekennen sich zu einem Europa als „Gemeinschaft von Nationen“ mit eigenen Sprachen, Traditionen und Grenzen. Zusätzlich habe sich eine europäische Identität herausgebildet, die besonders durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege gestärkt worden sei. Europa sei eine „Einheit in der Vielfalt“. Europäische Weltoffenheit sei untrennbar mit der Anerkennung „der Vaterlandsliebe und der staatsbürgerlichen Treue“ verbunden. Die Unterzeichner lehnen einen „falscher Universalismus, der historische Selbstvergessenheit und Ablehnung des Eigenen verlangt“, ab.

Wesentlich für das „falsche Europa“ sei ein einseitiges Verständnis von Freiheit. Diese verstehe sich als Befreiung von Einschränkungen, als Freiheit zur Selbstverwirklichung. Der liberale Hedonismus unserer Zeit führe jedoch häufig zu „Langeweile und einem Gefühl der Sinnlosigkeit“. Die Generation der Achtundsechziger habe „zerstört, aber nicht aufgebaut“, heißt es kritisch in dem Manifest.

Eine Stärkung Europas beginne mit der Besinnung auf den je „eigenen Charakter der einzelnen europäischen Völker und ihre christliche Prägung“, ein Ende des Multikulturalismus, einer Wiederherstellung der moralischen Kultur sowie eine Stärkung der klassischen Ehe und Familie.

Das Manifest wurde im Mai 2017 in Paris ausgearbeitet und im Oktober veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern der Pariser Erklärung gehören Rémi Brague (Frankreich), Roger Scruton (Vereinigtes Königreich) und Robert Spaemann (Deutschland).


Link zur Pariser Erklärung:

Ein Europa, wo(ran) wir glauben können








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