Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  3. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  4. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  5. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Die Erfahrung des geistlichen Sommerlochs

4. Oktober 2017 in Jugend, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die neue Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Alexandra Hartlieb


Salzburg (kath.net)
Im Oktober 2013 hat sich mein Leben radikal verändert. Ich habe meinen kleinen Kärntner Heimatort gegen die Stadt Salzburg eingetauscht, um Theologie zu studieren. Für mich war das nicht nur ein Ortswechsel, nicht lediglich der Übertritt von Schule zu Universität, sondern es war ein großer Umbruch meines Glaubenslebens.

Plötzlich war ich nicht mehr nur einmal in der Woche in meinem kleinen Gebetskreis am Land, der, wenn er sehr stark besucht war, 30 Leute umfasste, sondern ich war hineingenommen in einen neuen großen Bekannten- und Freundeskreis, der nahezu gänzlich aus leidenschaftlichen Christen bestand. Nicht, dass das, was ich zuvor erlebt hatte, zu wenig war: Für mich war es ein Eintretten aus der Fülle in die Überfülle. Es wurde für mich normal, mehrmals wöchentlich in die Heilige Messe zu gehen, mit Freunden Lobpreis zu machen und Rosenkranz zu beten, mit Gleichgesinnten im Glauben lange Gespräche über Gott und die Welt zu führen, uvm. Kurz gesagt: Mein geistliches Leben wurde so dicht und erfüllt wie nie zuvor, weil ich mit einem Schlag inmitten einer großen Gemeinschaft von gläubigen jungen Menschen war.


Doch was ich in dieser Anfangszeit nicht kommen sah, waren die langen Sommer, die meine Zeit in Salzburg unterbrechen würden: Ich machte erstmals die Erfahrung des geistlichen Sommerlochs. Zurück in meiner Heimat gab es über den Sommer nur wenig christliches Angebot für Menschen in meinem Alter und wie zu dieser Zeit üblich, waren viele meiner katholischen Freunde auf Urlaub. Nicht wenige Abende saß ich alleine vor meinem Herrgottswinkel und schnell wurde mir klar: Glaube braucht Gemeinschaft. Nicht, dass ich ohne Gemeinschaft unfähig war, geistliches Leben überhaupt aufrecht zu erhalten, doch mir fehlte die Ermutigung durch Andere, der Austausch über das, was mich in dieser Zeit beschäftigte, aber v.a. das gemeinsame Gebet.

Ich begann ansatzweise zu verstehen, was Tertullian mit seinen Worten „Ein Christ ist kein Christ“ meinte. Unser christlicher Glaube ist darauf ausgelegt, dass man ihn nicht alleine lebt. Gott selber ist in sich schon Gemeinschaft, er hat Mann und Frau zur Gemeinschaft erschaffen und er beruft auch uns, die wir an Christus glauben, dazu, den Glauben gemeinsam zu leben. In der Apostelgeschichte lesen wir "Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft" (Apg 2,42) und im Brief an die Hebräer "Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das umso mehr, als ihr seht, dass der Tag naht." (Apg 10,24f)

Das Sprichwort "Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen" bewahrheitet sich. Wir sind darauf angewiesen, dass ein Gegenüber uns ermahnt und ermutigt, wir haben es nötig, aufeinander zu achten, miteinander zu reden, aber auch im Gebet gemeinsam vor Gott zu treten. Jesus selbst unterstreicht den großen Wert von Gemeinschaft im Glauben, wenn er sagt: "Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20) In der Gemeinschaft ist Gott besonders präsent, dort wird er erfahrbar.

Mittlerweile neigt sich der vierte Sommer seit dem Beginn meines Studiums dem Ende zu. Wieder war er karger als die Zeit während des Studienjahres, doch habe ich mittlerweile ein Gleichgewicht gefunden, gelernt, wie viel Gemeinschaft ich brauche, um mein Glaubensleben lebendig zu halten. Es muss nicht immer etwas Spektakuläres sein, auch "Kleinigkeiten" helfen, wenn ein geistliches Sommerloch droht, wie den Rosenkranz mit jemandem via Telefon zu beten, sich sonntags mit Freunden zur Heiligen Messe zu verabreden, sich hin und wieder ganz bewusst Zeit zu nehmen, um bei einer Tasse Kaffee über seine Glaubenserfahrungen zu reden. So kann der Sommer eine Chance werden: Man lernt, in das Alleinsein vor Gott einzutauchen und die Stille zu schätzen und sieht gleichzeitig ganz neu den Wert der Gemeinschaft im Glauben.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 lesa 5. Oktober 2017 

Sehr schön, danke!


3
 
 Diadochus 5. Oktober 2017 
 

Sommerloch

Ja, auch ein vermeintliches Sommerloch kann eine neue Glaubenserfahrung sein. In Mt 6,6 steht auch: "Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer und schließ deine Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten." Genau diese Momente unter 4 Augen möchte ich nicht mehr missen. Auch das Alleinsein kann schön sein. Das ist keine "Kleinigkeit". Ich wünsche Dir noch eine schöne Studienzeit.


2
 
 Rosenzweig 4. Oktober 2017 

Chance- echt nachvollziehbar...

Danke Ihnen- liebe Alexandra Hartlieb für Ihr Zeugnis vom großen Umbruch Ihres Glaubenslebens!
JA-ist echt nachvollziehbar..!

Wie WERTVOLL für Ihr Leben- das s.g. “Sommerloch”- wie Sie schreiben:

“Man lernt, in das Alleinsein vor Gott einzutauchen und die Stille zu schätzen und sieht gleichzeitig ganz neu den Wert der Gemeinschaft im Glauben.”

Dieses REIFEN ist so wünschenswert für unsere Junge Generation..!
Und Wir- die wir“Älter-bzw.Alt"-geworden sind - müssen unsere heranwachsende Jugend im Gelebten Christl.Glauben und Vorbild MIT!stärken!

In diesem Erkennen verbunden..


3
 
 Gandalf 4. Oktober 2017 

Die Jugendkolumne immer am Mittwoch..

es kommen noch 3 junge Damen zu Wort, die nächsten wochen werdet ihr sie kennenlernen...


3
 
 supernussbi 4. Oktober 2017 

sehr gut - aus dem Leben

Danke für diese Worte aus dem Leben!


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Wenn Gott dich ruft: Bist du da?
  2. Brennt dein Herz noch für Gott?
  3. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  4. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  5. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  6. Gnade in jedem Augenblick
  7. Die Sehnsucht Christi nach dir
  8. Gerufen, das Blut Christi zu lieben
  9. Große Veränderung beginnt von kleinen Fortschritten
  10. Berufen zur Blume im Garten Gottes







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  7. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Ein Gott, der nichts mehr verlangt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz