Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  6. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  7. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

Die Erfahrung des geistlichen Sommerlochs

4. Oktober 2017 in Jugend, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die neue Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Alexandra Hartlieb


Salzburg (kath.net)
Im Oktober 2013 hat sich mein Leben radikal verändert. Ich habe meinen kleinen Kärntner Heimatort gegen die Stadt Salzburg eingetauscht, um Theologie zu studieren. Für mich war das nicht nur ein Ortswechsel, nicht lediglich der Übertritt von Schule zu Universität, sondern es war ein großer Umbruch meines Glaubenslebens.

Plötzlich war ich nicht mehr nur einmal in der Woche in meinem kleinen Gebetskreis am Land, der, wenn er sehr stark besucht war, 30 Leute umfasste, sondern ich war hineingenommen in einen neuen großen Bekannten- und Freundeskreis, der nahezu gänzlich aus leidenschaftlichen Christen bestand. Nicht, dass das, was ich zuvor erlebt hatte, zu wenig war: Für mich war es ein Eintretten aus der Fülle in die Überfülle. Es wurde für mich normal, mehrmals wöchentlich in die Heilige Messe zu gehen, mit Freunden Lobpreis zu machen und Rosenkranz zu beten, mit Gleichgesinnten im Glauben lange Gespräche über Gott und die Welt zu führen, uvm. Kurz gesagt: Mein geistliches Leben wurde so dicht und erfüllt wie nie zuvor, weil ich mit einem Schlag inmitten einer großen Gemeinschaft von gläubigen jungen Menschen war.


Doch was ich in dieser Anfangszeit nicht kommen sah, waren die langen Sommer, die meine Zeit in Salzburg unterbrechen würden: Ich machte erstmals die Erfahrung des geistlichen Sommerlochs. Zurück in meiner Heimat gab es über den Sommer nur wenig christliches Angebot für Menschen in meinem Alter und wie zu dieser Zeit üblich, waren viele meiner katholischen Freunde auf Urlaub. Nicht wenige Abende saß ich alleine vor meinem Herrgottswinkel und schnell wurde mir klar: Glaube braucht Gemeinschaft. Nicht, dass ich ohne Gemeinschaft unfähig war, geistliches Leben überhaupt aufrecht zu erhalten, doch mir fehlte die Ermutigung durch Andere, der Austausch über das, was mich in dieser Zeit beschäftigte, aber v.a. das gemeinsame Gebet.

Ich begann ansatzweise zu verstehen, was Tertullian mit seinen Worten „Ein Christ ist kein Christ“ meinte. Unser christlicher Glaube ist darauf ausgelegt, dass man ihn nicht alleine lebt. Gott selber ist in sich schon Gemeinschaft, er hat Mann und Frau zur Gemeinschaft erschaffen und er beruft auch uns, die wir an Christus glauben, dazu, den Glauben gemeinsam zu leben. In der Apostelgeschichte lesen wir "Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft" (Apg 2,42) und im Brief an die Hebräer "Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das umso mehr, als ihr seht, dass der Tag naht." (Apg 10,24f)

Das Sprichwort "Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen" bewahrheitet sich. Wir sind darauf angewiesen, dass ein Gegenüber uns ermahnt und ermutigt, wir haben es nötig, aufeinander zu achten, miteinander zu reden, aber auch im Gebet gemeinsam vor Gott zu treten. Jesus selbst unterstreicht den großen Wert von Gemeinschaft im Glauben, wenn er sagt: "Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20) In der Gemeinschaft ist Gott besonders präsent, dort wird er erfahrbar.

Mittlerweile neigt sich der vierte Sommer seit dem Beginn meines Studiums dem Ende zu. Wieder war er karger als die Zeit während des Studienjahres, doch habe ich mittlerweile ein Gleichgewicht gefunden, gelernt, wie viel Gemeinschaft ich brauche, um mein Glaubensleben lebendig zu halten. Es muss nicht immer etwas Spektakuläres sein, auch "Kleinigkeiten" helfen, wenn ein geistliches Sommerloch droht, wie den Rosenkranz mit jemandem via Telefon zu beten, sich sonntags mit Freunden zur Heiligen Messe zu verabreden, sich hin und wieder ganz bewusst Zeit zu nehmen, um bei einer Tasse Kaffee über seine Glaubenserfahrungen zu reden. So kann der Sommer eine Chance werden: Man lernt, in das Alleinsein vor Gott einzutauchen und die Stille zu schätzen und sieht gleichzeitig ganz neu den Wert der Gemeinschaft im Glauben.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Wovor beugst du das Knie?
  2. Dein Glaube und die Herrlichkeit Gottes
  3. Wenn Gott dich ruft: Bist du da?
  4. Brennt dein Herz noch für Gott?
  5. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  6. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  7. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  8. Gnade in jedem Augenblick
  9. Die Sehnsucht Christi nach dir
  10. Gerufen, das Blut Christi zu lieben







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  3. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  6. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  7. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  10. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  11. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  12. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  13. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  14. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  15. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz