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'Meister, was muss ich tun?'

4. November 2017 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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„Und wenn wir dann all das befolgt haben, dann bleibt eines zu tun, die Nachfolge bis ins Letzte, die Ganzhingabe an Gott.“ Kolumne "Gedanken eines Nichttheologen" von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Mt 19,16-21

Wenn wir nun einfach den einen oder anderen Satz heraus greifen, dann greifen wir sicher daneben. Wir haben es hier mit einer geballten Ladung von Aussagen zu tun. Fast möchte ich sagen, dies sei eine der umfassendsten Kurzfassungen des Evangeliums für jeden Menschen.

„Meister, was muss ich tun?“ Diese Frage liegt jedem von uns immer wieder auf der Zunge. Doch haben wir sie dann genau so gut überlegt, wie dieser Jüngling? Geht es uns dann auch darum: „um das ewige Leben zu gewinnen“? Darum aber muss es doch gehen, gerade wenn wir fragen, was wir tun müssen. Deshalb fragt der Jüngling auch: „Was muss ich Gutes tun.“ Wer nun glaubt, der Herr würde ihn sofort auf die Werke der Nächstenliebe verweisen, der sieht sich getäuscht. Die Gegenfrage ist: „Was fragst Du nach dem Guten?“ Ist es vielleicht um deutlich zu machen, dass „Gutes tun“ im landläufigen Sinn nicht genügt? Zuerst kommt immer Gott, der allein der Gute ist.


Wenn es aber um Gott geht, so ist der nächste Satz nichts als logisch: „Wenn du aber das Leben erlangen willst (interessant ist hier, dass Christus den Begriff „Leben“ mit dem ewigen Leben gleichsetzt), halte die Gebote.“ Gott ist der Gute. Und Gott ist auch der Herr. Alles was er tut ist gut, also auch alles, was er gebietet.

Die Antwort des Jünglings ist meist auch zuerst einmal unsere Antwort: „Welche?“ worauf Christus mit einer knappen Zusammenfassung des Dekaloges reagiert. (Dass der Ehebruch darin explizit erwähnt wird, ist wohl auch ganz bewusst, auch hinein in unsere Zeit.) Daran fügt er noch an: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wenn es heute in der Verkündigung (fast) nur noch um die praktische Nächstenliebe geht, so kann sie sich wohl kaum auf unsere Schriftstelle berufen. Zudem, es wird Liebe gefordert, was im christlichen Sinn doch einiges mehr ist, als auch noch so viele gute Werke. Das Hohelied der Liebe in 1. Kor. 12,31b - 13,13 kann hier ein Maßstab sein.

Und wenn wir dann all das befolgt haben, dann bleibt eines zu tun, die Nachfolge bis ins Letzte, die Ganzhingabe an Gott. Wie weit diese Loslösung vom Materiellen für den Einzelnen gehen muss, das ist eine Frage der Berufung. Die letzte Berufung für jeden Menschen aber ist der bleibende Schatz im Himmel. Diesseitige Menschen werden es als Vertröstung auf das Jenseits verstehen. Christen aber wissen, dass dies nichts anderes ist als Gottes „Führung durch Zielsetzung“, wie es die moderne Betriebspsychologie nennt.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

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Foto Stefan Fleischer



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